DUDERSTADT

ANFAHRT

■ A 38, Ausfahrten Breitenworbis oder Leinefelde. ■ B 247 aus Richtung Northeim bzw. Mühlhausen (Thüringen). ■ B 27/B 446 von Göttingen.
■ Linien- oder Schnellbusverbindungen von den Bahnhöfen Göttingen (ICE-Anschluss) oder Leinefelde (IR-Anschluss).

GESCHICHTE

Am 16.9.929 wurde Duderstadt erstmals urkundlich erwähnt. 974 kam der Ort für 262 Jahre zum Stift Quedlinburg und wurde nach weiteren Be-sitzerwechseln im Jahre 1247 zur Stadt erhoben. Unter den Braunschweiger Herzogen begann ein kontinuierlicher Aufschwung, begünstigt durch die Lage der Stadt an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen und den Erfolg der Duderstädter Kaufleute. Zwischen 1334 und 1366 traten die Welfenherzöge Duderstadt wegen finanzieller Schwierigkeiten nach und nach an die Erzbischöfe von Mainz ab. Während deren 450-jähriger Herrschaft erweiterte sich das Stadtgebiet über die Befestigungsanlage hinaus und Duderstadt gewann an wirtschaftlichem Einfluss. Die Verlagerung der Handelsstraßen und der Niedergang der Hanse im 15. Jh. führten zu einer wirtschaftlichen Krise. Durch die dennoch rege Bautätigkeit entstand in dieser Zeit das heutige Stadtbild. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) und der Siebenjährige Krieg (1756-1763), Krankheitsepidemien und die wachsende Isolation von den angrenzenden Staaten brachten weitere Rückschläge. Im 19. Jh. verschlechterte sich die Situation durch die Randlage an der neuen Grenze zwischen Hannover und Preußen weiter, erst spät erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. Ab 1885 wurde Duderstadt mit den zur preußischen Provinz Hannover gehörenden Dörfern des Untereichsfeldes zum Landkreis Duderstadt zusammengeschlossen. Nach dem Zweiten Weltkrieg litt Duderstadt erneut unter seiner Randlage an der deutsch-deutschen Grenze, doch die Ansiedlung bedeutender Industriebetriebe und die geglückte Integration Tausender von Vertriebenen und Flüchtlingen brachten einen Aufschwung. 1973 kam Duderstadt zum Landkreis Göttingen und liegt seit der Wiedervereinigung 1990 wieder im Herzen Deutschlands.

duderstadt

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Rundgang beginnt am Rathaus, das zu den schönsten und ältesten Rathäusern Deutschlands gehört und um 1300 mit dem „Kophus” und einer darüber liegenden großen „Ratshalle” erbaut wurde. 1432 wurde das Gebäude in südlicher Richtung erweitert. 1532 erteilte der Rat den Auftrag für die Fachwerkkonstruktion mit der Laube und den drei Türmen. Um 1674 wurde die barocke Freitreppe angefügt. Zwischen 9 und 19 Uhr ertönt zu jeder ungeraden Stunde das Glockenspiel „Mein Duderstadt am Brehmestrand”, begleitet von der Figur des „Anreischke”. Der kleine Wasserlauf gegenüber dem Rathaus ist die Rekonstruktion der Brehme, die seit 1276 Duderstadt mit Wasser versorgte und bis 1928 durch die Stadt floss. Die vielen Brunnen zeugen von der großen Bedeutung des Wassers als lebenswichtiges Element. Der Grenzpfahl-Brunnen linker Hand symbolisiert die unglückliche Teilung Deutschlands. Nun folgt man dem Wasserlauf in Richtung der zweitürmigen St.-Cyriakus-Kirche. Links neben dem Rathaus steht die „Mariensäule”. Im Jahre 1711 ließ Stadt-pfarrer Herwig Böning, der „Vater des Eichsfelder Barock”, diese Pestsäule aus Dankbarkeit für die Errettung aus der Pestepidemie 1683 errichten. Im Sockel sind das Wappen der Mainzer Erzbischöfe und Kurfürsten und das Wappen von Duderstadt mit den beiden Löwen zu erkennen. Das „Steinerne Haus”, ein barockes Sandsteingebäude, wurde 1751/52 als Stadthaus des ehemaligen Zisterziense- rinnenklosters Teistungenburg errichtet.

Nach Überqueren der Straße erreicht man den Schützenbrunnen vor einem wunderschönen Fachwerkensemble. Zur Erinnerung an die Verleihung der Stadtrechte im Jahre 1247 wurde der Brunnen von Freunden und Gönnern der Schützengesellschaft Duderstadt gestiftet. Nun folgt man dem abschüssigen Straßenverlauf. Rechts neben dem Renaissance-Ackerbürgerhaus steht ein Haus im Stil des Historismus. Links davon befindet sich das barocke Stadthaus des ehemaligen Klosters Gerade, in dem heute die Stadtbibliothek untergebracht ist.

Durch die kleine Gasse gelangt man zur Stadtmauer und genießt einen herrlichen Blick auf den Stadtpark. Im Hintergrund sind die Bürgergärten und der Stadtwall zu sehen, der bis heute vollständig erhalten ist und ein typisches mittelalterliches Ver teidigungssystem mit Mauer, Vorland (Pla-nie) und Wall darstellt. Man kehrt wieder um und kommt über die Treppe zum Obermarkt, der höchsten Stelle des mittelalterlichen Stadtkerns. Linker Hand erblickt man die 1724 aufgestellte Statue des Hl. Nepomuk, die damit sicherlich eines der ältesten Originale im europäischen Raum ist. Ein Stück weiter steht das Denkmal für den Kardinal und Fürstbischof von Breslau, Georg von Kopp (1837-1914), einen berühmten Sohn und Ehrenbürger der Stadt. Der Platz wird überragt von der St.-Cyria- kus-Propsteikirche, neben dem Rathaus eines der ältesten Gebäude Duderstadts.

Bereits 1240 wurde mit dem Bau des Westwerks begonnen. Typisch für die Frühgotik sind der breite Unterbau der Doppeltürme mit seinen Spitzgiebeln und dem prächtigen Portal. Nachdem die Kirche ursprünglich nur den 62,50 m hohen Nordturm besessen hatte, wurde nach dem Brand 1852 der südliche Turm hinzugefügt. Die beiden vergoldeten Turmknaufe tragen ein Kreuz bzw. einen Hahn als Wetterfahne. Der spätgotisch geprägte Innenraum besitzt eine wertvolle Ausstattung, u. a. einen Flügelaltar (um 1500), einen barocken Taufstein (1694), ein romanisches Reliquienkreuz und eine gotische Kanzel. Hinter der Kirche steht die ehemalige Knabenschule. Das 1767 im barocken Fachwerkstil errichtete Gebäude beherbergt heute das Heimatmuseum, das interessante Exponate aus den Bereichen Archäologie, heimisches Handwerk und Gewerbe, Tabakanbau und -Verarbeitung im Eichsfeld, bürgerliches und bäuerliches Wohnen und Kirchengeschichte des Eichsfeldes zeigt, Im Museumslehrgarten gibt es zahlreiche längst vergessene Kulturpflanzen zu entdecken. In der Obertorstraße geht man an den „Läute- Häusern” entlang, in denen einst die Leute wohnten, die die Kirchenglocken läuten mussten. Bis 1811 befand sich am Ende der Häuserzeile das Obertor, dessen einstiger Standort heute durch die beiden Granitsäulen und den durch die Pflasterung im Straßenbelag markierten Verlauf der alten Stadt- mauer gekennzeichnet wird. Über den Her- wig-Böning-Platz geht man nun in die Hinterstraße, in der man reich verzierte Haustüren und ein sehenswertes Fachwerkensemble (Hs. Nr. 73-77) aus den Stilepochen Renaissance, Gotik und Barock passiert.

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