MEPPEN 2

Gymnasialkirche

Gymnasialkirche

Das alte romanische Nordportal am ehemaligen Kirchhof ist hinter der Kreuzigungsgruppe erkennbar. Der verhältnismäßig niedrige Turm mit seinem Faltdach ersetzte die im April 1945 zerstörte Turmspitze, die einst die Bäume auf dem Wall überragte und so die Silhouette der Stadt prägte. Besondere Beachtung verdient im Chorraum der imposante neugotische Flügelaltar, den der „Petroleumkönig” Wilhelm Anton Riedemann, Erfinder der modernen Tankschiffe und Mitbegründer der heutigen Firma Esso, stiftete. Seit März 1992 erklingt in der Kirche eine neue Hillebrand-Orgel. Der Domhof geht über in die Gymnasialstraße. In dem kleinen Park zwischen der Residenz und der Gymnasialkirche erinnert das Windthorst-Denkmal an Ludwig Windthorst (1812-1891), Führerder Zentrumspartei und Mep- pener Abgeordneter im deutschen Reichstag unter Reichskanzler Bismarck, dessen schärfster Kontrahent er im Kulturkampf war. Die Statue wurde vom Bildhauer Heinrich Pohlmann geschaffen und von W. und P. Gladenbeck in Friedrichshagen in Bronzeguss ausgeführt. Die Jesuitenresidenz wurde 1726-1729 unter dem Superior Franz Kemper als für damalige Verhältnisse äußerst stattliches Gebäude errichtet. Die Jesuiten waren 1613 zur Einleitung der Gegenreformation nach Meppen gekommen. Der erste Superior, Pater Nikolaus Krebs, legte 1642 den Grundstein für das Gymnasium. Fleute gehört die Residenz zum Windthorst-Gymnasium. Das ehemalige Refektorium mit prächtigem Barockkamin und Stuckdecke dient dem Rektor als Büro. Neben der Residenz erhebt sich die Gymnasialkirche, die 1743/46 im Stil des Spätbarock und Frührokoko für das Gymnasium erbaut wurde. Die blau-weiß und rosa bemalten Säulen und Pfeiler im Chor bestehen aus Eichenholz. Die beiden Seitenaltäre stammen vom berühmten Baumeister Johann Conrad Schlaun, der auch beim Bau von Schloss Au- gustusburg in Brühl bei Köln sowie bei der Errichtung des Schlosses zu Münster und des Jagdschlosses Clemenswerth mitwirkte. Zwei Gemälde von Caspar de Crayer, einem Freund und Schüler Rubens’, schmücken den Chor. Besondere Beachtung verdienen auch die Holzschnitzereien von Jöl- lemann im Chorgestühl und in der Chorbalustrade sowie an der Kanzel, der Pieta, der Orgelbalustrade und den Beichtstühlen. Die Stuckdecke wurde von Josef Geitner aus Tirol kunstvoll gestaltet. Der Jesuitengang führt nun zum Stadtwall. Die Erhebung zur Stadt 1360 beinhaltete für Meppen auch das Recht zur Befestigung mit Wall und Graben. Die damals errichteten Anlagen wurden in den folgenden Jahrhunderten, den jeweiligen Anforderungen entsprechend, immer wieder aus- und umgebaut. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges bestand die Festung als rechteckige Struktur mit schmalen, von einem Graben umgebenen Wallanlagen und einer Vorburg, der Paulsburg, im Osten der Hasebrücke. Der zuletzt sternförmige Grundriss der Bastionärfestung ist heute noch rund um die Altstadt nachvollziehbar. Der Verteidigungswall wurde 1762 geschleift, während der ehemalige Gegenwall, die sog. „Contrescarpe”, mit seinen jahrhundertealten Bäumen zunächst als Hochwasserschutz erhalten wurde und heute als denkmalgeschützte Grünanlage zu Spaziergängen einlädt. Schräg gegenüber erblickt man auf der Landzunge zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Hase die Höltingmühle. Die vermutlich 1639 errichtete Mühle wurde vom Hölting-Bürger- schützenverein einem Müller im friesischen Bockhorn abgekauft, in Eigenarbeit von den Vereinsmitgliedern abgebaut, verschifft und 1959/60 an ihrem heutigen Standort wieder aufgebaut. Mühlenführungen, auch mit Kaffee und Kuchen, können unter der Telefonnummer 05931/7177 gebucht werden. Man folgt nun dem Verlauf des Stadtwalls zum Zeughaus, das anstelle der Paulsburg 1752 im Auftrag von Kurfürst Clemens August hier errichtet wurde und den in der Festung Diensttuenden Soldaten als Lager für Munition, Waffen, Uniformen und Kriegsgerät diente. Im 19. Jh. befanden sich hier eine Zichoriendarre und eine Seifensiederei der Firma Frye, bevor das Haus mehrfach umgebaut wurde. Fleute befindet sich das Zeughaus in Privatbesitz. In direkter Nachbarschaft steht das Stadtmuseum (Arenbergische Rentei). Der klassizistische Repräsentationsbau wurde im Auftrag des Meppener Kaufmanns Ferdinand Frye 1805 vom Architekten August Reinking errichtet. 1835 erwarb die Herzoglich-Arenbergische Domänenkammer das Haus und richtete hier Amts- und Wohnsitz des Rentmeisters ein. Der Heimatverein schuf schließlich ein sehenswertes Stadtmuseum mit umfassenden Sammlungen und interessanten Exponaten, beispielsweise selbst gefertigten Modellen eines germanischen Gehöftes, der Paulsburg und der Festung von 1760, das die Entwicklung der Stadt von der ersten Besiedlung bis in das 19. Jh. hinein dokumentiert. Nach dem Museumsbesuch geht man auf der Obergerichtsstraße bis zur großen Kreuzung und dann links weiter auf der Emsstraße. Rechter Hand fällt das 1809 für den herzoglich-aren- bergischen Kammerrat Heyl erbaute Heyl’sche Haus auf. Unter französischer Herrschaft in den Jahren 1810 bis 1813 übte Heyl das Amt des Präfekten aus, woher die gelegentliche Bezeichnung des Gebäudes als Präfektur rührt. Das Heyl’sche Haus wurde vom Architekten August Reinking entworfen. Im Inneren schmücken klassizistische Stückarbeiten das Decken-oval sowie die Nischen und Supraporte über der Balkontür. Der Saal hat eigentlich einen viereckigen Grundriss, aber durch die raffinierte architektonische Gestaltung entsteht ein ovaler Eindruck. Das Heyl’sche Haus ist heute in ein in den 1970er-Jahren errichtetes Bankgebäude eingebunden. Der westliche Anbau der Bank aus dem Jahr 1998 wurde dem Stil des historischen Gebäudes angepasst. Zum Abschluss des Rundgangs kann man nun einen Bummel durch die Fußgängerzone unternehmen und kehrt so zum Ausgangspunkt zurück. Am Markt erinnert die Gedenktafel Wilhelm Anton Riedemann an das Geburtshaus des Meppener Ehrenbürgers.

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