GIFHORN

Das idyllische Mühlenstädtchen in der Südheide liegt im Mündungswinkel der Flüsse Aller und Ise und erlangte einst große Bedeutung als Knotenpunkt der Salzstraße und der Kornstraße. Der historische Stadtkern wird geprägt von schönen Fachwerkhäusern.

ANFAHRT

■ A 2 Hannover – Magdeburg. ■ ß 4 von Braunschweig bzw. Uelzen.
■ B 188 von Hannover bzw. Wolfsburg. ■ Bahnhof mit RE-Anschluss.

GESCHICHTE

Gifhorn wurde 1196/97 erstmals urkundlich erwähnt und erlebte im Mittelalter eine Blütezeit als Zoll- und Brückenort am Ise-Übergang im Schutze einer Burg, geprägt von Mühlen- und Handwerksbetrieben. Nach der Erwähnung als „oppidum” (befestigter Ort) im Jahre 1332 wurde Gifhorn 1364 als Ort mit Weichbildrecht genannt, der eine Verwaltung mit Bürgermeister und Rat, das Marktrecht und die niedere Gerichtsbarkeit besaß. Während der Hildesheimer Stiftsfehde von 1519 wurde Gifhorn fast völlig zerstört. Unter Herzog Franz von Gifhorn (reg. 1539-1549), erlebte die Stadt eine Phase des Wiederaufbaus und erhielt 1547 eine Städteverfassung. Unter dem Dreißigjährigen Krieg und dem Siebenjährigen Krieg hatte Gifhorn ebenso zu leiden wie unter den Folgen zweier schwerer Stadtbrände 1669 und 1725, wurde jedoch mit teils neuem Gesicht wieder aufgebaut. 1852 erhielt Gifhorn das Stadtrecht und wurde 1885 Kreisstadt des gleichnamigen Kreises. Die Industrialisierung vollzog sich vor allem auf der Grundlage der enormen Torfvorkommen im Gifhor- ner Moor und die Stadt erlebte, unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg und die Inflation, bis zum Zweiten Weltkrieg einen wirtschaftlichen Aufschwung. In der Nachkriegszeit wuchs die Einwohnerzahl durch den Zustrom von Vertriebenen und Flüchtlingen, was sich in den 1970er-Jahren durch Eingemeindungen fortsetzte. Durch die deutschdeutsche Teilung lag Gifhorn jahrzehntelang am Rand der BRD und rückte durch die politischen Veränderungen Ende der 1980er-Jahre wieder ins Zentrum Deutschlands.

gifhorn-windmühlen

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Rundgang beginnt am Marktplatz, der umgeben ist von zahlreichen historischen Gebäuden. Im modernen Rathaus ist das Informationsbüro der Südheide Gifhorn GmbH untergebracht. Eine Ladenpassage lädt zu einem Bummel ein. Rechts zweigt die Straße Cardenap ab. Beim Eckhaus (Hs. Nr. 1 -3) handelt es sich um das Alte Rathaus mit dem Ratsweinkeller. In dem 1562 errichteten Gebäude mit reicher Holzschnitzornamentik befindet sich heute ein Restaurant. Auf der gegenüberliegen- den Marktplatzseite beginnt der Steinweg. Hs. Nr. 2, das Höfersche Haus, wurde 1570 als Kauf- und Handelshaus erbaut. Über dem Eingang ist ein Spruch aus dem Psalm 71, ein Gebet um Schutz und Errettung, eingeschnitzt. Benannt ist das Haus nach einem Geschäftsmann, der im Beklei- dungs- und Schuhhandel tätig war. Das Gebäude befindet sich heute noch in Familienbesitz und beherbergt ein Schuhgeschäft. Gegenüber erhebt sich die St. Nicolai-Kirche. Das in den Jahren 1733 bis 1744 im protestantischen Barock erbaute Gotteshaus ist dem Schutzheiligen der Kaufleute und Fernfahrer, dem Heiligen Nikolaus, geweiht. Da Gifhorn an wichtigen Handelswegen lag, besuchten wahrscheinlich viele Händler und Fuhrleute die Kirche bei ihrer Rast in der Stadt. Zur sehenswerten Innenausstattung gehören u. a. der reich verzierte Kanzelaltar und die berühmte Christian- Vater-Orgel aus dem Jahr 1748. Auf der gleichen Straßenseite, zwei Häuser weiter, erreicht man das Kavalierhaus (Steinweg 3). Herzog Franz ließ das Gebäude 1546 errichten, da die Schlossgemächer nicht immer genügend Platz zur Unterbringung auswärtiger Gäste boten. Bauherr war Caspar von Leipzig, 1539 bis 1543 Schlosshauptmann und ab 1543 Marschall und leitender Beamter am Hof von Herzog Franz. Seit die letzte Bewohnerin Anfang der 1990er-Jahre auszog, ist im Kavalierhaus ein Museum für Wohnkultur untergebracht. An der Einrichtung, die von der Jahrhundertwende bis in die 1960er-Jahre reicht, wurde nichts verändert. Eine Besichtigung ist nur in einer begrenzten Gruppengröße und nach vorheriger telefonischer Anmeldung (Tel: 05371/88175) möglich. Nun geht man links vom Kavalierhaus die Gasse mit dem Namen Kavalierstweete entlang, überquert an der Fußgängerampel die Konrad-Adenau- er-Straße und folgt dem Fußweg geradeaus zum Welfenschloss. Herzog Ernst der Bekenner beauftragte den Baumeister Michael Cläre mit dem Bau, der von 1525 bis 1581 dauerte. Die einzelnen Schlossbauten wurden mit modernen Befestigungsanlagen versehen. Herzog Franz lebte während seiner Regentschaft 1539 bis 1549 im Schloss und erweiterte es beträchtlich. In seine Zeit fiel auch die Fertigstellung der Schlosskapelle (1547) im Stil der frühen Renaissance mit spätgotischen Stilelementen, die eine der ersten protestantischen Sakralbauten Deutschlands war. Herzog Franz fand dort in einem schlichten Sarkophag seine letzte Ruhestätte.

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