CLOPPENBURG

Die Kreisstadt im Oldenburger Münsterland besticht durch ihre Lage zwischen Mittelgebirge und Nordsee, Weser und Ems. Historische Gebäude und das älteste Museumsdorf Deutschlands erzählen aus der reichen Geschichte der liebenswerten „Stadt mit Charme und Charakter”.

ANFAHRT

■ A 1 Bremen – Osnabrück. ■ B 72 von Aurich. ■ B 68 aus Richtung Osnabrück. ■ Bahnhof mit NordWestBahn-Anschluss.

GESCHICHTE

Die Pfarrei Krapendorf, die später mit Cloppenburg in einer vereinigten Gemeinde aufging, wurde bereits 819 gegründet. 1297 wurde Cloppenburg erstmals urkundlich erwähnt. 1411 erhielt der Ort stadtähnliche Freiheiten und Privilegien, das sog. „Weichbildrecht”. Ein Stadtwappen und weiter reichende Stadtrechte bekam Cloppenburg 1435. Noch vor 1450 war die Stadtbefestigung mit Wall und Graben fertig gestellt. Die 1543 eingeführte Reformation wurde 1513 zurückgenommen. Im Dreißigjährigen Krieg hatte Cloppenburg unter der Besetzung durch kaiserliche, dänische und schwedische Truppen zu leiden. 1668 erhielt die Stadt das Recht, zwei Jahrmärkte abzuhalten. 1716 zerstörte ein großer Brand die Burggebäude, das Richthaus und das Krapendorfer Tor. Durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurden die geistlichen Fürstentümer aufgelöst und Cloppenburg dem Herzogtum Oldenburg als Ausgleich für die Aufgabe des Weserzolls bei Elsfleth zugesprochen. Zusammen mit dem Herzogtum Oldenburg wurde Cloppenburg unter napoleonischer Herrschaft von 1811 bis 1813 französisch. 1855 erfolgte die Vereinigung von Cloppenburg und Krapendorf zu einer Gemeinde. 1875 wurde die Bahnlinie Oldenburg – Osnabrück eröffnet. 1929 fand der Bauernaufstand in Sevelten statt, aus dem die „Eberborggeschichte”, heute dargestellt im gleichnamigen Brunnen, entstand. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der die Zerstörung der Synagoge sowie einen schweren Luftangriff mit sich brachte, schlossen sich 1946 die Länder Oldenburg, Braunschweig, Hannover und Schaumburg- Lippe zum neuen Bundesland Niedersachsen zusammen. Die Ansiedlung vieler Industriebetriebe und die Fertigstellung von Schulen, Bädern und kulturellen Einrichtungen steigerten die Attraktivität der heute gut 30000 Einwohnern zählenden Stadt enorm. Außerhalb des Stadtkerns gehören zehn Ortsteile zum Stadtgebiet. Seit 1989 besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Bernay in der Normandie.

Eine Ecke des Museumdorfes in Cloppenburg

Eine Ecke des Museumdorfes in Cloppenburg

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Ausgangspunkt des Rundgangs ist das Museumsdorf Cloppenburg. Der Haupteingang befindet sich in der Bether Straße (kostenlose Parkmöglichkeit), ein Nebeneingang in der Hagenstraße (günstig für Bahnreisende). Mit über 50 historischen Gebäuden, von großen Hofanlagen über Mühlen und Werkstätten bis hin zu bescheidenen Landarbeiterhäusern aus der alten Kulturlandschaft zwischen Weser und Ems wird ein Eindruck von der Alltagswelt vergangener Jahrhunderte vermittelt. In der Dorfbäckerei, der Töpferei und am Webstuhl können Besucher den Handwerkern über die Schulter schauen. Im Sommer wird in den Mühlen des Museumsdorfes regelmäßig Korn gemahlen und Mehl verkauft. Auf Weiden und in historischen Stallungen findet man außerdem Haustiere alter Rassen wie Schweine der Rasse Bunte Bentheimer, Alt- Oldenburger Pferde, Heidschnucken, Moor- schnucken und Milchschafe sowie verschiedene Hühnerrassen. Die neue Dauerausstellung „Adel auf dem Lande” im HausArken- Kappenmühle stede dokumentiert die Kultur und Herr-mit Müllerhaus schaft des Adels zwischen Weser und Ems vom 16. bis 18. Jh. Neu ist ein Angebot für Familien: Ein Erlebnisrundgang durch das Museumsdorf, bei dem es vieles zu entdecken und auszuprobieren gibt. Mehrmals im Jahr finden Erlebnistage statt, bei denen historisches Erntegerät vorgeführt und alte Arbeitstechniken demonstriert werden. „Der Sonntagsspaziergang” umfasst sonntags um 14.30 Uhr kostenlose Führungen zu wechselnden Themen und um 14 Uhr Mitmachangebote für Kinder wie Brotbacken und Blaufärben (ohne Voranmeldung). Das ganze Jahr über werden Wechselausstellungen gezeigt. Zu einer Rast lädt der historische „Dorfkrug” ein. Indem man vom Museumsdorf die Hagenstraße überquert, gelangt man in den Stadtpark. Aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 wurde Deutschland neu gegliedert und das Amt Cloppenburg kam zum Großherzogtum Oldenburg. In den Jahren 1805 bis 1807 wurde als neues Verwaltungsgebäude das Amtshaus im klassizistischen Stil in dem attraktiven Park errichtet. Im Stadtpark sind auch noch Reste vom Fundament der 1297 erbauten „Cloppenburg” erhalten. Bei einem Brand 1716 wurde die Burg zerstört und für den Bau des Amtshauses schließlich auch der Burgturm 1805 gesprengt. Das Amts- gericht wurde 1909 erbaut und 1991 restauriert. Den Jugendstilbau ziert ein reich geschmücktes Sandsteinportal mit einer Darstellung der Germania mit Schwert und Helm, der zwei Löwen zu Füßen liegen. Über das Gelände der Stadthalle erreicht man die Mühlenstraße, die zusammen mit der Langen Straße als Fußgängerzone ausgewiesen wurde und die beliebte Einkaufsmeile der Stadt bildet. In den Straßencafes kann man während des Bummels eine Pause einlegen und das geschäftige Treiben beobachten. Parallel zur Langen Straße verläuft der Rathausweg. Hier lohnt das neue, durch große Glasflächen hell und freundlich gestaltete Rathaus eine Betrachtung. Der Rathausweg geht über in die Bürgermeister-Winkler-Straße. Durch die Andreaspassage gelangt man dann zur “5.- St. Andreas-Kirche, dem ältesten Gotteshaus in Cloppenburg. Seit dem 10. Jh. existierten hier mehrere Vorgängerbauten im alten Siedlungskern von Cloppenburg. Die heutige, in der ersten Hälfte des 18. Jh. erbaute Kirche besitzt eine imposante barocke Innenausstattung mit einem prächtigen Altar und ausdrucksvollen Figuren aus der Werkstatt König in Münster sowie vom Bildhauer Jöllemann aus Holte- Hümmling. Nun folgt man der Langen Straße bis zu deren Rechtsbiegung. Hier erinnert der Eberborgbrunnen an ein Ereignis aus dem Jahr 1929. Einem verschuldeten Bauern wurde sein kastrierter Eber, ein sog. Eberborg, gepfändet. Als Zeichen der Solidarität entführten Bauern den bereits verkauften Eber aus dem Stall des neuen Besitzers und brachten ihn seinem früheren Besitzer zurück. Nach einer Sondersitzung des Landtags wurden die verhängten Strafen für diesen Einbruch und Landfriedensbruch aufgehoben. Die Skulpturengruppe wurde vom Cloppenburger Künstler Peter Lehmann aeschaffen.

Lesen Sie mehr: Reiseführer Oberbayern, Vietnam Halong Bucht, 4 Tage Mekong Delta tour

You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply