GOSLAR 2

Eine reizvolle Verbindung zwischen den beiden Bereichen stellt das Miniatur-Musikinstrumentenmuseum her, das als kleinstes seiner Art sogar im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet ist. Folgt man nun dem Klapperhagen nach links, kommt man zur letzten noch erhaltenen Goslarer Mühle.

Die Lohmühle wurde im frühen 16. Jh. errichtet und wurde zuletzt als Zement- und Lohmühle betrieben. Im Westflügel sind große Teile der historischen Antriebstechnik und des Stampfwerkes zu sehen. Aus Baumrinde, der „Lohe”, wurde hier Säure gewonnen, die wiederum für die Gerberei genutzt wurde, Besichtigungen sind über das Goslarer Museum zu vereinbaren bzw. im Rahmen von Stadtführungen möglich. Durch den Klapperhagen geht man bis zur Kreuzung mit der Königstraße. Rechter Hand an der Ecke lohnt das Goslarer Museum einen Besuch. In einer 1514 errichteten Stiftskurie werden umfangreiche Sammlungen zur Geschichte und Kunstgeschichte Goslars und zur Geologie und Mineralogie der Region gezeigt. Besonders erwähnenswerte Exponate sind der be- rühmte Krodo-Altar aus dem frühen 12. Jh„ das Goslarer Evangeliar aus dem 13. Jh., eine Münzsammlung mit über 1000 Goslarer Prägungen, die „Bergkanne” von 1477 und das Original des Goslarer Brunnen-adlers aus dem 14. Jh. Auch der Alltag der städtischen Bürger in 10 Jahrhunderten wird beleuchtet. Nach der Besichtigung des Goslarer Museums kehrt man durch den Klapperhagen zurück zum Hohen Weg und erreicht das Große Heilige Kreuz. Das 1254 gegründete Hospital widmete sich der Armenfürsorge und bot nicht nur bedürftigen und gebrechlichen Menschen sowie Waisen, sondern auch Pilgern und anderen Durchreisenden eine Unterkunft mit Verpflegung. In einem Seitenflügel sind heute moderne Altenwohnungen untergebracht. In den kleinen „Pfründnerstübchen” kann man Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken und ihre schönen Produkte erwerben. Der Hohe Weg führt direkt zum Domplatz mit der Domvorhalle. Im 11. Jh. ließ Heinrich III. am Fuße der Kaiserpfalz die Stiftskirche St. Simon und Judas errichten, die als Muster für viele romanische Kirchen diente und zahlreiche Reichsbischöfe und Berater am königlichen Hof hervorbrachte. Nachdem das Gotteshaus baufällig geworden war, wurde es bis auf die Eingangshalle abgerissen. Vom Domplatz lohnt sich ein Abstecher durch die Wallstraße zu den ehemaligen Wallanlagen. Zusätzlich zur Stadtmauer schützten ein innerer Graben, ein hoher, steiler Wall, ein äußerer Graben, der zum Teil mit Wasser geflutet werden konnte, und die Feldmauer die Stadt. Da die Anlagen den Angriffen moderner Waffen nicht mehr standhalten konnten, wurden sie im späten 18. Jh. eingeebnet und als Gartengrundstücke an Goslarer Bürger verkauft. Zwischen Wallstraße und St. Annenhöhe blieben die Wallanlagen als beliebtes Erholungsgebiet erhalten. In diesem Abschnitt beeindruckt der 1517 errichtete Zwinger, der mit bis zu 6,50 Meter starken Mauern und einem Außendurchmesser von ca. 25 Metern zu den mächtigsten zeitgenössischen Festungsbauten gehörte. Mit diesen Ausmaßen fasziniert der Zwinger seine Betrachter auch heute noch, obwohl 1857 das hohe Kegeldach abgenommen wurde. Heute ist hier neben einem Restaurant und Ferienwohnungen ein privat geführtes Museum des späten Mittelalters untergebracht. Ein unvergessliches Erlebnis für kleine Besucher sind die Kindergeburtstage mit Ritterschlag. Nach einem Spaziergang entlang der Teiche und Grünanlagen kehrt man zurück zum Domplatz. Die benachbarte Kaiserpfalz wurde zwischen 1040 und 1050 ebenfalls unter Heinrich III. erbaut und war über 200 Jahre Schauplatz bedeutender Reichs- und Hoftage, die die deutsche und europäische Geschichte entscheidend beeinflussten. Im Süden schließt sich die Pfalzkapelle St. Ulrich an. Unter einer mit der Darstellung Heinrichs III. geschmückten Grabplatte ruht das Herz des 1056 verstorbenen Kaisers, während sein Leichnam nach Speyer überführt wurde. Im späten 19. Jh. wurden beide Gebäude einer umfangreichen Restaurierung unterzogen und dabei der Saal des Kaiserhauses durch den Historienmaler H. Wislicenus ausgemalt. In der Kaiserpfalz dokumentiert eine umfangreiche Ausstellung die Geschichte des Wanderkaisertums. Über den Liebfrauenberg und die Obere Mühlenstraße erreicht man das Haus des Glocken- und Erzgießers Magnus Karsten, Zur Börse. Das Renaissance- Fachwerkhaus von 1573 ist mit Sonnenrosenornamenten und Spruchschwellen geschmückt und beherbergt heute ein Hotel und Restaurant. In der gegenüber beginnenden Schreiberstraße steht das Siemenshaus. Das 1693 errichtete Stammhaus der Industriellenfamilie Siemens zählt zu den größten und besterhaltenen Bürgerhäusern der Stadt. Das barocke Patrizierhaus mit malerischem Innenhof diente nicht nur als Wohnsitz, sondern auch als Betriebsgebäude mit großer Toreinfahrt, gepflasterter Durchfahrt und viel Speicherraum im mehrgeschossigen Dachboden sowie in den Anbauten. Vom Siemenshaus ist es durch die Bergstraße und die Fleischscharren nicht mehr weit zurück zum Ausgangspunkt des Rundgangs am Marktplatz.

Weihnachtsmarkt in Goslar

Weihnachtsmarkt in Goslar

SCHAUEN

In Goslar lohnen weitere Kirchen und Kapellen wie die Neuwerkkirche oder die St. Annenkapelle einen Besuch. Für Freunde moderner Kunst sollte das Mönchehaus Museum ebenfalls auf dem Besichtigungsplan stehen. Das UNESCO Weltkulturerbe Rammeisberg kann man auf verschiedenen Führungen durch das ehemalige Bergwerk erkunden und dabei Kultur- und Bergbaugeschichte hautnah erleben. Am Rammeisberg bietet der im 14. Jh. erbaute Maltermeisterturm mit Ausflugsgaststätte herrliche Ausblicke über Goslar und ist Ausgangspunkt schöner Wanderwege. Der Okerstausee ist eine der größten Talsperren im Harz, der natürlich auch mit seinem höchsten Berg, dem sagenumwobenen Brocken (1142 m) zahlreiche Urlaubsgäste und Ausflügler anlockt.

Tourist-Information/Goslar marketing gmbh, Markt 7, 38640 Goslar, Tel: 05321/78060, Fax: 05321/780644, E-Mail: tourist-information@goslar.de, Internet: www.goslar.de

SCHLEMMEN UND SCHLAFEN

Der Achtermann Hotel und Altdeutsche Stuben 4-Sterne-Hotel mit 500-jähriger Tradition, direkt in der historischen Altstadt. Individuell eingerichtete Zimmer, großer Wellnessbereich. Das Restaurant in der Burganlage bietet in geschmackvollem Ambiente regionale und internationale Gerichte. Cafe-Bistro, Hotelbar, Gruppenangebote. Rosentorstr. 20, 38640 Goslar, Tel: 05321/70000, Fax: 05321/7000999

Der Andechser im Ratskeller Im historischen Kreuzgewölbe des Rathauses werden dem Gast Speisen und Getränke nach bayerisch-klösterlicher Art serviert. Vom Biergarten kann man das Glockenspiel beobachten. Markt 1, 38640 Goslar, Tel: 05321/392090, Fax: 05321/392093

Hotel Kaiserworth und Restaurant Die Worth Prachtvolles, 500 Jahre altes Gebäude in der historischen Altstadt. Vielfältige kulinarische Köstlichkeiten erwarten den Gast im stilvoll eingerichteten Restaurant. Markt 3, 38640 Goslar, Tel: 05321/7090, Fax: 05321/709345

Hotel Niedersächsischer Hof Im Fierzen der Kaiserstadt, gegenüber dem Bahnhofsplatz, liegt dieses renovierte Hotel mit 63 Komfortzimmern. Im Restaurant gibt es internationale Spezialitäten und regionale Gerichte. Klubgartenstraße 1-2,38640 Goslar, Tel: 05321/3160, Fax: 05321/316444 Ramada Hotel Bären Verkehrsgünstig am grünen Stadtrand von Goslar gelegenes Hotel mit 165 komfortablen Zimmern der Kategorien Standard, Superior und De Luxe. Krugwiese 11a, 38640 Goslar, Tel: 05321/7820, Fax: 05321/782304

Für mehr Infos: Schleswigholstein Reiseführer | Rundreise durch Vietnam | V’Spirit cruise | Mekong Delta 3 tage | excursion Ninh Binh 2 jours | Vietnam Laos Cambodge 18 jours | Excursion au Vietnam | voyage vietnam 3 semaines

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