WOLFSBURG

GESCHICHTE

Neben Salzgitter-Lebenstedt und Eisenhüttenstadt ist Wolfsburg die einzige deutsche Stadt, die im 20. Jh. planmäßig gegründet und angelegt wurde. Der Ursprung der Stadt liegt in der Idee eines „Volkswagens”, der Vorstellung eines zuverlässigen und für jedermann erschwinglichen Autos. Nach seiner Machtergreifung übernahm nahm Adolf Hitler diese Idee und nutzte sie zu Propagandazwecken. Am 26.5.1938 legte Hitler den Grundstein für das Volkswagen-Werk, das jedoch bis 1945 ausschließlich Militärfahrzeuge produzierte. Um den Mitarbeitern des Werkes, die aus ganz Deutschland zusammengeholt werden mussten, eine neue Heimat zu geben, wurde gleichzeitig der Bau einer vorbildlichen Arbeiterstadt in Auftrag gegeben, die die nationalsozialistischen Ideale widerspiegeln sollte. Die offizielle Gründung der „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben”, so der vorläufige Name, erfolgte am 1.7.1938. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lenkte die britische Militärregierung die Geschicke der Stadt und setzte eine Stadtverordnetenversammlung ein. Diese beschloss in ihrer Sitzung am 22.6.1945, die Stadt nach ihrem Weserrenaissanceschloss aus dem 16. Jh. „Wolfsburg” zu nennen. Durch die erfolgreiche Entwicklung des Volkswagen-Werks vervierfachte sich die Einwohnerzahl in den Jahren 1948 bis 1963 von 22000 auf über 85000. Im Zuge einer Gebietsreform 1972 kamen durch Eingemeindungen weitere 40000 Einwohner hinzu. Heute präsentiert sich Wolfsburg als junge, moderne Stadt mit ca. 123 000 Einwohnern und bietet seinen Besuchern viele Attraktionen. Seit Juni 2000 besitzt Wolfsburg mit der AUTOSTADT einen spektakulären automobilen Themenpark, der nicht nur VW-Kunden begeistert. Das VW-Werk ist heute das größte Automobilwerk der Welt unter einem Dach. Durch Städtefreundschaften und Partnerschaften ist Wolfsburg mit Luton (Großbritannien), Marignane (Frankreich), Pesaro-Urbino (Italien), Bielsko Biala (Polen), Togliatti (Russland) sowie Halberstadt verbunden.

Schloss Wolfsburg

Schloss Wolfsburg

SEHENSWÜRDIGKEITEN UND ATTRAKTIONEN

Ein guter Ausgangspunkt für Entdeckungstouren durch Wolfsburg ist der Namensgeber der Stadt, das Schloss Wolfsburg. Zu Beginn des 14. Jh. wurde das Schloss vom mächtigen Adelsgeschlecht derer von Bartensieben gegründet und in der zweiten Hälfte des 16. Jh. zu einem repräsentativen Weserrenaissance-Schloss ausgebaut. Zwischen 1719 und 1742 wurden der Barockgarten, die Stall- und Remisengebäude sowie zahlreiche Häuser der Gutssiedlung neu geschaffen. Als die männliche Linie derer von Bartensieben Mitte des 18. Jh. ausstarb, ging das Schloss im Zuge der Erbfolge an die Grafen von der Schulenburg über, denen es bis 1942 gehörte. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb die Stadt das Schloss vom Land Niedersachsen und nutzt die Anlage für Empfänge und Kulturveranstaltungen. Als Repräsentationsräume dienen der Gartensaal, die Gerichtslaube, das Kaminzimmer und der Jagdsaal.

Als kultureller Mittelpunkt der Stadt beherbergt das Schloss Wolfsburg seit 1974 die Städtische Galerie mit Kunstwerken des 20. Jh. Der Kunstverein ergänzt dieses Angebot durch ständig wechselnde Ausstellungen. Das Stadtmuseum in den Schlossremisen dokumentiert die Schloss- und Hei-matgeschichte und veranstaltet ebenfalls regelmäßig Sonderausstellungen. Im Schloss befindet sich außerdem eine Werkstatt für Druckgrafik, die Gastkünstlern aus dem In- und Ausland die Möglichkeit bietet, druckgrafische Experimente durchzuführen und währenddessen im Schloss zu wohnen. Im Sommer findet alljährlich die Internationale Sommerbühne im Schlosshof mit Konzerten, Variete, Kindertheater etc. statt. Auch der Antoniensaal verleiht regelmäßig Konzerten einen stimmungsvollen Rahmen. Doch das kulturelle Leben spielt sich nicht nur im Schloss, sondern auch in der Innenstadt ab. Das 1994 eröffnete Kunstmuseum ist ein lebendiges Zentrum für moderne und zeitgenössische Kunst. In die Muse-umsarbeit werden Aspekte der Stadt Wolfsburg und ihres Weltkonzerns – Urbanität, Internationalität, Qualität und Modernität – integriert. Das Gebäude wurde vom Architekten Peter Schweger als offene, transparente Stadtloggia mit Glasdach entworfen. Die Ausstellungen werden bereichert durch interessente Events, Vorträge, Führungen und ein museumspädagogisches Programm. Das Alvar-Aalto-Kulturhaus entstand ab 1958 nach den Plänen des gleichnamigen finnischen Architekten und wurde 1962 eröffnet. Die Fassade wird dominiert von drei Natursteinarten (weißer Carraramarmor, grauer griechischer Marmor und schwarzer schwedischer Marmor), die bei günstiger Beleuchtung metallisch schim- mern. Der Architekt entwarf nicht nur das Haus, sondern auch Elemente der Inneneinrichtung wie Lampen, Türgriffe, Einbauschränke etc. Auch Aaltos Vorliebe für Oberlicht in verschiedenen Varianten sowie für das Spiel mit den Naturmaterialien Marmor, Keramik, Ziegel und Holz wird beim Gang durch das Gebäude deutlich. Neben einem Restaurant und kleinen Geschäften ist im Kulturhaus die Stadtbücherei untergebracht. Die Bibliothek erinnert mit ihrer Gliederung an eine Barockbibliothek. Beim Hinaufsteigen der Treppen in die obere Etage fallen die breite Fensterfront und der Innenhof mit Sitzgelegenheiten auf. Gegenüber befinden sich die fünf Hörsäle. Eine Besonderheit ist die Feuerstelle im Gruppenraum, einem geschlossenen Raum mit Schiebedach. Direkt nebenan steht das Alte Rathaus, das vom Wolfsburger Architekten Titus Taeschner entworfen und 1958 eingeweiht wurde. Auf der bronzenen Rathaustür mit dem Wolf als Türgriff ist eine Kurzchronik der Stadt zu lesen.

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