BRAUNSCHWEIG 2

Besonders auffallend ist der 61 m hohe Turm an der südwestlichen Ecke des Gebäudes, der nach Vorbildern aus Flandern an-gelegt wurde. Der Eingangsteil ist mit reichen Maßwerkfenstern verziert. Die vier Figuren, welche die großen Fenster einrahmen, stellen die Bereiche Wissenschaft, Kunst, Handwerk und Handel dar. Vor dem Rathaus geht man weiter und biegt nach rechts in den Bohlweg ein, von dem links die Georg-Eckert-Straße abzweigt. Auf der rechten Seite steht an der Ecke zum Ackerhof das Happy RIZZI House. Es wurde von dem international bekannten Künstler James Rizzi aus New York auf Initiative des Galeristen Olaf Jaeschke und des Architekten Konrad Kloster gestaltet. Die lachenden bunten Häusertürme sind als dreidimensionaler Baukörper realisiert und präsentieren sich als begehbare Bauskulptur. Das Happy-RIZZI-House liegt am Rande des Magniviertels. Dieses spiegelt in besonderer Art und Weise das Traditionsbewusstsein der Braunschweiger wider. Viele der mittelalterlichen Häuser wurden in den letzten Jahren renoviert, so dass sich das Viertel zu einem echten Schmuckstück entwickelt hat. Immer im Spätsommer ist es Schauplatz eines großen Altstadtfestes. Auf dem Ackerhof erhebt sich die Kirche St. Magni. An gleicher Stelle stand ursprünglich ein kleines Gotteshaus des alten Herrendorfes Brunswiek (später Altewiek). In der Urkunde aus dem Jahr 1031, die von dessen Weihe zu Ehren des Heiligen Magnus berichtet, wird erstmals der Name Braunschweig (Brunesguik) erwähnt. Der Neubau der Pfarrkirche des Weichbildes Altewiek wurde 1252 als Basilika begonnen und später als Hallenkirche fortgeführt. Um 1447 wurde der Chor erneuert. Im Gegensatz zum umliegenden Stadtteil wurde die Kirche im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Besonders betroffen war die Nordseite. Der Westbau und das Chorhaus blieben allerdings bestehen. Der Wiederaufbau erfolgte daher unter Einfügung neuer Baukörper. Ein Beispiel dafür ist das Glasfenster von Gottfried von Stock-hausen, das den Zug der Kinder Israels durch das Rote Meer zeigt. Am Giebel des Chores wurde 1958 die moderne Plastik „Der Rufer” von Bodo Kampmann als Mahnmal für die Zerstörungen des Krieges angebracht. Hinter der Magni-Kirche ist noch ein Stück Alt-Braunschweig erhalten geblieben. Hs. Nr. 1 ist ein repräsentativer Bürgerbau, der um 1500 erstellt und 1916 von Ölschlägern 29 an diese Stelle versetzt wurde. Das zweite Obergeschoss und das Dach sind von 1645. Hs. Nr. 4 stammt aus dem Jahr 1514 und hatte früher seinen Platz am Kohlmarkt 5. Es zeigt gotische Balkenköpfe, Profilknaggen und Spruchbalken. Am Ausgang der Herrendorftwete wendet man sich nach links in die Straße Am Magnitor und folgt dieser bis zur Kreuzung mit dem Magnitorwall. Dort finden sich in einem Gebäude das Stadtarchiv und die Stadtbibliothek und in un- mittelbarer Nachbarschaft das Städtische Museum. Man biegt nach rechts in den Steintorwall ein und erreicht den Löwenwall mit dem 22 m hohen Obelisken von 1823, der durch Spenden der Braunschweiger Bürger finanziert wurde und an die im Kampf gegen Napoleon gefallenen Braunschweiger Herzoge Karl Wilhelm Ferdinand und Friedrich Wilhelm erinnert. Vom Löwenwall gelangt man überden J.-F.-Kennedy-Platz rechts in die Auguststraße. An deren Ende liegt der Aegidienmarkt.

Eine Ecke von Kohlmarkt, Braunschweig

Eine Ecke von Kohlmarkt, Braunschweig

Hier, an der höchsten Stelle der Innenstadt, steht die Kirche St. Aegidien, die heute eine katholische Pfarrkirche ist. Sie wurde 1115 als Gründung der brunonischen Markgräfin Gertrud gebaut und war das Gotteshaus des ehemaligen Benediktinerklosters. Die ursprünglich romanische Kirche wurde 1278 beim großen Stadtbrand zerstört und es entstand der Bau im gotischen Kathedralstil, wie er noch heute das Gesamtensemble beherrscht und für Braunschweig einmalig ist. Die Pfarrkirche wurde 1811 aufgehoben und profaniert. Von dem ehemaligen ßenediktinerklostersind noch das Refektorium, ein Teil des Kreuzganges und der Ostflügel mit der Sakristei erhalten. Besonders sehenswert ist hier der Kapitelsaal mit seinen reich verzierten Säulen. Ab 1902 dienten Kirche und Kloster als Unterkunft des „Vaterländischen Museums”, dem heutigen Braunschweigischen Landesmuseum. Erweitert wurde der Komplex durch den Chor des Pauli- nerklosters, der vom Bohlweg umgesetzt wurde. 1945 kam die Aegidien- kirche an die katholische St. Nicolai-Probsteigemeinde als Ersatz für deren im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kirche. Die verbliebenen Klosterräume werden seit dem Umzug des Braunschweigischen Landesmuseums ins Viehweghaus am Burgplatz für Sonderausstellungen genutzt. In der Nachbarschaft, an der Mönchstraße 1, ist die Abteilung Jüdisches Museum des Landesmuseums untergebracht. Sie geht größtenteils auf die Sammlung des Kammeragenten Alexander David (1687-1765) zurück, die bereits ab 1746 öffentlich zugänglich war. Daher gilt das Jüdische Museum in Braunschweig als das älteste der Welt. Hinter der Aegidienkirche geht man in die Aegidienstraße und das Othilienviertel. Die engen Gassen des Quartiers waren teilweise sogar überbaut. Das einzige original erhaltene Gebäude ist das Hs. Nr. 5 aus dem 16. Jh. mit einer Bandwellenzier auf dem Schwellenbalken des Obergeschosses und den Resten einer Portalzier in Form eines geschweiften Eselrückens neben der klassizistischen Haustür. Die übrigen Gebäude sind überformt oder Neubauten, die im Versuch einer Anbindung an historische Traditionen mit Schriftbändern und figürlichem Schnitzwerk versehen wurden. Man verlässt die Aegidienstraße auf den Aegidienmarkt und wendet sich nach links in die Stobenstraße. Von dort geht wiederum links der Damm ab und man hat den Straßenzug Hutfiltern/Damm erreicht. Der Name „Damm” leitet sich von einer alten Straßenverbindung zwischen Altstadt und Altewiek über die Oker her.

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