WILDESHAUSEN

GESCHICHTE

Prähistorische Gräberfelder und Großsteingräber belegen, dass die Wildeshauser Gegend bereits ab ca. 2500 v. Chr. besiedelt war. Vor 800 n. Chr. entstand eine Siedlung auf beiden Seiten der Huntefurt. Die erste urkundliche Erwähnung von „Wigaldinghus” erfolgte in der „Translatio Alexander”, die die Überführung der Reliquien des Heiligen Alexander von Rom nach Wildeshausen im Jahre 851 dokumentiert. 1270 erhielt Wildeshausen von Bischof Hildebold von Bremen die Stadtrechte und erlebte durch die Lage an der „Vlamsche Strat”, einem wichtigen Handelsweg von Holland nach Skandinavien, und am Übergang über die Hunte ein rapides Wachstum. Immer wieder hatte der Marktort jedoch auch unter Kriegsfolgen, Bränden und Epidemien zu leiden. 1700 kam das Amt Wildeshausen an das hannoversche Weifenhaus, bevor es 1803 an Oldenburg überging und schließlich von 1810 bis 1813 unter französischer Administration stand. 1898 erhielt Wildeshausen Anschluss an die Bahnlinie Delmenhorst – Vechta, der Bahnhof und die Bahnhofstraße wurden gebaut. Unter den Nationalsozialisten wurde 1938 in der Reichspogromnacht die Synagoge zer-stört. 1945 fügten Bombenangriffe der Stadt schlimme Schäden zu. 1960 wurde Wildeshausen Bundeswehr-Garnison. Seit 1977 ist Wildeshausen staatlich anerkannter Luftkurort. 1998 wurde der Kreissitz des Landkreises Oldenburg nach Wildeshausen verlegt, was dem Handel, dem Gewerbe und der Bevölkerungsentwicklung weitere positive Impulse verlieh. Heute hat das Mittelzentrum ca. 19000 Einwohner.

Katholische Kirche St. Peter in Wildeshausen

Katholische Kirche St. Peter in Wildeshausen

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Ausgangspunkt des Rundgangs ist der Marktplatz. Die Pumpe von 1747 mit zwei Wasserbehältern aus Granitstein wurde im Mittelalter von den Marktbeziehern und durchfahrenden Händlern sowie den Bürgern der Stadt als Viehtränke und zur Wasserversorgung genutzt. In der Nähe der Pumpe erinnert ein größerer Pflasterstein an die Hinrichtung des Bürgermeisters Jakob Lickenberg im Jahr 1529. Alle männlichen Wildeshauser Bürger über 18 Jahren wurden damals für vogelfrei erklärt, die Stadtmauer wurde abgerissen und Wildeshausen musste die Stadtrechte aufgelben. Das Rathaus wurde im 14. Jh. als zweistöckige Halle mit einer Grundfläche von 20 x 12 m errichtet und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach um- und ausgebaut. Besonders sehenswert ist der hochgotische Stufengiebel aus roten Backsteinen mit eingearbeiteten Fensternischen. Im Zuge einer grundlegenden Restaurierung 1979 wurde der obere Rathaussaal mit einer Heizung versehen und somit ganzjährig für Sitzungen, Ausstellungen, Vorträge, Konzerte und Empfänge nutzbar gemacht. Einen interessanten Kontrast zum alten Rathaus bildet das 1990 erbaute, moderne Stadthaus. An der Stirnseite des neuen Verwaltungsgebäudes erzählt ein Glockenspiel mit Figurenumlauf aus der Geschichte der Stadt und dem Leben der Bürger in der Vergangenheit. Neben dem Erzbischof Hildeboldus, der Wildeshausen 1270 die Stadtrechte verlieh, erscheinen ein Offizier, ein Trommler, ein Wachsoldat der Gilde, ein Schäfer, eine Gerberin, ein Sämann und ein Kaufmann sowie am Abend ein Nachtwächter. Nun überquert man die Westerstraße und geht in Richtung Kirchstraße. Das Zentrum dieses ältesten Bereichs der Stadt ist die Alexanderkirche, die in spätromanischer und frühgotischer Zeit (ca. 1200-1270) entstand. Im Jahr 851 überführte Graf Waltbert, ein Enkel des berühmten Herzogs Widukind, die Reliquien des Eieiligen Alexander von Rom in die Alexanderkirche. Wildeshausen wurde Wallfahrtsort und entwickelte sich zu einem bedeutenden Marktort. Fleute ist die Alexanderkirche die einzige erhaltene Basilika im Oldenburger Land. Das Triumphkreuz in der Mitte des Gotteshauses stammt aus dem 14. Jh. Das große Jugendstil-Fenster dominiert den Chor. Außerdem verdienen die Reste des alten Levitengestühls sowie das Sakramentshäuschen und der Reliquienschrein Beachtung. In den Jahren 2000 bis 2004 erfolgte eine grundlegende Renovierung in zwei Phasen, bei der auch die einmaligen Jugendstilmalereien vom Anfang des 20. Jh. freigelegt wurden. Zu den Glanzstücken der Ausstattung gehört auch die 1970 eingebaute Orgel. Die hervorragende Akustik macht die anspruchsvollen Konzerte in der Alexanderkirche weit über die regionalen Grenzen be- kannt. Das auch als Remter bezeichnete Kapitelhaus ist über 1000 Jahre alt und wurde für die in klosterähnlicher Gemeinschaft lebenden Stiftsherren erbaut. Ein besonders loh- nenswertes Motiv für Maler und Fotografen ist der Südgiebel mit dem Kantorsbogen und dem Brunnen. Geht man um die Alexanderkirche herum, passiert man entlang der „Herrlichkeit” die Polizei und erreicht dann das Alte Amtshaus, das 1730 als Sitz des Amtsmannes für das ehemalige Amt Wildeshausen erbaut wurde. Heute wird das Fachwerkgebäude von einem Gastrono- miebetrieb genutzt. Direkt vor der Hunte gelangt man zum Stadtwall. Die mittelalterliche, gut erhaltene Verteidigungsanlage ist heute ein beliebtes Ziel für Spaziergänger. Der Wall verläuft auf ca. 1400 m Länge westlich um die historische Altstadt bis zur Kaiserstraße. In westlicher Richtung wird der Stadtwall von der Bahnhofstraße durchbrochen, die zum Druckereimuseum führt. Bis 1987 wurde hier die „Wildeshauser Zeitung” hergestellt. Heute zeigen die interessanten Exponate wie die Hand- und die Maschinensetzerei, verschiedene Druckmaschinen sowie die Hand-Buchbinderei die einstigen Produktionsabläufe und dokumentieren die Entwicklung der Buchdruckerkunst der letzten 125 Jahre bis zur Einführung des Fotosatzes. Folgt man nun dem weiteren Verlauf des Stadtwalls, erblickt man an dessen Ende an der Kaiserstraße linker Hand die St.-Peter-Kirche, die den katholischen Bürgern seit 1824 als Gotteshaus dient. 1997/98 erfolgte eine komplette Renovierung. Gegenüber der Kirche erhebt sich der Burgberg. Ein Ehrenmal erinnert an die Toten der beiden Weltkriege. Hier befand sich einst die im 12. Jh. errichtete Grafenburg, von der jedoch seit 1789 keine Reste mehr erhalten sind. Unterhalb des Burgbergs erstreckt sich die Burgwiese mit einem Kinderspielplatz, einem Kneippbecken, einem Karpfenteich, der Brunnenterrasse und dem Musikpavillon. Im Sommerhalbjahr finden hier an jedem Sonntagvormittag Konzerte statt. Nachdem man die Burgwiese im vorderen Bereich durchquert hat, erreicht man über die weiße „Melkerbrücke” den Stadtteil Zwischenbrücken, der sich seine eigenständige Tradition erhalten konnte. Nun hält man sich links entlang der Hunte und kehrt zur Hauptstraße zurück. Die Evronbrücke, auf der man die Hunte überquert, ist nach der französischen Partnerstadt von Wildeshausen benannt. Bevor man durch die Huntestraße zum Ausgangspunkt des Rundgangs zurückkehrt, lohnt sich noch ein Besuch des Dampfkornbranntweinbrennereimuseums. Von 1857 bis 1972 wurde hier Korn gebrannt. Die Anlagen aus dem 19. Jh. wie Dampfmaschine und Rohbrenner sind vollständig erhalten und dokumentieren anschaulich die Produktionsabläufe.

SCHAUEN

Der Naturpark Wildeshauser Geest mit seinen reizvollen Flusstälern, Seen, Wäldern, Mooren, Sanddünen und Heidegebieten lädt zu herrlichen Wanderungen, Rad- und Kanutouren ein. Hier liegen auch sehenswerte prähistorische Stätten wie die Großen Steine von Kleinenkneten oder das Pestruper Gräberfeld. Das Künstlerdorf Dötlingen bezaubert durch seinen schmucken Fachwerk-Ortskern und seine malerische Hanglage an der Hunte. Ganz in der Nähe bietet der «Wild- und Freizeitpark Ostrittrum mit Märchenwald, Heimatmuseum, großzügigen, artgerechten Tiergehegen und Kinderspielplätzen Erlebnisse für Groß und Klein. Mit einem schönen Sandstrand und weitläufigen Spiel- und Liegewiesen ist das Erholungsgebiet Hartensbergsee am Ortsrand von Goldenstedt ein lohnenswertes Ziel für Badegäste. Alljährlich findet das traditionsreiche Gildefest der Schützengilde mit Paraden, Umzügen und Feuerwerk statt.

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