EINBECK 2

Das im 13./14. Jh. erbaute Gotteshaus ist St. Jakobus, dem Schutzpatron der fahrenden Kaufleute, geweiht. Der 65 m hohe Turm neigte sich im 18. Jh. so stark nach Westen, dass 1741 eine Stützmauer angebracht werden musste. Heute steht der „schiefe Turm von Einbeck” ca. 1,50 m aus dem Lot. Das Innere der Kirche birgt wertvolle Kunstwerke, u. a. einen gotischen Tafelaltar (Ende 14. Jh.), Epitaphien, eine Holzplastik des Hl. Jakobus (15. Jh.), einen romanischen Taufstein (Ende 12. Jh.), eine mit aufwändigen Schnitzereien geschmückte Kanzel (1637) und ein ausdrucksstarkes dreiteiliges Tafelbild mit der Kreuzigung als Thema, das 1967 vom Einbecker Künstler Franz Cestnik geschaffen wurde. Vom Marktplatz zweigt die Münsterstraße und von dieser wiederum die Straße Oieburg ab. Beide Straßen beeindrucken durch sorgsam restaurierte Fachwerkgebäude und mächtige Patrizierhäuser. Die Oieburg endet am Steinweg, der die Marktkirche und die Stiftskirche St. Alexandri („Münsterkirche”) verbindet. Nach rechts gewandt, erblickt man das StadtMuseum, das in einem spätgotischen Bürger- und Brauhaus von 1548 mit Utlucht, großem Torbogen und vorkragendem Obergeschoss untergebracht ist. Die Fassade ist mit kunstvollen Schnitzereien verziert. Das StadtMuseum dokumentiert anhand von archäologischen Exponaten, Karten und Urkunden die Stadtgeschichte. Mit verschiedenen Handwerken wie dem Brauwesen, dem Blaudruck, dem Formstecherhandwerk und der Tapetenindustrie beschäftigen sich eigene Abteilungen. Die Bedeutung des Gildewesens wird durch die Sammlung kostbarer Zinnpokale aus dem 16. bis 19. Jh. illustriert. 1995 wurde das umfangreiche Münzkabinett mit Einbecker Prägungen seit dem späten Mittelalter bis 1674 eröffnet. Seit 1996 erinnert das Sertürner-Zimmer mit einem Apothekenlabor und vielen Dokumenten an den Entdecker des Morphiums. Neu ist das RadHaus im StadtMuseum. Ein modernes Fahrradmuseum präsentiert eindrucksvoll die Geschichte des Fahrrades. Vom StadtMuseum sollte man dem Steinweg ca. 70 m stadtauswärts folgen. Von hier bietet sich ein besonders schöner Blick auf den „schiefen Turm von Einbeck” und die Fach-werkhäuser. Zurück an der Kreuzung, biegt man links in die Straße „Haspel” ein, die zum Stiftplatz mit der Stiftskirche St. Alexandri führt. Das meist „Münsterkirche” genannte Gotteshaus besitzt eine sehenswerte Innenausstattung, u. a. zahlreiche Epitaphien, einen neugotischen Altar (Mitte 19. Jh.) und das früheste datierte Chorgestühl Deutschlands (1288). Der Orgelprospekt, die Kanzel und das Lesepult stammen wie der Hochaltar aus der Mitte des 19. Jh. Gegenüber der Stiftskirche umrahmen gut erhaltene, imposante Teile der einstigen Stadtmauer den Eingang zum Stiftsgarten, der in den 1970er-Jahren durch Aufschüttung eines Wasser- grabens entstand. Im Park liegt die katholische St. Josefs-Kirche. Der neuromanische Bau wurde 1896 errichtet. Am Parkausgang sollte man einen Blick auf die schmiedeeisernen Gitter werfen, die den Jugendstil-Park der Stukenbrok-Villa begrenzen. Grimmig dreinblickende Löwenköpfe an den Trägern sollen nach mittelalterlichem Glauben Dämonen abschre- cken, während an der Innen- Seite Früchte Leben und Reichtum symbolisieren. Gegenüber dem Springbrunnen erinnert ein Denkmal an den Fahrradfabrikanten und Gründer des ersten deutschen Versandhauses August Stukenbrok. Die Villa, die heute die Mendelssohn-Musikschule beherbergt, ist reich mit Jugendstilornamenten verziert. Die vier Landschaftsbilder an der Glaskuppel spiegeln die Jahreszeiten und die menschlichen Lebensalter wider. Durch den Park erreicht man das Oster- tor, wo sich das Neue Rathaus befindet. Nach der Annexion des König- reichs Hannover durch Preußen wurde das Gebäude 1868 als preußische Kaserne errichtet und fast 30 Jahre lang genutzt.

Marktplatz mit Marktkirche St. Jakobi

Marktplatz mit Marktkirche St. Jakobi

Nachdem es 10 Jahre als Technikum gedient hatte, wurde es durch den Fabrikanten Stukenbrok umgebaut, erweitert und mit einem Glockenturm geschmückt. Stukenbrok betrieb hier ab 1907 das erste deutsche Versandhaus, das durch seinen frühen Tod verbunden mit der Weltwirtschaftskrise 1931 jedoch seine Arbeit einstellen musste. Danach nutzten die Heidemann-Werke den Gebäudekomplex für ihre Fahrradherstellung. Im Jahre 1990 wurde die Produktion vor die Stadt verlagert, die Werkshallen abgerissen und das denkmalgeschützte Verwaltungsgebäude saniert und erweitert. Seit März 1996 sind im Neuen Rathaus alle städtischen Ämter zentral untergebracht. Vom Ostertor geht man zum Neuen Markt. Das Poggenhaus (Hs. Nr. 35) wurde 1611 von Cyriakus Poggen erbaut, der die Renaissancefassade mit Bibelzitaten in deutscher Sprache und mit Fächerrosetten verzieren ließ. Für die Bedachung wurden Sollingplatten benutzt, die Gauben dienten der Belüftung der Trockenböden. Das Wappen stellt auf originelle Weise den Namen des Erbauers dar: zwei Frösche („Poggen”) unter einem Pilz. Links neben dem Poggenhaus steht ein barockes Patrizierhaus aus dem Jahr 1769 mit schön gestaltetem Eingang. Hs. Nr. 23, ebenfalls ein schmuckes Fachwerkhaus, fällt durch seinen steilen, vorgekragten und zur Straße gerichteten Giebel auf. Über den Neuen Markt gelangt man zum Möncheplatz. Seit 1638 besteht hier die Blaudruckerei, die mit 800 Modeln nach alter Tradition noch heute Stoffe mit klassischen Mustern bedruckt. Wer sein „blaues Wunder” erleben möchte (dieser Ausdruck hat wirklich etwas mit Blaudruck zu tun!), kann sich bei der Tourist-Information zu einer Besichtigung anmelden. Ein besonders schönes Fachwerkensemble ist in der Langen Brücke zwischen Möncheplatz und Marktplatz zu sehen. An Hs. Nr. 1 verweist ein Wappenschild in den Farben weiß, gelb und rot auf eine studentische Verbindung, die hier zur Zeit des Einbecker Technikums ihren Sitz hatte. In Hs. Nr. 8 wohnte von 1805 bis 1809 Friedrich Wilhelm Sertürner, der Entdecker des Morphiums. Das Haus an der Ecke Lange Brücke/Geiststraße ist mit ausgefallenen Schnitzereien geschmückt: Die mit abstrakten Blättern gefüllten Hochrechtecke ersetzen die sonst üblichen Halbkreisrosetten. Außerdem ließ der damalige Besitzer, der Bäckermeister Mühlhausen, als Anspielung auf seinen Beruf und Namen am linken Türbogen und an einem Ständer je eine große Ähre schnitzen. In der Geiststraße befindet sich auch die 1571 erbaute ehemalige Spitalskapelle St. Spiritus, die heute der griechisch-orthodoxen Gemeinde als Gotteshaus dient. Die Lange Brücke öffnet sich zum weiten Marktplatz, dem Ausgangspunkt des Rundgangs. Über den Hallenplan und die Knochenhauer-straße sollte man unbedingt noch einen Ab- Stecher zum Eickeschen Haus, in dem auch die Tourist-Information untergebracht ist, unternehmen. Das Haus wurde zwischen 1612 und 1614 erbaut. Die Verzierungen an beiden Fronten zeigen das damalige Bildungswissen, u. a. symbolische Darstellungen der fünf Sinne, der Tugenden, der Musen und der Künste und Bilder von Jesus und den Aposteln sowie der Gestirne und Planetengottheiten. Die Schnitzereien am Eickeschen Haus gehören zu den bedeutendsten ihrer Art in der deutschen Renaissance. Durch die Marktstraße kehrt man zurück zum Marktplatz.

Besuchen Sie uns: Urlaub In Schleswigholstein, Vietnam Halong Bucht , Mekong Delta 3 day itinerary |

 voyage ninh binh  2 jours | voyage au Vietnam 1 semaine | Circuit vietnam 12jours | voyage au cambodge 2 semaines

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply