BRAUNSCHWEIG 3

Michaeliskirche von Südosten

Michaeliskirche von Südosten

Seit dem frühen 14. Jh. wurden seine Ränder bebaut. Im Pestjahr 1472 wurde hier das Hospital der Alexienbrüder zur Krankenpflege eingerichtet. Die Straße „Hutfiltern” verlängerte diesen Verbindungsweg zum Kohlmarkt. Ab dem 14. Jh. siedelten sich an dieser Stelle die Filzhutmacher an, die der Straße ihren Namen gaben. Heute gehört der Straßenzug zum lebhaftesten Teil der Fußgängerzone. Er wird geprägt durch bis zu fünfgeschossige Bauten in den Formen der Neorenaissance, teilweise im Fachwerkstil, im gemäßigten Jugendstil und im Stil des Neoklassizismus. Im Erdgeschoss wurden die Häuserzeilen in jüngster Zeit durchgängig um-gebaut. Am Ende des Straßenzuges gelangt man auf den Kohlmarkt. Der Platz wurde 1342 unter der Bezeichnung „uppe deme kolemarkede” erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1391 wird er durch den Brunnen verschönert, der nach alten Plänen 1869 neu errichtet wurde. Der Kohlmarkt ist heute der zentrale Geschäftsplatz der Stadt, ein belebter Teil der Fußgängerzone und Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen. Charakteristisch ist die Vielfalt der baulichen Gestaltung, die ein Abbild seiner reichen Geschichte darstellt. Ursprünglich wurde der Platz durch die Ulrichskirche überragt. Diese Kirche sollte wahrscheinlich den auswärtigen Kaufleuten und Gesandten Reichtum und Bedeutung der Stadt vor Augen führen. Allerdings wurde sie nach Einführung der Reformation 1544 auf Geheiß des Rates wegen angeblicher Baufälligkeit abgerissen. Am Rande des Kohlmarktes steht das Haus Ziegenmarkt 2, das 1758 von Hofbaumeister Georg-Christoph Sturm für die Witwe des Bürgermeisters Anton Julius Cammann erbaut wurde. Auf einem Trägerbalken findet sich ein Hinweis auf Till Eulenspiegel. Im Dachgeschoss des Hauses Kohlmarkt 10 befindet sich das Till-Eulenspiegel-Glockenspiel. Von hier aus bietet sich eine Erweiterung des Rundganges an. Wer diese auslassen möchte, verlässt den Kohlmarkt über die Poststraße, überquert die Brabandtstraße und gelangt auf den Altstadtmarkt (siehe S. 46). Über den Ziegenmarkt und den Bankplatz gelangt man in die Steinstraße und von dort nach links in   die Alte Knochenhauerstraße. Haus Nr. 11 von 1470 zeigt die älteste noch im ursprünglichen Aufbau erhaltene Hausfront, Figurenknaggen und Balkenköpfe sowie ein Treppenfries mit gotischen Maßwerkmotiven. Das Gebäude Nr. 12, das um 1490 erbaut wurde, ist ein einfaches Haus der Gotik mit Treppenfries. Die Tür stammt etwa aus dem Jahr 1740. Auch das Gebäude mit der Nr. 13 ist sehenswert. In der Alten Knochenhauerstraße befindet sich auch eine Gedenktafel für die 1938 an dieser Stelle von den Nationalsozialisten zerstörte Synagoge. Von der Alten Knochenhauerstraße biegt man nach rechts in die Südstraße ein und danach links in die Gieseler Straße. Noch vor dem Europaplatz geht es nach rechts in den Gieselerwall. Zwischen diesem und dem Prinzenweg findet man einen   Rest der Stadtmauer. Der etwa 5 Meter hohe Abschnitt ist ein Teil der im 13. Jh. aus den Weichbildmauern hervorgegangenen Ummauerung der Gesamtstadt. Diese älteste Befestigung der Stadt wurde 1218 fertig gestellt. Sie bestand aus einer Buntsandsteinmauer mit Türmen und einem davor liegenden schmalen Graben. Ab der Mitte des 14. Jh. wurde die Befestigung durch Wälle verstärkt und ein erheblich breiterer Wallgraben wurde ausgehoben. Nach der Einnahme Braunschweigs durch Herzog Rudolf August (1666-1704) 1671 begann der Umbau der mittelalterlichen Wallanlage zur barocken Bastionsbefestigung. Aber schon bald nach der Fertigstellung bestanden starke Zweifel an deren Wirksamkeit, sodass Herzog Karl Wilhelm Ferdinand (1780-1806) nach 1802 den Auftrag zur Schleifung der Wälle gab. Verantwortlich für die Umsetzung war Peter Joseph Krähe (1758-1840), der den Wallring mit Promenaden, Parkanlagen und Wohnhäusern schuf. In diesem Zusammenhang kam es u. a. auch zur Anlage des Löwenwalls. Über den Prinzenweg und die Echternstraße erreicht man wieder die Gieseler/Güldenstraße, der man nach links folgt.   Nach wenigen Metern steht linker Hand das Haus zur Hanse, das 1567 von dem Knochenhauer und Ratsherren Cyriakus Haberland erbaut wurde. Aus dieser Zeit stammen die Bandwellen-Schnitzereien an den Balken. Die Fassade wurde 1869 im Stil der frühen Renaissance verändert. Ein   Stück weiter die Straße entlang erhebt sich die Kirche St. Michaelis. Sie wurde 1157 als eine der Pfarrkirchen des Weichbildes Altstadt geweiht und lag in unmittelbarer Nähe der alten Handelsstraße Hamburg-Frankfurt und an der alten Stadtmauer. Die ursprüngliche Kirche war wahrscheinlich ein einschiffiges Gebäude, das um 1200 unter Hinzufügung des Turms im romanischen Stil erweitert wurde. Im 14. Jh. erfolgte der Umbau zur gotischen Hallenkirche. Bei der Brauttür am nördlichen Seitenschiff ist eine Inschrift in mittelalterlichem Plattdeutsch aus dem Jahr 1379 gut lesbar erhalten, die sich auf die Neuweihe bezieht. Neben dieser befindet sich ein Niello-Relief aus dem 15. Jh. sowie eine in den Stein eingeritzte Rillenzeichnung mit Christus und dem rechts und links von ihm knienden Stifterpaar. An der Nordseite kann man in den Giebeln beachtliche Arbeiten der Spätgotik betrachten, zum Beispiel das Bild des in Deutschland häufig verehrten Heiligen Lorenz mit dem Rost und zur Güldenstraße hin die Figur des Erzengels Michael mit Speer und Drachen von 1454. In der Nähe der Kirche St. Michaelis biegt man nach rechts in die Petersilienstraße und von dieser nach links auf den Eiermarkt, der in die Garküche übergeht.

Für mehr Infos: Urlaub Hessen Reisesiele | Halong Bucht 2 Tage | Mekong express Vietnam to Cambodia

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