WESTERSTEDE

GESCHICHTE

Bereits in der mittleren Steinzeit war das Westersteder Gebiet besiedelt, wie Funde von Faustkeilen, Steinbeilen und Schabern belegen. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1123 beim Bau der St.-Petri- Kirche. Im 15. und 16. Jh. wurden Westerstede und die umliegenden Dörfer häufig von den Ostfriesen und den Münsteranern angegriffen. Ab 1526 setzte sich im Ammerland die Reformation durch, 1579 predigte der erste evangelische Pastor in Westerstede. Durch die kluge Politik und großzügige Schenkungen des Landesherrn Graf Anton Günther (1603-1667) blieb Westerstede weitgehend von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verschont. 1666/67 brach eine Pestepidemie über den Ort herein. 1785 verlieh Herzog Peter Friedrich Ludwig Westerstede das Marktrecht. Von 1811 bis 1813 wurde das Herzogtum Oldenburg und damit auch Westerstede von Napoleon regiert. Die Besatzung durch die Franzosen und danach durch die Kosaken brachte Westerstede große Armut. Einen weiteren Rückschlag stellte der verheerende Brand vom 15.4.1815 dar, dem jedoch ein schneller Wiederaufbau mit dem Marktplatz im Mittelpunkt folgte. 1858 wurde Westerstede Amtssitz des Amtes Westerstede-Apen. 1876 wurde der Ort mit der Eröffnung der Schmalspurbahn nach Ocholt an das Eisenbahnnetz angeschlossen, 1906 wurde der Bahnhof erbaut. Unter dem aufkommenden Nationalsozialismus hatte Westerstede durch die zunehmende Gleichschaltung im politischen Leben und die Verfolgung jüdischer Bürger zu leiden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, den Westerstede ohne größere Schäden überstand, erreichten zahlreiche Flüchtlinge und Heimatvertriebene den Ort und für die rapide wachsende Bevölkerung wurden vor allem Wohnungen und Schulen gebaut. Am 28.5.1977 erhielt Westerstede die Stadtrechte und ist mit über 21 000 Einwohnern heute ein modernes Mittelzentrum zwischen Oldenburg und Leer und Kreisstadt des Landkreises Ammerland.

St. Petri Kirche - das älteste Bauwerk sowie Wahrzeichen der Stadt Westerstede

St. Petri Kirche – das älteste Bauwerk sowie Wahrzeichen der Stadt Westerstede

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Rundgang beginnt auf dem Alten Markt mitten in der Stadt. Der Marktplatz als Mittelpunkt der Stadt entstand erst nach dem großen Brand im Jahr 1815. Über 50 Gebäude fielen den Flammen zum Opfer. Der damalige Amtmann von Negelein war ein weitsichtiger Mann und verhinderte unter dem Protest der betroffenen Einwohner, dass die Häuser wieder an der ursprünglichen Stelle errichtet wurden. Hier sollte ein Platz entstehen, auf dem bereits im Jahr 1818 der erste Frühjahrsmarkt stattfand. Lange war der Platz Verkehrsknotenpunkt, denn die ehemalige B 75 führte hier direkt durch den Ort. Ende der 1970er-Jahre wurde im Rahmen der Stadtsanierung eine Fußgängerzone geplant. Der Verkehr sollte außen um Westerstede herum geleitet werden, um die Einwohner und auch die historische Bausubstanz zu schonen. Ab 1982 wurde dann in mehreren Bauabschnitten die Fußgängerzone realisiert. Hier in der „guten Stube”, die im Jahr 2006 als „Blühendste Einkaufsmeile” eine besondere Auszeichnung erhielt (Entente Florale), kann man ausgezeichnet bummeln. Über dem Marktplatz erhebt sich die St.-Petri-Kirche mit ihrem 48 m hohen Westturm. Das Gründungsjahr der größten Kirche des Ammerlandes wird mit 1123 während der Amtszeit von Bischof Adalbero von Bremen genannt. Das Baumaterial besteht im unteren Teil aus Granitquadern und Klosterformatsteinen, weiter oben aus Backsteinen. Der wuchtige Turm mit seinen vier kleinen Nebentürmchen ist lediglich ein Wehrturm, an dem außen die kleinen Uhrenglocken hängen; die Läuteglocken hängen im neben der Kirche – etwas schief stehenden – Glockenturm. Lohnenswert ist auch eine Besichtigung des Innenraumes. Das Rathaus steht ebenfalls am Marktplatz. Es wurde 1927 gebaut. Ursprünglich war vorgesehen, das Rathaus auf der Thalenweide (siehe dort) zu errichten, aber diese Pläne hatten sich zerschlagen. Das Gebäude des Hotel Busch stellt sich genauso dar, wie es nach dem Brand im Jahr 1815 errichtet wurde und steht daher unter Denkmalschutz. Zu den beiden Eingängen, einer zum Marktplatz, einer zur Langen Straße, gibt es eine kleine Anekdote: Als der Herzog Peter Friedrich Ludwig Westerstede einen Besuch abstattete, fuhr er durch die Peterstraße über den Alten Markt in die Lange Straße. Der damalige Hotelbesitzer Busch wollte den Herzog sehen und stellte sich in seine Tür am Marktplatz, um ihn von weitem zu begrüßen. Um ihn dann noch einmal zu sehen, lief er durch sein Hotel zum anderen Eingang und konnte ihm noch einmal zuwinken. Der Herzog meinte darauf: „Die Gebrüder Busch sehen sich aber unwahrscheinlich ähnlich!” Gegenüber der St.-Petri-Kirche erblickt man das Hotel Altes Stadthaus.

See more: voyages au Vietnam | Voyage Mékong | excursion à ninh binh | demande de visa pour le vietnam | Circuit vietnam cambodge laos 3 semaines | voyage sur mesure vietnam cambodge 18 jours

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply