BAD PYRMONT

ANFAHRT

■ A 2, Abfahrt Ostwestfalen/Lippe (aus Richtung Dortmund) bzw. Abfahrt Rehren (aus Richtung Hannover). ■ A 44, Kreuz Wünneberg-Haaren (aus Richtung Dortmund) bzw. Abfahrt Warburg (aus Richtung Kassel). ■ Bahnhof mit Anschluss zum ICE-Halt Hannover.

GESCHICHTE

Schon Römer und Germanen siedelten im Pyrmonter Gebiet und brachten ihren Quellgöttern Opfer. Die erste schriftliche Erwähnung der Heilwirkung stammt aus dem 14. Jh. Im 16. Jh. besuchten Fürsten und andere hochrangige Persönlichkeiten Pyrmont, um die heilende Kraft auf sich wirken zu lassen. Der erste namentlich erwähnte Kurgast war im Jahre 1502 Gräfin Margarethe von Rietberg, die Tochter des Grafen von Lippe. Ein spektakuläres Ereignis, das sog. „Wundergeläuf”, machte Bad Pyrmont 1556 weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt: Damals zogen über 10000 Menschen zum „Hylligen Born” und hofften auf Heilung ihrer Gebrechen. Nicht in allen Fällen erfüllte sich diese Hoffnung, aber der Ruf von Pyrmont und seinen Quellen festigte sich. Nach dem Dreißigjährigen Krieg legte Graf Georg Friedrich von Waldeck-Pyrmont mit dem Bau eines Brunnentempels über dem „Hylligen Born” und der Bepflanzung der Hauptallee als „Spatziergang” den Grundstein für eine der ältesten Kurparkanlagen der Welt. Nachdem sich der Kurbetrieb im 17. Jh. überwiegend in den nahe der Quellen gelegenen Dörfern Oesdorf und Holzhausen sowie in der Nachbarstadt Lüdge abgespielt hatte, entstand mit dem Bau der heutigen Brunnenstraße die „Neustadt” mit zahlreichen, bis heute liebevoll gepflegten Gebäuden des Klassizismus, Historismus und Jugendstils. Die glanzvolle Zeit des Kurortes als Modebad des Hochadels begann mit dem „ Fürstensommer” 1681, als fast 40 königliche und fürstliche Persönlichkeiten gleichzeitig in Pyrmont weilten. Andere gesellschaftliche Kreise folgten, z. B. Staatsmänner wie Zar Peter der Große oder Gelehrte und Künstler wie Johann Wolfgang von Goethe. Heute begrüßt das größte Niedersächsische Staatsbad seine Gäste mit modernsten Kur- und Wellnesseinrichtungen.

Bad Pyrmonter Schloss von oben

Bad Pyrmonter Schloss von oben

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Rundgang beginnt am Brunnenplatz, der seit jeher das Zentrum des Kurortes bildet. Hier entspringen der „Hyllige Born”, der „Brodelbrunnen” und der „Augenbrunnen”, Der „Hyllige Born” stellt die bekannteste Quelle und das heutige Wahrzeichen Bad Pyrmonts dar. Der monumentale Kuppelbau ruht auf 12 Säulen und wurde – als vierter Brunnentempel an dieser Stelle – 1923/24 nach Plänen des Architekten Sasse aus Hannover errichtet. Südöstlich entspringt der Brodelbrunnen. Bei einer Neufassung 1863 fand man hier eine Schöpfkelle, Fibeln und Münzen, die belegen, dass diese Quelle bereits in den ersten drei Jahrhunderten nach Christi Geburt wegen ihrer heilenden Kraft verehrt wurde. Westlich davon sprudelt der Augenbrunnen mit dem Standbild der Heiligen Odilie, der Beschützerin des Augenlichtes. Den nördlichen Abschluss des Brunnenplatzes bildet die Wandelhalle, die zeitgleich mit dem Neubau des Brunnentempels 1923/24 entstand und ebenfalls vom Architekten Sasse entworfen wurde.

Das tempelähnliche, streng gegliederte, neoklassizistische Gebäude beherbergt heute den Ausschank aller genutzten Heilwässer Bad Pyrmonts sowie Geschäfte und Gastronomie. Am entgegengesetzten Ende des Brunnenplatzes beginnt die Hauptallee, an deren Eingang zwei Gebäude der Biedermeierzeit, Haus Ockel (Hs. Nr 1) und Haus Uslar (Hs. Nr. 2), eine nähere Betrachtung lohnen. Ein besonders prägendes Element des Brunnenplatzes ist der Fürstenhof, welcher 1777 von einer holländischen Aktiengesellschaft als „Fürstliches Badelogierhaus”, erstmals mit Badekabinen, errichtet wurde. Das damals angesehenste Haus Pyrmonts bot mehreren hundert Menschen Unterkunft und beherbergte berühmte Gäste. Besonders schön gestaltet ist der Dreiecksgiebel an der Nord- und Ostseite des Hauses. Zum Brunnenplatz hin wurde 1910 das Flachrelief mit der Darstellung der Quellgöttin eingesetzt. Nun verlässt man den Brunnenplatz durch die 1667/68 vom Fürsten Georg Friedrich angelegte Hauptallee, die seit über 300 Jahren den Mittelpunkt des Kurbetriebes bildet und noch im 19. Jh. nur dem Bürgertum und dem Adel Vorbehalten war. Entlang der Allee reihen sich einige interessante Gebäude aus dem 19. Jh. aneinander, die von der ursprünglichen Bebauung zeugen und in ihren Erdgeschossen bis heute Cafes, Restaurants und Geschäfte beherbergen. Vor dem Kurhotel erstreckt sich die Grünfläche mit dem Denkmal des berühmten Komponisten Albert Lortzing, der 1827-1833 im Kurtheater als Schauspieler, Sänger und Musiker wirkte und hier die Oper „Zar und Zimmermann” komponiert haben soll. Unterhalb des Lortzingplatzes steht das 1818 errichtete Schauspielhaus (Kurtheater). Das Theater wurde vom damaligen Theaterdirektor August Pichler geplant und im klassizistischen Stil des Biedermeier umgesetzt. Gegenüber dem Schauspielhaus erblickt man den Kaiserhof, der 1911 im barockisierenden Jugendstil entstand. Als Vorgängerbau erfreute sich seit der Mitte des 18. Jh. das „Cafe-Haus” als Treffpunkt der Badegesellschaft großer Beliebtheit. Weiter durch die Hauptallee, erreicht man nach ca. 100 m das Brandenburger Tor. Der Haupteingang zum Kurpark wurde bei der Neugestaltung des Kurzentrums unter preußischer Herrschaft erbaut und erinnert an das gleichnamige Gebäude in Berlin.

Für mehr Infos: Frankfurt Urlaub Deutschland | Halong Dschunke | Mekong Kreuzfahrt Vietnam Kambodscha

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