DELMENHORST

Delmenhorst liegt inmitten reizvoller Geest- und Marschlandschaften und entwickelte sich in über 700 Jahren Stadtgeschichte von der Grafenresidenz zum modernen Mittelzentrum. Häuser der Gründerzeit und Industriedenkmäler verleihen Delmenhorst seinen einzigartigen Charme.

ANFAHRT

■ A 28 Oldenburg – Bremen. ■ B 213 von Wildeshausen. ■ Bahnhof mit IC-, RE- und NordWestBahn-Anschluss.

GESCHICHTE

Delmenhorst wurde 1254 erstmals urkundlich erwähnt. Die Delmenhorster Grafen entstammten einer Nebenlinie des Oldenburger Grafengeschlechts und regierten von 1281 bis 1647, unterbrochen von mehreren Besitzerwechseln. Die Stadtrechte bekam Delmenhorst 1371.1414 verpfändete Graf Otto IV. die Grafschaft Delmenhorst an das Erzstift Bremen, bevor sie 1436 an Oldenburg gelangte. 1448 wurde Graf Christian von Oldenburg und Delmenhorst König von Dänemark. 1482 fiel die Stadt unter Münste- raner Herrschaft, wurde jedoch 1547 durch Graf Anton I. von Oldenburg zurückerobert. Von 1647 bis 1667 kam die Grafschaft erneut zu Oldenburg. Die enge Verbindung nach Dänemark führte dazu, dass nach dem Tod des kinderlosen letzten Grafen Anton Günther die Grafschaften Oldenburg und Delmenhorst von 1667 bis 1773 dänisch waren. 1690 erhielt Delmenhorst das Marktrecht. Unter Napoleon gehörte das Herzogtum Oldenburg von 1811 bis 1813 zum französischen Kaiserreich. Die Industrialisierung wurde durch die Einweihung der Bahnlinie Bremen – Oldenburg 1867 gefördert, zwischen 1870 und 1898 entwickelte sich Delmenhorst zur größten Industriestadt zwischen Weser und Ems. Mit der Erhebung zur kreisfreien Stadt 1903 erhielt Delmenhorst weitere Wachstumsimpulse. Trotz ihrer bedeutenden Industrieanlagen blieb die Stadt im Zweiten Weltkrieg von schweren Bombenangriffen verschont. Nach dem Krieg erlebte Delmenhorst durch Flüchtlinge und Vertriebene ein rasches Bevölkerungswachstum und durch das „Wirtschaftswunder” einen erneuten Aufschwung der Metall-, Woll-, Textil-, Lebensmittel- und Linoleumindustrie, der jedoch in den 1960er-Jahren und insbesondere mit dem endgültigen Konkurs der „Vereinigten Kammgarnspinnerei” 1981 endete. Ab 1986 entstand auf dem „Nordwolle”-Areal ein neuer Stadtteil, der zur EXPO 2000 als Stadtentwicklungsprojekt „Nordwolle Delmenhorst” präsentiert wurde. Heute hat das moderne Mittelzentrum Delmenhorst ca. 80 000 Einwohner.

Rathaus und Wasserturm Delmenhorst

Rathaus und Wasserturm Delmenhorst

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Ausgangspunkt des Rundgangs ist die Graft. Die 16 ha große Parkanlage wird durchzogen von Wasserläufen, der sog. Innen- und Außengraft. Das Naherholungsgebiet rund um die ßurginsel bietet einen Minigolfplatz und einen Bootsverleih. Die Alte Wassermühle am Eingang der Burg-insel wurde um 1880 erbaut und beherbergt heute eines der schönsten Weinlokale der Region. Das 1564 errichtete Gräfliche Gartenhaus befand sich ursprünglich auf dem Gut Weyhausen an der Ochtum und wurde 1723 im barocken Stil umgestaltet. Nach dem Einsturz des baufälligen Gartenhauses 1956 wurden die Teile in Oldenburg zwischengelagert. Der Wiederaufbau am Eingang der Burginsel erfolgte 1979. Die Burginsel war zunächst nur von der heutigen Innengraft umgeben, bevor 1553 die Außengraft angelegt wurde. Die 1247 errichtete Wasserburg wurde ab 1547 zu einem repräsentativen Schloss im Stil der Weserrenaissance umgestaltet. Nach der Verpfändung der Grafschaft Delmenhorst an das Kurfürstentum Hannover begann man 1711 mit dem Abbruch der Schloss- und Festungsanlage. Bei einer archäologischen Grabung 1976 entdeckte man Teile der Festungsmauern, die heute auf der Rasenfläche zu sehen sind. Der Blaue Turm blieb in verkürzter Form bis 1787 erhalten. Heute sind nur noch Teile der Grundmauern zu sehen, Ziegelsteine markieren den einstigen Standort runden Herrenturms. Das Wahrzeichen der Burg ist im Delmenhorster Stadtwappen zu sehen. Über den Mühlendamm erreicht man das Rathaus. Mit der Rathausanlage entstand von 1909-1925 das Zentrum der Stadt. Das Rathaus wurde 1912- 1914 vom Architekten Heinz Stoffregen, einem der führenden deutschen Architekten in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, im Jugendstil errichtet. Die Fassade ist mit Arbeiten des Bildhauers Ernst Wachold, Atlanten und einer Stoffregen-Büste verziert. Im Inneren ist besonders der Große Ratssaal mit kunstvoll geschmückten Glas-fenstern und roter Holzvertäfelung sehenswert. Vor dem Ratssaal sind zwei Gemälde von Arthur Fitger, „Aschenbrödel” und „Der getreue Eckhard”, zu sehen. Die Bänke in den Rathausfluren und die Möblierung des Trauzimmers wurden von Heinz Stoffregen entworfen. Neben dem Rathaus erhebt sich der 1909 ebenfalls von Heinz Stoffregen errichtete Wasserturm. Das 44 m hohe Wahrzeichen der Stadt sollte mit seinem grauen Putz ein neues, fortschrittliches Delmenhorst symbolisieren. Von der Aussichts- Wasserturm Plattform, die man über 200 Stufen erreicht, bietet sich ein herrlicher Blick über die Stadt. Nun geht man weiter in Richtung Bahnhofstraße. Die Markthalle wurde 1919/20 ebenfalls von Heinz Stoffregen geplant. Heute werden hier Handel und Gastronomie betrieben. Nördlich der Markthalle stand einst das Geburtshaus Arthur Fitgers, das jedoch 1963 abgerissen wurde. Auch der Nachfolgebau wurde 2002 abgebrochen und 2003 durch das „Neue Fitger-Haus” ersetzt. Der Dichter und Maler Arthur Fitger (1840-1909) galt um die Jahrhundertwende als Bremer „Kunstpapst” und verbrachte seine ersten 29 Lebensjahre in Delmenhorst. Bald überquert man die Lange Straße, die zu Beginn der Stadtgeschichte im 13. Jh. die erste und weitere Jahrhunderte lang auch die einzige Straße und der einzige Verbindungsweg zum Eingang der Burg Delmenhorst war. In den 1970er-Jahren wurde die Lange Straße als Fuß-gängerzone ausgewiesen. In der Langen Straße sind interessante Gebäude zu sehen, die die Geschichte der Straße widerspiegeln. Das Haus Horstmann wurde 1906 vom Bremerhavener Architekten August Bertram entworfen und stellt ein typisches Beispiel für Geschäftshäuser der Jahrhundertwende dar. Zwischen 1900 und 1920 wollten Architekten und Planer Delmenhorst als „Idealstadt” mit neuem Profil umgestalten. In dieser Zeit entstanden viele Bürgerhäuser.

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