WILHELMSHAVEN

GESCHICHTE

Wilhelmshaven ist keine natürlich gewachsene Stadt, sondern wurde in der Kaiserzeit als Marinehafen am Reißbrett geplant. Aufgrund der günstigen Strömungsverhältnisse und der sturmgeschützten Lage am Jadebusen wählte Prinz Adalbert die Stelle, an der sich heute Wilhelmshaven befindet, für den Flottenstützpunkt der preußischen Marine. Mit dem Jadevertrag vom 20.7.1853 erwarb Preußen über 300 Hektar Jadeland von Oldenburg und musste neben dem hohen Kaufpreis in den Jahren nach der Gründung hohe Investitionen in die Stadtentwicklung tätigen.

Mit Tausenden Arbeitern bewegte der Ingenieur und Baurat Heinrich Wilhelm Goe- ker 1857 ca. 1,5 Mio. m3 Erde, um die weite Sumpflandschaft an der Jade trockenzulegen. Auf diesem Gebiet entstanden in nur 12 Jahren Hafen und Stadt. Durch den Ausbau der neuen kaiserlichen Marine und der deutschen Hochseeflotte erlebte Wilhelmshaven einen wahren Wirtschaftsboom, der jedoch durch den Ersten Weltkrieg und die im Versailler Frie-densvertrag festgelegte Abrüstung endete. Erst die Wiederaufrüstung durch die Nationalsozialisten brachte Beschäftigung, die Hafen- und Werftanlagen sowie die Stadt wurden ausgebaut und vergrößert. Die strategisch wichtige Lage Wilhelmshavens führte dazu, dass die Stadt im Zweiten Weltkrieg angegriffen und schwer zerstört wurde. Der lange Wiederaufbau folgte, langsam siedelten sich neue Unternehmen an und der Tourismus wurde zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein. Bis heute ist Wilhelmshaven ein traditioneller Marinestützpunkt, das richtungweisende Vorhaben für die Zukunft der gesamten Region aber ist der geplante einzige deutsche Tiefwasserhafen, der JadeWeserPort.

Hafen Wilhelmhavens bei Nacht

Hafen Wilhelmhavens bei Nacht

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Große Hafen ist das Herz von Wilhelmshaven und somit auch ein angemessener Ausgangspunkt für den Stadtrundgang. Die beste Aussicht über den Hafen und den Jadebusen genießt man vom Wahrzeichen der Stadt: Die Kaiser-Wilhelm-Brücke verbindet das Stadtgebiet mit dem Südstrand. Die Eisenkonstruktion wurde 1907 vollendet und war damals Europas größte Drehbrücke. Wenn Schiffe mit hohem Masten in den Hafen einlaufen, dreht sich die Brücke auseinander und ermöglicht so auch großen Schiffen die Durchfahrt. Mit seiner leuchtenden rot-orangen Lackierung zieht das Feuerschiff Weser alle Blicke auf sich, das jedoch längst nicht mehr seiner ursprünglichen Aufgabe dient. Heute kann man hier maritime und regionale Spezialitäten genießen und sogar in einer Koje übernachten. In unmittelbarer Nachbarschaft kann man sich auf dem ehemaligen Seetonnenleger Kapitän Meyer auf der Brücke das Ja-Wort geben. Neben dem Großen Hafen lohnen auch die anderen Hafenbereiche einen Besuch. Der Banter See diente einst als Liegeplatz für U-Boote und lockt heute unabhängig von den Gezeiten mit seinem Sandstrand „Klein-Wangerooge” zahlreiche Bade- und Wassersportfans an. Die Banter Ruine wurde künstlich geschaffen und 1889 vom Wilhelmshavener Verschönerungsverein auf einer alten Kirch- wurt erbaut. Die hier entdeckten, reich verzierten Steinsärge aus dem 12. Jh. sind heute im Küstenmuseum Wilhelmshaven zu sehen.

Hinter dem Banter See erstreckt sich zwischen Werft-, Weser-, Marktstraße und Banter Weg die Banter Werftarbeitersiedlung, die 1873 bis 1878 für die Arbeiter der Kaiserlichen Werft im Stadtteil Beifort entstand und bis heute fast vollständig als sehenswertes historisches Baudenkmal erhalten ist. Das Kulturzentrum Pumpwerk am Banter Deich ist ein attraktiver Veranstaltungsort für Kabarett Live-Konzerte und Parties. Der Name erinnert an die frühere Nutzung des Gebäudes. Zum Kulturzentrum gehört auch ein Restaurant mit Biergarten. In östlicher Richtung schließen sich an den Großen Hafen der Ausrüstungs- und der Arsenalhafen an. Im Marinestützpunkt liegen auf einer Pierlänge von über vier Kilometern Fregatten und Versorger der Deutschen Marine. Außerdem ist eine Tauchergruppe in Wilhelmshaven stationiert. In der Hochsaison kann man jeden Mittwochnachmittag bei einem Tag der offenen Tür einige Schiffe besichtigen. Den Eingang zum Marinearsenal findet man an der Gökerstraße: Durch das Historische Werfttor betrat man einst die Kaiserliche Werft. Der bis heute erhaltene Backsteinbau wurde Ende des 19. Jh. im für diese Zeit typischen Neo-Renaissance-Stil errichtet. Neben dem Werfttor wurde 1870 vom Architekten Heinrich Wilhelm Goeker der Wasserturm erbaut, der jedoch bei einem Bombenangriff 1941 zerstört wurde. Heute widmet sich der „Verein Bürger für Wilhelmshaven” der Erhaltung des Turms. Rund um den Gro- ßen Hafen verläuft die Maritime Meile mit verschiedenen Museen und Erlebniswelten. Das Piratenamüseum lädt zu einer phantasievollen Reise zur Schatzinsel und in die Welt der Piraterie ein. Außerdem kann man sich hier sein eigenes Boot bauen! Das Küstenmuseum Wilhelmshaven zeigt die verschiedenen Facetten der Küstenregion von der Entstehung dieses besonderen Naturraums über seinen Schutz durch Deiche und Siele bis zu den Lebensverhältnissen der frühen Küstenbewohner. Ein interaktives Forschungslabor erklärt die Analyse von Bodenfunden. Ein weiterer Ausstellungsbereich dokumentiert die Geschichte der Stadt Wilhelmshaven und blickt in die Zukunft mit dem Bau des JadeWeserPorts. Außerdem sind das 14 m lange Skelett und die plastinierten Organe eines 1994 an der Küste gestrandeten Pottwals zu sehen. In unmittelbarer Nähe kann man in Deutschlands einziger Unterwasserstation OCEANIS auf Tauchstation gehen – aufgrund modernster 4D-Technik wird das virtuelle Leben „100 Meter unter Null” zum unvergesslichen Erlebnis. Am Südstrand, der mit seinen bunten Strandkörben und der Strandpromenade für Urlaubsstimmung sorgt, liegt Das Wattenmeerhaus, Niedersachsens einziges Nationalparkzentrum. Multimedia-Ausstellungselemente zeigen eindrucksvoll die Entstehung des Wattenmeeres unter den extremen Einflüssen von Ebbe und Flut, Hitze und Kälte, Salz- und Süßwasser und die Überlebensstrategien der dort lebenden Tiere und Pflanzen. In direkter Nachbarschaft dokumentiert das Deutsche Marinemuseum unter dem Motto „Menschen, Zeiten, Schiffe” die fast 160-jährige Geschichte deutscher Marinen. Neben der interessanten Dauerausstellung lassen Deutschlands größtes Museumsschiff, der 2003 außer Dienst gestellte Lenkwaffenzerstörer Mölders, das U-Boot U 10 und das Minenjagdboot Weilheim den harten Alltag an Bord hautnah erleben. Direkt am Helgolandkai, während der Saison Ausgangsort für Hafenrundfahrten und Fahrten zur Insel Helgoland, zeigt das Aquarium Wilhelmshaven über 250 Tierarten in Großaquarien und Spezialbecken. Neben der Tierwelt des Wattenmeeres und der Nordsee tummeln sich hier tropische Haie und Fische aus der Antarktis. Außerdem wird viel Wissenswertes über die Biologie derTiere und ihrer Le- bensräume vermittelt. Nach dem Besuch dieser vielfältigen Museen kann man sich nun den historischen Bauwerken Wilhelmshavens widmen.

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