UELZEN

GESCHICHTE

Als Keimzelle der Stadt Uelzen kann ein um 973/74 im heutigen Oldenstadt gegründetes Kanonissenstift angesehen werden. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Ulishusun” im Jahr 1006. Kurz vor 1266 löste sich die Bürgerschaft aus dem Dienstverhältnis zum Bischof und gründete westlich des Klosters eine neue Siedlung (Uelzen), während der Klosterort als „tor olden stat” (Oldenstadt) bestehen blieb. 1270 erhielt Uelzen das Stadtrecht. Infolge des Lüneburger Erbfolgekrieges befestigte sich die Stadt mit Wall, Graben und Stadtmauer. 1347 wurde Uelzen erstmals als Mitglied der Hanse genannt. In den folgenden Jahrhunderten hatte Uelzen nicht nur unter den Folgen mehrerer Kriege (Hildesheimer Stiftsfehde 1519, Dreißigjähriger Krieg 1635, Siebenjähriger Krieg 1757) zu leiden, sondern wurde auch mehrfach von Pest- und Ruhrepidemien heimgesucht. 1527 wurde die Reformation durchgeführt. In den Jahren 1639 bis 1643 wurde die Stadt zum Schutz vor weiteren feindlichen Angriffen zu einer Festung mit Bastionen und Schanzen ausgebaut, doch bereits 1646 erlitt Uelzen durch einen Stadtbrand einen schweren Rückschlag und wurde zum unbedeuten-den Landstädtchen. 1788 schleifte man die Festungen und schüttete die Stadtgräben zu. Von 1810 bis 1813 kam Uelzen zum Königreich Westfalen. 1847 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1884 wurde Uelzen Kreisstadt des aus den Ämtern Oldenstadt und Medingen gebildeten Kreises, während Oldenstadt Amtssitz des preußischen Landrates wurde. Im Zweiten Weltkrieg fügten Bombenangriffe der Stadt schwere Zerstörungen zu, der Wiederaufbau erfolgte ab 1947 unter Beibehaltung des alten Stadtgrundrisses. Heute hat die Kreisstadt ca. 38000 Einwohner.

Fachwerkhäuser in Uelzen

Fachwerkhäuser in Uelzen

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Rundgang beginnt am Hundertwasser-Bahnhof, der für viele Uelzener und Besucher zu den schönsten Bahnhöfen der Welt gehört und am 25./ 26.11.2000 offiziell eröffnet wurde. Friedensreich Hundertwasser erlebte dieses Ereignis leider nicht mehr mit, er war am 19.2.2000 verstorben. Der Künstler fügte in das 1887 errichtete Bahnhofsgebäude für seine Architektur typische Elemente wie goldene Kugeln, farbige Säulen und die Glaskuppel auf dem Dach ein und lockerte es durch Emporen, Lichthöfe und Pflanzen sowie durch uneben verlegte Pflastersteine, fließende, unregelmäßige Formen und farbenprächtige Mosaike auf. Mit der Fotovoltaikanlage auf dem Bahnhofsdach und den Bahnsteigdächern sowie der Dachbegrünung eines War-tehäuschens verbindet die Anlage künstlerische Kreativität mit ökologischen Ansprüchen. Der Umwelt- und Kulturbahnhof beherbergt neben dem Reisezentrum der Deutschen Bahn verschiedene Läden und ein Restaurant. Man verlässt das markante Gebäude über den Frie- densreich-Hundertwasser-Platz und geht am ehemaligen Bahnpostamt, heute Veranstaltungsort für wechselnde Kunstausstellungen, entlang, bis eine rote Stele sowie rote Platten im Pflaster den Weg in die Stadt weisen. Auf der Kulturmeile der Bahnhofstraße passiert man nun Skulpturen verschiedener Künstler. Rechter Hand erblickt man das Kaiserliche Postamt von 1896, in dessen Giebel der preußische Adler als Mosaik dargestellt ist. Das moderne Post- und Telekomgebäude nebenan bildet einen interessanten Gegensatz dazu. Man überquert die Ringstraße, die dem Verlauf des historischen Stadt- grabens folgt. Links vor dem 1852 errichteten Fachwerkbau, in dem einst die erste Uelzener Bürgerschule untergebracht war, erstreckt sich ein freier Platz, der Uelzener Stadtgarten. Bald erreicht man die Fußgängerzone. An der Fassade der Sparkassen-Geschäftsstelle ist das „Historische Siegel der Stadt Uelzen” zu sehen, eine Kupferarbeit von KlasTilly aus dem Jahr 1979. Ein Stück weiter in Richtung Marktplatz fällt das 1647 errichtete Tuchmacherhaus vor allem durch seinen weinroten Anstrich, aber auch durch seinen reich verzierten Giebel und die regionaltypischen Utluchten auf. Daneben verdient die prächtige Fachwerkfassade der Ratsweinhandlung Beachtung. Das „ Nige Hus” wurde um 1500 im Auftrag des Rats der Stadt als Ratskeller und Tanzhaus erbaut, der im Keller Bier und Wein lagerte. Das Erdgeschoss und der Staffelgiebel an der Rückseite wurden beim Stadtbrand 1646 verschont. Die reich geschmückte Renaissancefassade und das Obergeschoss wurden im Zuge des Wiederaufbaus bereits ein Jahr später errichtet. Man sollte unbedingt auch die Balkeninschriften mit tiefsinnigen Sprüchen lesen, beispielsweise „Die Trunkenbolden werden das Reich Gottes nicht ererben.” Durch den Arkadengang des Alten Rathauses gelangt man zur zentralen Kreuzung der Stadt, an der drei große Marktstraßen Zusammentreffen. In der nach links abzweigenden Lüneburger Straße sollte man einen Blick auf eine gut erhaltene Fachwerkzeile werfen, die in der Zeit des Wiederaufbaus nach 1646 entstand. Das Alte Rathaus, an dessen Eingangsfront man nun entlanggeht, ist ein im Kern gotischer Backsteinbau, der 1789/90 in spätbarocken Formen umgestaltet wurde. Über dem klassizistischen Portal sind vergoldete Lettern angebracht, die an die Verleihung der Stadtrechte 1270 erinnern. An der Rathaus-Südseite ehrt ein 1970 von Georg Münchbach geschaffenes Bronzerelief den Komponisten Friedrich Kuhlau, der 1786 in Uelzen geboren wurde und 1832 als „dänischer Hofkompositeur” verstarb. Bevor man zum Uhlenköperdenkmal weitergeht, sollte man unbedingt einen Blick auf die Dachtraufe des Hohen Chores der St.-Marien-Kirche werfen. Der einzigartige Fries aus glasierten Terrakottafiguren stellt eine Marienkrönung zwischen Heiligenfigu- ren und Engeln dar. Das Uhlenköperdenkmal bezieht sich auf die Geschichte des „Uhlenköpers”, der die Eulen im Sack kaufte. Die Bronzeskulptur wurde im Jahr 1967 vom Möllner Bildhauer Karlheiz Goedtke geschaffen. Es soll Glück bringen, das blanke Geldstück zu berühren! Der Rundgang führt nun weiter über den Kirchplatz, den Schauplatz des traditionellen Uelzener Weinmarkts. Man passiert die Herzog-Ernst-Eiche, die 1897 zum Gedenken an Ernst den Bekenner gepflanzt wurde. Der in Uelzen geborene Herzog führte im Fürstentum Lüneburg die Reformation ein. Die Propstei wurde im 15. Jh. mit einem Backsteingiebel versehen, dessen glasierte Backsteine in der Sonne leuchten. Linker Hand erblickt man Reste der einst über 1,3 km langen Stadtmauer. Gegenüber der Propstei erhebt sich die St.-Marien-Kirche mit der 1350 gestifteten Ellerndorfkapelle. Das imposante Gotteshaus entstand in drei Bauabschnitten zwischen dem 13. und 14. Jh. Die Weihe und die Erhebung zur Pfarrkirche erfolgten bereits 1292. Im Eingangsbereich unter dem 82 m hohen Kirchturm ist in einer Wandnische das Wahrzeichen der Stadt zu sehen, das „Goldene Schiff”.

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