BRAUNSCHWEIG

„Wir sind namenlos glücklich hier im schönen, schönen Braunschweig.” So begeistert äußerte sich Viktoria Luise, die Gemahlin des Herzogs Ernst August 1913. Und in der Tat ist Braunschweig eine schöne und weltoffene Stadt, die durch ihre kulturelle und wirtschaftliche Vielfalt besticht.

ANFAHRT

■ A 7, A 39 von Kassel. ■ A 2 von Hannover bzw. Magdeburg. ■ B 1 von Hildesheim bzw. Helmstedt. ■ B 4 von Gifhorn. ■ B 6, A 395 von Bad Harzburg. ■ Bahnstation mit ICE-Anschluss.

Luftbild der Innenstadt Braunschweigs

Luftbild der Innenstadt Braunschweigs

GESCHICHTE

Braunschweig entwickelte sich wahrscheinlich aus einem Rastplatz, der im 9. Jh. von Fernhändlern am Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen angelegt wurde. Ab hier war zudem die Oker schiffbar. Heinrich der Löwe wählte Mitte des 12. Jh. Braunschweig, das zunächst aus fünf selbstständigen Teilorten, sog. „Weichbilden”, bestand, als Residenz und hinterließ bedeutende Kunstschätze wie die Burg, den Dom und den Braunschweiger Löwen. Erst 1325 erfolgte der offizielle Zusammenschluss. Gewerbe und weit verzweigte Handelsbeziehungen sorgten für ein blühendes Gemeinwesen und so trat Braunschweig Mitte des 14. Jh. der Hanse bei. Um 1550 wurde es sogar Vorort des sächsischen Quartiers. 1606 und 1615 beendete ein hansisches Ersatzheer die Belagerung durch die Landesherzöge. Doch 1671 unterwarf Herzog Rudolf August die Stadt. Die nach dem Dreißigjährigen Krieg im Zerfall begriffene Hanse vermochte keine Hilfe mehr zu leisten. Die weltoffene Bürgerstadt verlor im absolutistischen Staat ihre Bedeutung. Bald setzte jedoch wieder ein Aufschwung ein, der durch die gezielte Wirtschaftsförderung der Herzoge verstärkt wurde. 1745 wurde das Collegium Carolinum gegründet, in dem die heutige Technische Universität ihren Ursprung hat und das die Bedeutung Braunschweigs als Forschungsstandort begründete. In diese Zeit fiel auch die Gründung des berühmten Herzog Anton Ulrich-Museums. Musik und Theater machten die Stadt in der Zeit der Aufklärung zu einem kulturellen Zentrum. Im Rahmen der Industrialisierung entwickelte sich Braunschweig zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort. Bis 1918 blieb Braunschweig Herzogtum, danach war es bis 1946 Freistaat, der im Land Niedersachsen aufging. Seit der Wie-dervereinigung liegt Braunschweig mit seinen 250000 Einwohnern wieder in der Mitte Deutschlands. Im Jahr 2007 macht Braunschweig als „Stadt der Wissenschaft” mit zahlreichen Veranstaltungen auf sich aufmerksam.

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Eine Entdeckungsreise durch Braunschweig beginnt man am besten am Burgplatz, dem historischen und geographischen Zentrum der Stadt. In seiner Mitte steht der Braunschweiger Löwe, das Wahrzeichen Braun- schweigs. Der Bronzeguss aus dem Jahr 1166 wurde von Heinrich dem Löwen als Zeichen seiner Macht und seiner Gerichtsbarkeit errichtet. Er ist ein Hauptwerk der romanischen Plastik, die erste monumentale Freifigur des Mittelalters und wurde höchstwahrscheinlich in Braunschweig gegossen. Das ursprünglich vergoldete Original kann in der Burg Dankwar- derode besichtigt werden; auf dem Burgplatz steht eine exakte Nach- bildung. An der Einmündung der Papenstraße steht das Viehwegsche Verlagshaus, das heute das Braunschweigische Landesmuseum beherbergt. Es wurde 1800-1804 nach einem Plan der „ersten Berlinischen Architekten” erbaut. Im nördlichen Teil des Platzes zeugt das Hune- borstelsche Haus, heute Gildehaus, von der zweiten großen, durch die bürgerliche Kunst geprägten Bauepoche der Stadt. Es wurde 1901 unter Verwendung der Originalbauteile des Hauses Sack 5 (um 1530) errichtet. Die Burg Dankwarderode wurde im 12. Jh.von Heinrich dem Löwen als seine Residenz erbaut. Nach insgesamt viermaliger Zerstörung rekonstruierte Stadtbaurat Ludwig Winter ab 1887 den jetzigen Bau mit dem ursprünglichen Grundriss. Heute ist ein Teil des Weifenschatzes im Knap-pensaal im Erdgeschoss ausgestellt. Der prunkvolle Rittersaal gibt ver- schiedenen Veranstaltungen einen besonderen Rahmen. Auch der Dom St. Blasii auf der anderen Seite des Platzes wurde von Heinrich dem Löwen nach der Rückkehr von seiner Reise nach Palästina 1173-1195 erbaut. Er war der erste vollgewölbte Bau Niedersachsens. Die Gewölbebasilika mit drei Schiffen ersetzte eine kleinere Holzkirche. An das romanische achtjochige Seitenschiff wurde später ein weiteres angebaut, welches den für die Kirchen in der Stadt typischen Zwerchgiebel erhielt. Die gesamte Anlage wurde mehrfach umgestaltet, renoviert und erweitert. Im Inneren des Doms kann man weitere Schätze der Romanik entdecken: das aus Holz geschnitzte Kreuz des Meisters Imervard aus der zweiten Hälfte des 12. Jh., den bronzenen, siebenarmigen Leuchter und den Marienaltar von 1188, sowie das Grabmal Heinrichs des Löwen und seiner Ehefrau Mathilde. Das um 1250 aus Muschelkalk geschaffene Grabmal im Mittelschiff des Doms gilt als ein Hauptwerk mittelalterlicher Steinplastik. Wendet man sich beim Herausgehen aus dem Dom durch den südlichen Ausgang nach rechts, erreicht man die Kleine Burg, einen der wenigen noch erhaltenen alten Straßenzüge Braunschweigs. Die Gebäude Kleine Burg 2-4 sind die so genannten Stiftsherrenhäuser, die um 1500 vom Stift St. Blasii erbaut wurden und als Wohnungen für die Stiftsherren dienten. Diese waren zumeist herzogliche Kaplane und gleichzeitig am Hofe mit wichtigen Aufgaben betraut. Heute ist hier das Kundenzentrum der Stadtwerke untergebracht. Nun geht man wieder zurück über den Burgplatz, überquert die Münzstraße und erreicht den Langen Hof. Dort befindet sich das Rathaus. Der neugotische Bau wurde 1894-1900 von Stadtbaurat Ludwig Winter errichtet.

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