BRAMSCHE 2

Die Leinenweberei war eine typische Hauspro-duktion – auf 1000 Einwohner kamen 100 Webstühle. Das Leinen wurde aus der weiteren Umgebung angekauft, während der Samen für den eigenen Flachsanbau aus dem Baltikum eingeführt wurde. Die staatlich betriebene Bokemühle konnte gegen eine Gebühr von allen Bauern der Umgebung zum Hecheln des Flachses genutzt werden, wurde jedoch 1895 abgerissen. Das Leinen wurde von den Händlern teilweise als Zahlungsmittel für Naturalien eingesetzt. Der Export von Leinen reichte zum Teil bis nach Italien und in die USA. Einige Händler handelten außer mit Leinen auch noch mit Bad Rothenfelder Salinensalz. Die Aktivitäten der Händler bildeten die Grundlage für die spätere Industriestruktur in Bramsche. Ab 1840 erlebte die Heimleinenproduktion einen Niedergang, da Leinen maschinell produziert wurde und die Baumwolle auf dem Markt eingeführt wurde. Die Handweber stiegen häufig auf die Erzeugung von Sackleinen um. Im Haus rechts neben der Sparkasse, dem Mohrmannschen Haus, befand sich einst ein Gemischtwarenladen. Hier verbrachte Hermann Eggeringhaus seine Kindheit bei seinen Großeltern, weshalb er den Spitznamen „Mohrmanns Männken” erhielt. Eggeringhaus gründete später die Haute-Couture-Marke „Schröder, Eggeringhaus & Oestergaard” sowie das überregional bekannte Unternehmen „Inge-Kleider”, das seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Bramsche produzierte. Das Haus Wolff zählt zu den ältesten der Stadt und ist durch die Inschrift „Anno 1753, den 26. Novembriis” datiert. Hier wohnte und arbeitete der Schönfärber M. A. Wolff. Hinter dem Haus, an dem ein kleiner, zum Betrieb gehörender Bach vorbeifloss, befand sich seine Färberei. Die Große Straße geht über den Brückenort. In diesem vornehmeren, reicheren und älteren Stadtteil lebten vor allem Kaufleute. Durch seine Lage an der Kreuzung der Nord- Süd- und Ost-West-Handelswege besaß Bramsche ideale Voraussetzungen für erfolgreiche Handelsaktivitäten. Aus der Industrialisierung ging eine wohlhabende Mittelschicht aus den Kaufleuten hervor, die ihren hohen gesellschaftlichen Status durch repräsentative Häuserfassaden zeigte. Die Industrialisierung brachte jedoch auch weniger positive soziale Veränderungen mit sich. Viele suchten ihr Glück in der Auswanderung, die im 19. Jh. in der Region Os- nabrücker Land am stärksten ausgeprägt war. Ziel war meist Übersee (Nord- und Südamerika), aber auch Migration Richtung Osten fand statt. Vom Brückenort kehrt man durch die Kuhstraße und die Mühlenstraße zum Ausgangspunkt am Tuchmacher Museum zurück.

Darnsee

Darnsee

SCHAUEN

Einen spannenden Ausflug in die Geschichte ermöglicht die «Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese. Das Museum, das auch durch seine avantgardistische Architektur heraussticht, zeigt 3000 beeindruckende Fundstücke, u. a. die Maske eines römischen Gesichtshelms. Der archäologische Park ist gleichzeitig ein idyllisches Naturerlebnis. Kindermuseum, Shop, Gastronomie und zahlreiche Veranstaltungen runden das Angebot ab. Eine weitere Sehenswürdigkeit im Stadtteil Kalkriese ist die «Wasserburg Alt Barenaue, deren Ursprünge bis in das Jahr 1250 zurückreichen. Im Nordosten der Stadt liegt das Kloster Malgarten. Das ehemalige Benediktinerinnnenkloster ist weitgehend erhalten und beherbergt heute ein sehenswertes Zentrum für Kunst und Kultur (u.a. Galerie, Kunsttischlerei, Restaurant, Übernachtungsmöglichkeit) und den Internationalen Arbeitskreis für Musik (iam). Bade- und Wassersportspaß bieten der Alfsee und der Darnsee. Bei kühleren Temperaturen kann man sich in der Varus-Therme mit ihrem Sauna- und Wellnessbereich sowie im n Hasebad mitTropinarium verwöhnen lassen. Zu Erkundungstouren laden die Wanderwege im Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehen- gebirge sowie Radwege wie die Hase-Ems-Tour oder die DiVa-Tour von der Varusschlacht zu den Saurierspuren in Bad Essen ein.

Stadtmarketing Bramsche GmbH, Maschstraße 9, 49565 Bramsche, Tel: 05461/9355-0, Fax: 05461/9355-11, E-Mail: stadtmarketing@bramsche.de, Internet: www.bramsche.de

Touristinfo im Tuchmacher Museum, Mühlenort 6, 49565 Bramsche, Tel: 05461/9355-16

SCHLEMMEN UND SCHLAFEN

Akzent-Hotel-Restaurant Haus Surendorff In der Nähe des Alfsees, seit 1931 in Familienbesitz. Moderne Gästezimmer, neuer Wellnessbereich, Fahrradverleih, Wassersport, Tennis, Reiten. Behagliches Restaurant mit Wintergarten, Bierstube und Kaminzimmer. Regional bekannte Spezialitätenküche. Dinglingsweg 1,49565 Bramsche, Tel: 05461/93020 Landidyll Hotel Idingshof Großzügiges Freizeithotel in parkähnlichem Gelände mit 73 Komfortzimmern. Wellness- und Sportangebote, Pauschal-arrangements. Im Restaurant mit Biergarten genießt man regionale und vegetarische Gerichte. Bührener Esch 1,49565 Bramsche, Tel: 05461 / 8890 Gasthaus und Biergarten Varusschlacht Direkt am Museum und Park Kalkriese bietet das Lokal römische und germanische Küche. Venner Straße 69, 49565 Bramsche, Tel: 05468/93960.

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