EINBECK

„Der beste Trank, den einer kennt, der wird Einbecker Bier genennt.”- so lobte Martin Luther schon 1521 das berühmte Einbecker Erzeugnis. Heute fasziniert die „wundersame Stadt” (Goethe) durch zahlreiche Fachwerk- und Bürgerhäuser und die historischen Wehr- und Wallanlagen.

ANFAHRT

■ A 7 Kassel – Hannover, Ausfahrt Northeim-Nord. ■ B 64 aus Richtung Holzminden. ■ B 3 von Alfeld. ■ Bahnstationen Einbeck-Salzderhelden, Einbeck-Mitte und Kreiensen mit Busanschluss.

GESCHICHTE

Die Ursprünge der Stadt reichen zurück bis in das 11. Jh., als rund um einen kirchlichen Kern eine bürgerliche Siedlung wuchs. Um 1240 erhielt Einbeck Stadtrechte und erwarb weitere bedeutende Privilegien wie das Münzrecht, die Gerichtsbarkeit und das Recht, mit der Hanse Verträge zu schließen. Zehn Jahre später wurde die erste Gesamtbefestigung aus Wall und Graben fertig gestellt, der Bau der Stadtmauer begann. Im 14. bis 16. Jh. erlebte Einbeck eine Blütezeit, vor allem durch den erfolgreichen Handel mit den örtlichen Brauereierzeugnissen. Zwei Brände zer-störten 1540 und 1549 die gesamte Stadt mit Ausnahme der Befestigungsanlagen und der Kirchen. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verlor Einbeck drastisch an Bedeutung, das Landstädtchen stand in enger landesherrlicher Abhängigkeit. Auch unter dem Siebenjährigen Krieg hatte Einbeck zu leiden, erholte sich Ende des 18. Jh. jedoch wieder. Wohlstand brachten das blühende Textilgewerbe, aber auch Tapetenfabriken, eine Zuckerfabrik und weiterhin das Braugewerbe. Aus dem Ende des 19. Jh. von August Stukenbrok gegründeten, ersten deutschen Versandhaus entwickelte sich eine bedeutende Fahrradindustrie, die bis Mitte der 1990er-Jahre bestand. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den die Stadt unbeschadet überstand, siedelten sich weitere Industrieunternehmen an. Durch Städtepartnerschaften ist Einbeck mit Artern (Thüringen), Patschkau (Polen), Thiais (Frankreich) und Keene (USA) verbunden.

Das Alte Rathaus

Das Alte Rathaus

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Rundgang beginnt am Marktplatz, in dessen Mitte der Till-Eulen- spiegel-Brunnen von 1941 den Schalk als Brauknecht zeigt. Die Darstellung spielt auf eine Eulenspiegel-Geschichte an, bei der er als Braugeselle statt Hopfen zu sieden den „Hopf” genannten Hund des Braumeisters in den heißen Sud warf. Das Alte Rathaus ist das Wahrzeichen der Stadt und zeugt mit seiner repräsentativen Gestaltung vom Reichtum und dem Einfluss der Bürgerschaft in der zweiten Hälfte des 16. Jh. Der Vorgängerbau stammte aus dem 13. Jh. Das Hauptgebäude wurde nach den Stadtbränden in der Zeit zwischen 1549 und 1566 errichtet und erst 40 Jahre später mit den drei markanten Türmen vollendet. Auch an anderen Bürgerhäusern in der Stadt sieht man das hier angebrachte, typische geschnitzte Zierwerk, insbesondere die Fächerrosetten. Gegenüber dem Rathaus steht das Brodhaus (Marktplatz 13), das bereits 1333 als „Haus der Bäcker am Markt”, d. h. als Sitz der Bäckergilde, beurkundet wurde. Das heutige Gebäude mit hohem Erdgeschoss und vorkragendem Obergeschoss entstand 1552. Das Bäckerwappen findet man im Sturz des Torbogens und im Aushänger. An der oberen Schwelle sind Bibelzitate in niederdeutscher Sprache zu lesen. Neben dem Brodhaus fällt die mächtige Ratsapotheke (Marktplatz 15) durch ihr großes Schleppdach mit breiten Luken auf. In dem Gebäude wurde einst Bier gebraut. Gerste, Weizen und Hopfen wurde in den geräumigen, durch offene Gauben belüfteten Böden gelagert. Die städtische Braupfanne wurde durch das hohe, rundbogige Tor auf die große Diele gebracht. Die Eingangstür ist flankiert durch zwei Säulen. Rechter Hand erblickt man im Wappen der Familie Raven ein Hakenkreuz. Diese Swastika ist ein Glückssymbol aus dem Altindischen und auch ein altes Feuer- und Sonnenzeichen. Links ist das Wappen der Familie Heinemeier mit einem stilisierten Lebensbaum zu sehen. Im Türsturz ist rechts neben der Jahreszahl 1590 das Wappen der bekannten Patrizierfamilie Diek mit Löwe und Fischen angebracht. Auf der gleichen Marktplatzseite steht das Stadtkommandantenhaus mit einer Utlucht, einem Erker mit Aussicht nach allen Seiten, und bemerkenswerten Schnitzereien am Erkerbalken. Rund um den Marktplatz und in den umliegenden Straßenzügen (u. a. Lange Brücke undTiedexer Straße) lohnen weitere sehenswerte Fachwerkhäuser eine Betrachtung. Überragt wird der Marktplatz von der Marktkirche.

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