MEPPEN

GESCHICHTE

Die Ursprünge von „meppium” (= an den Mündungen) reichen bis in das 8. Jh. zurück. Um 780 ließ Karl der Große im Zuge der Sachsenmissionierung neben dem bereits bestehenden Hof Meppen eine Taufkirche bauen. 834 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. 945/46 erhielt Meppen das Münz-, Markt- und Zollrecht. Mit der Erhebung zur Stadt 1360 durfte eine Befestigung mit Wall und Graben errichtet werden. Bereits für 1383 sind Stadtsiegel, Gilden und Ratsverfassung belegt. Die 1532 bis 1553 durchgeführte Reformation wurde 1612 zurückgenommen, Meppen wieder katholisch. 1762 wurde die Festung geschleift. Zwischen 1775 und 1803 erlebten Handel und Gewerbe eine Blütezeit, insbesondere durch den Anbau, die Verarbeitung und den Versand der Zichorie, eines Kaffeeersatzproduktes, und den Betrieb von Seifensiedereien. Nach dem Beschluss der Reichsdeputation 1803 wurde Meppen zur Landeshauptstadt der Grafschaft Meppen. 1810 bis 1813 gehörte die Stadt als Sitz einer kaiserlich-französischen Unterpräfektur zu Frankreich. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde das Emsland dem Königreich Hannover zugeschlagen, unter dessen Oberhoheit 1826 das Herzogtum Arenberg-Meppen mit Meppen als Hauptstadt eingerichtet wurde. Deutliche Verbesserungen in der Infrastruktur brachten der Bau des Hanekenkanals (1827-1835) und des Dortmund- Ems-Kanals (1892-1899) sowie der Eisenbahnanschluss (1856). 1866 wurde das Königreich Hannover mit dem Königreich Preußen vereinigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Emsland zum neu gegründeten Bundesland Niedersachsen. 1946 suchte die letzte große Hochwasserkatastrophe mit mehreren Deichbrüchen rund um Meppen das Emsland heim. In den 1970er-Jahren vergrößerten Gebietsreformen und Eingemeindungen das Stadtgebiet und die Einwohnerzahl stetig. Seit 1977 ist Meppen Kreisstadt des Landkreises Emsland und heute ein lebendiges Mittelzentrum mit ca. 35 000 Einwohnern.

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Meppen von oben

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Ausgangspunkt des Rundganges ist das Rathaus, mit dessen Bau im Jahr 1408 begonnen wurde. Das schmale Untergeschoss wurde aus mächtigen Findlingen errichtet und ein erstes Geschoss aufgesetzt. Den Rathaussaal im ersten Stock erreichte man von außen über eine hölzerne Wendeltreppe. 1605 wurde der Bau um zwei weitere Geschosse aufgestockt. Um die Grundfläche dieser Stockwerke zu vergrößern, wurden sie vorgezogen und auf vier Säulen gesetzt. Diese sind durch Rundbogen miteinander verbunden, wodurch eine offene Laube entstand.

Über dem mittleren Bogen dieser Gerichtslaube stellt ein Relief das Urteil Salomos dar, das die Richter wohl zu ebenso weisen Urteilen ermahnen soll. Der Ratssaal bildet heute den stimmungsvollen Rahmen für standesamtliche Trauungen. Neben dem Rathaus ließ der Arzt Nikolaus Vagedes im Jahr 1816 das Stadthaus errichten. Die Schnitzereien der Supraporte mit den Symbolen der ärztlichen Arbeit – Leben und Tod, Licht und Stundenglas – und der Seitenteile des Portals imitieren täuschend echt zeitgenössische Sandsteinarbeiten. Ab 1936 nutzte die Stadtverwaltung das Gebäude und es wurden seitlich und rückwärtig mehrere Anbauten angefügt. Im Treppenhaus des alten Gebäudes sind beachtenswerte Gemälde aus dem Besitz der Eierzöge von Arenberg und eine qualitätsvolle Kopie des berühmten Gemäldes „Die Gesandten” von Elans Elolbein d. J. aus dem Jahr 1533 zu sehen. Außerdem finden hier regelmäßig Ausstellungen statt. Vom Markt überquert man die Hinterstraße und gelangt zum Nagelshof. Eher erinnert eine 1996 in der Nähe der 1938 zerstörten Synagoge errichtete Gedenkstätte an die während des NS- Regimes verfolgten und ermordeten jüdischen Bürger der Stadt. Linker Hand ist die Nachbildung eines Teils der Thoradekoration zu sehen. Die Vorlage, ein Originalbruchstück, wurde unter Lebensgefahr aus den Trümmern der Sy-nagoge gerettet und wird heute in den USA aufbewahrt. Innerhalb des Davidsterns auf der rechten Seite werden die Namen der jüdischen Familien genannt, die zwischen 1933 und 1945 in Meppen lebten. Vom Nagelshof kehrt man zurück zur Hinterstraße und folgt dieser kurz nach rechts zum Dom-hof. Die Ursprünge der Propsteikirche St. Vitus gehen zurück auf die um 780 zur Zeit Karls des Großen erbaute kleine Taufkirche und eine später errichtete Basilika. Neu- und Umbauten wurden 1225, 1463 und 1870 durchgeführt. Im letztgenannten Jahr wurde auch das neue dreitürige Westportal im neugotischen Stil geschaffen.

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