WESTERSTEDE 2

Im Jahre 1813 wurde in diesem Haus eine Schnapsbrennerei gegründet, die kontinuierlich wuchs und wo man bis zum Ersten Weltkrieg noch selbst brannte. Die Kupferkessel wurden für die Waffenproduktion abgegeben. Nach dem Krieg wurde weiter produziert, aber nicht mehr selbst gebrannt.

Eine Ecke des Rhododendronparks

Eine Ecke des Rhododendronparks

Später wurde dem Betrieb eine Weinhandlung hinzugefügt. Seit 1994 wird dieses völlig restaurierte Gebäude als Hotel und Restaurant genutzt. Der große Westersteder Brand im Jahre 1815, bei dem bekanntlich alle auf dem jetzigen Marktplatz stehenden Häuser den Flammen zum Opfer fielen, ging von dieser Brennerei aus. Im Rahmen der Altstadtsanierung entstand 1984 der Brunnen auf dem Alten Markt, der inmitten des sternförmig gepflasterten Platzes steht. Gestaltet wurde er von der Künstlerin Alice Peters, einer Westerste- derin, die in Bremen tätig ist. Er zeigt herabfallendes Wasser in Form von Geysiren und soll die damit sich immer wieder erneuernde Natur darstellen. Man verlässt den Alten Markt durch die Bahnhofstraße und erreicht den 1906 errichteten Bahnhof. Als im Jahr 1869 die Bahnlinie von Oldenburg nach Leer gebaut wurde, legte man die Trasse so, dass sie nicht durch Westerstede führte, wohl aber durch Ocholt. Von dort wurde später eine Schmalspurbahn nach Westerstede gebaut, um eine Schienenanbindung zu schaffen. Der Bahnhof für diese Sekundärbahn stand dort, wo sich jetzt das Hotel zur Linde befindet. Im Jahre 1906 wurde die Schmalspurbahn von der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn aufgekauft, auf Normalspur umgebaut und ein neuer Bahnhof – eben dieser Bahnhof – errichtet. Das Gebäude besticht durch die schöne Architektur mitTürmchen, gestaltet vom Architekten Klingenberg. Über dem Eingangsportal, ein reich verziertes Sandsteingebilde, sieht man das Großherzoglich-Olden- burgische Wappen. Im Jahre 1985 wurde der Bahnhof von einem Investor gekauft, saniert und zur Nutzung dem sog. Bahnhofsverein übertragen. Jetzt befinden sich darin eine Gaststätte und ein Naturkostladen, und im Güterschuppen finden abwechselnd Ausstellungen, Galerien, Feste und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Von der Straße Am Bahnhof biegt man an der Kreuzung nach rechts in die Wilhelm-Geiler-Straße ab. Linker Hand erblickt man das Haus Averdam, das vor 1840 als eingeschossiges klassizistisches Gebäude errichtet wurde. Später erfolgten eine Aufstockung und der Anbau eines Stalles mit Kutscherwohnung. Von 1850 bis 1892 diente das Haus als Arztpraxis mit Wohnung des Dr. Bernhard Averdam mit parkähnlich gestaltetem Garten und Pavillon. 1987 fand eine Grundsanierung zur Nutzung als Bürogebäude statt. Markant ist die Portalkrönung mit einem vergoldeten Löwen über der originalen Haustür. Ein Stück weiter erreicht man das Hotel zur Linde. Dieses Hotel hat seinen Namen von der außergewöhnlich großen Linde im Garten des Hauses, unter der sich ein herrlicher Biergarten befindet. Früher hieß das Hotel „Hotel zum Bahnhof”, weil sich in diesem Gebäude von 1876 bis 1904 der Bahnhof für die Schmalspurbahn von Ocholt nach Westerstede befand. Es gibt einen schönen Spruch, der sich auf den geschichtlichen Vorgang, dass Westerstede im Jahr 1871 keine Bahnstation wurde, bezieht: „Als die Westersteder grollten, weil nicht Bahn sie haben sollten, bauten sie in frechem Sinn eine Bahn nach Ocholt hin, eine Sekundäre”. Der Bahnhof dieser Sekundärbahn war vor dem Haus, und an diese Zeit erinnert noch die Glocke, die vorne am Hotel angebracht ist. Von der Wilhelm-Geiler-Straße zweigt scharf links die Straße An der Krömerei ab, die zunächst zum Philippsbrunnen führt. Der Name ist zurückzuführen auf einen Mann, der seine Jugend in Westerstede in der Zeit des großen Brandes (1815) und danach verbrachte. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung ging er 1843 nach England, wo er zu großen Ehren kam: Er gründete in Manchester ein Handelsunternehmen und war von 1883 bis 1887 sogar Bürgermeister der Stadt. Er blieb Westerstede aber zeitlebens verbunden und spendete im Andenken an den großen Brand zwei Karrenspritzen und eine Pumpe zur Brandbekämpfung. Der nach ihm benannte Brunnen ist ein Nachbau, der 1991 eingeweiht wurde. Die Krömerei ist das älteste Gebäude des Ammerlandes und wurde im Jahr 1619 als niederdeutsches Hallenhaus von Johann Kramer erbaut. 1653 wurde es von Friedrich Krömer bewohnt. Daher leitet sich der Name „Krömerei” ab. Bis 1964 war es bewohnt; heute wird es touristisch von einem Hotelbetrieb für rustikale Feierlichkeiten genutzt. Nebenan steht der sog. Spieker (Speicher). Dieses Gebäude wurde um 1750 errichtet, befand sich aber ursprünglich an einem anderen Standort in Westerstede. Von der Krömerei folgt man nun nicht der Fußgängerzone, sondern biegt zunächst links in die Grüne Straße und dann rechts in die Gartenstraße ein. Linker Hand erreicht man das Ehemalige Gefängnis (Amtsschließerei). Die Amtsschließerei wurde 1831 mit zwei Zellen und einer Dienstwohnung gebaut. Der Name Amtsschließerei begründet sich damit, dass früher die Gerichtsbarkeit bei den Ämtern lag. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. reichten die zwei Zellen nicht mehr aus, und die Einsitzzeiten wurden von 7 auf 30 Tage erhöht, so dass angebaut werden musste – auf 6 Zellen. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Jugendkreativwerkstatt mit Malerei, Töpferei und Bastelwerkstätten. Außerdem unterhalten hier junge Leute ein Cafe. Nach Überquerung der Poststraße gelangt man zur Thalen- weide. Die Thalenweide war früher eine Viehweide mit den landwirtschaftlichen Gebäuden der Familie Thalen. 1913 erwarb die Gemeinde Westerstede dieses Areal. Hier sollte u. a. das Rathaus gebaut werden, aber es kam anders (siehe oben). Heute ist die Thalenweide der kleine „Stadtpark”, in dem u. a. eine 350 Jahre alte Eiche steht. Weiterhin hat die Westersteder Künstlerin Alice Peters hier ein Ehrenmahl für die Gefallenen der beiden Weltkriege gestaltet. Im Jahr 1933 wurde für die Wasserversorgung der Wasserturm auf der Thalenweide erbaut. Dieser ging 1967 außer Betrieb, nachdem der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband die Wasserversorgung übernommen hatte. Der Wasserturm wurde an einen Investor für eine symbolische Mark verkauft, und er baute den Turm zu einem achtgeschossigen Wohnturm mit Cafe um, der herrliche Ausblicke über die Ammerländer Landschaft bietet. Von hier geht es durch die Lange Straße zurück zum Marktplatz.

SCHAUEN

Alle vier Jahre verwandelt die größte Rhododendronschau Europas, die RHODO, die Innenstadt in ein ßlütenmeer mit zahlreichen Rhododendronsorten und Azaleen. Im Mai/Juni sollte man unbedingt den 70 ha großen Rhododendron-Waldpark besuchen, der mehrere hundert Sorten in einmaliger Farbenpracht zeigt. Auf dem Alten Markt finden alle zwei Jahre Freilichtspiele statt, bei denen plattdeutsche heimatgeschichtliche Aufführungen, aber auch Klassiker und Kinderstücke präsentiert werden. Im „Natur- und Erlebnisraum Südliches Westerstede” trifft man zu Fuß oder per Fahrrad auf zahlreiche Zeitzeugen der Geschichte, z. ß. auf dem Rad- und Wanderweg „Ritterweg” und auf dem Naturpadd Fikensol- terfeld, der durch typisch ammerländische Landschaften führt. Einen gemütlichen Ausflug kann man mit der Historischen Museumseisenbahn Ammerland-Saterland unternehmen. Draisinenfahrten von Westerstede nach Ocholt führen durch die herrliche Parklandschaft und machen viel Spaß (Fahrraddraisinen).

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