NORTHEIM 4

Im Zwickel links über dem großen Torbogen erblickt man ein nicht allzu häufig überkommenes Beispiel einer Hausmarke. Durchnummerierte Straßen waren früher unbekannt, Häuser samt Ausstattung trugen vielmehr eine Marke und einen oft damit in Verbindung stehenden Namen. Die auf einem Brüstungsbrett des Obergeschosses zu lesende Inschrift ist memento mori und carpe diem zugleich – diesseitiger Lebensgenuss ist in Anbetracht menschlicher Vergänglichkeit moderat zu halten! 1566, dem angegebenen Erbauungsjahr, war eine solche Einstellung gut nachzuvollziehen, war doch wieder einmal ein Tod und Verderben bringender Pestzug über die Stadt hereingebrochen. Der Besucher gelangt nunmehr über die Kirchstraße zur Northeimer Stadtpfarrkirche St. Sixti. Sie hatte mit dem Wachstum von Siedlung und Einwohnerschaft stetig Schritt gehalten; ein romanischer, basilikaler Vorgängerbau wurde von den Bürgern mit Ausnahme des Turmuntergeschosses durch eine spätgotische Hallenkirche ersetzt. Ausstattungsstücke dieser Zeit sind trotz einschneidender, teilweise verlustreicher Renovierungsmaßnahmen Mitte des 19. Jh. in großer Zahl erhalten: Sakramentshäuschen,Taufbecken, mittelalterliche Bildverglasung und drei Altarretabei erfordern detailliertes Hinsehen des interessierten Besuchers! Von geradezu außerordentlicher Größe (und Klangwucht) erhebt sich im Westen die Gloger-Orgel, ab 1721 gebaut, die in weißgoldener Schönheit des Prospektes diese Königin der Instrumente zeigt. Ein besonderer Reichtum an Gewölbeschlusssteinen ist auch hier zu bewundern, Schmuckbedürfnis und Glaubenszuversicht gleichermaßen abbildend. Für die Besichtigung dieser Kunstschätze sollte man sich viel Zeit nehmen. Nach Verlassen der Kirche kann von erhöhtem Standpunkt aus, hinaufgestiegen in Richtung des heutzutage parkartig angelegten Befestigungsringes, eine Besonderheit des Glockenturmes wahrgenom- men werden. Der schiefergedeckte Turmhelm ist in völliger Symmetrie im Uhrzeigersinn verschraubt. Die Ursache dieses Phänomens ist nicht abschließend geklärt. Nur geringe Entfernung ist zu überwinden, ehe sich vor dem staunenden Auge eine faszinierende Aussicht auftut. Das „Theater der Nacht”, eine phantastische Architektur über höchst profanem Kern, istanthropomorphes (zwei Nasen!) und Drachenwesen in einem. Tatsächlich beherbergt es einen gestirnten Theatersaal, Cafe und Werkstätten unter seinem Drachendach, vom Abluftschwein gar nicht zu reden…! Wer hier nicht ins Schwärmen gerät! Entlang des an den Theaterbau anschließenden Mauerabschnittes kann man nun zum Oberen Tor schlendern. Direkt außerhalb des Stadtkerns erhebt sich nach Durchschreiten der ehemaligen Torgasse ein wuchtiger Bollwerksturm. Eine längst leere Nische wird von zwei Wappentafeln flankiert; jene zur Linken zeigt die welfischen Löwen (heraldisch eigentlich Leoparden), während die rechte mit dem Northeimer „N” belegt ist und sich devot verneigt: Northeim hatte beileibe nicht den Status einer unabhängigen Reichsstadt, sondern verblieb unter herrschaftlichem Zugriff der Herzoge von Braunschweig-Lüneburg bzw. der Kurfürsten und späteren Könige von Hannover. Zinnenkranz und Kegeldach sind ro- mantisierende Ergänzungen des 19. Jh., als der Turm in den Gebäudekomplex und Betrieb der Northeimer Brauerei integriert wurde. Der bauliche Restbestand wird heute als Jugend- und Kulturzentrum genutzt. Durch die Breite Straße kehrt man anschließend zum Ausgangspunkt des Rundgangs am Münsterplatz zurück.

Northeimer Seenplatte

Northeimer Seenplatte

SCHAUEN

Die Northeimer Seenplatte ist die größte künstliche Seenplatte Europas und bietet ein schönes Strandbad und attraktive Wassersportmöglichkeiten (Segeln, Surfen, Tauchen, Angeln, Bootsverleih), Besonders geschützte Seenbereiche erfreuen sich größter Beliebtheit bei Vogelfreunden. In der Umgebung von Northeim gibt es zahlreiche Burgen und Ruinen. Besonders sehenswert sind die zu weiten Teilen erhaltene Burg Plesse, die einen traumhaften Ausblick über das Leinetal bietet, und das Welfenschloss Herzberg am Harz, das hoch über der Stadt thront und heute u. a. ein Zinnfigurenmuseum und eine Ausstellung zu Forstwirtschaft und Bergbau beherbergt. In Fredelsloh kommen Freunde des Kunsthandwerks voll auf ihre Kosten und können sich hier an Keramikgegenständen, Glas- und Korbwaren, Bildern sowie Gold- und Silberschmuck erfreuen. Eine Besichtigung lohnt auch die dortige romanische Klosterkirche. Mit dem berühmten Nationalpark Harz und dem malerischen Eichsfeld liegen zwei reizvolle Naturgebiete vor den Toren von Northeim.

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