BAD PYRMONT 3

Der Rundgang führt weiter durch die Kirch- straße und dann in die Brunnenstraße, welche heute als zentrale Einkaufsstraße und Fußgängerzone Bad Pyrmonts zum Bummeln und Flanieren einlädt. Besonders beachtenswert ist Hs. Nr. 47, „Haus Hemme- rich”, direkt am Brunnenplatz. Seine vom Klassizismus geprägte Gestalt zeugt noch heute vom Glanz der vergangenen Jahrhunderte. Man folgt der Brunnenstraße nach rechts bis zur Einmündung der Rathaus- und Altenaustraße. Vor dem Rathaus sollte man einen Blick auf den Ratskeller (Hs. Nr. 3) werfen, in dem 1716 Zar Peter der Große während seiner Kur logierte. Auch anderen berühmten Persönlichkeiten diente das Haus als Unterkunft, z. B. Freiherr Hieronymus von Münchhausen oder dem Landesherrn Fürst Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont. Hinter dem Ratskeller erhebt sich das denkmalgeschützte Rathaus, das 1892 als Kaiserliche Post (Alte Post) im Stil der Weserrenaissance errichtet wurde. 1932 erwarb die Reichspost das Gebäude, bevor es 1940 von der Stadtverwaltung bezogen wurde. Nachdem die städtischen Behörden behelfsmäßig in verschiedenen Gebäuden untergebracht war, beschloss man 1986 die Modernisierung und Erweiterung des Rathauses, die drei Jahre später abgeschlossen war. Im Zentrum des Rathausplatzes sprudelt die Trampelquelle, die hinter dem Rathaus entspringt und nach Dr. Trampel (1737-1817, Brunnenarzt, Begründer des Solebadehauses und Entdecker einiger salzhaltiger Quellen) benannt wurde. Weiter durch die Brunnenstraße, passiert man den Lutterbrunnen, einst von der gleichnamigen Familie als Tiertränke St. Petri-Kirche errichtet. Am Ende des Fußgängerbereichs überquert man die Rauchstraße und geht weiter auf der linken Seite der Brunnenstraße. Bald erreicht man das als „Alter Fritz” bekannte Fachwerkgebäude (Hs. Nr. 16), eines der ältesten und schönsten Häuser der Brunnenstraße.

Stadtkirche (Christuskirche),  Bad Pyrmont

Stadtkirche (Christuskirche), Bad Pyrmont

Der Pyrmonter Amtmann Heinrich Orthgies ließ das repräsen-tative Wohnhaus 1668 bauen. Der „Alte Fritz”, Friedrich II. von Preußen, hielt sich 1744 und 1746 zur Kur hier auf und ist in einer Büste vor dem Flaus verewigt. Im linken Teil der Flausfront weist über dem Bank-Schriftzug ein Spruch auf das „Wundergeläuf” hin. Links am Fachwerkhaus vorbei, betritt man die romantische Lauengasse. Von ihr lohnt sich ein Abstecher durch die Bäckerstraße und den Schmiedeweg, das ehemalige Handwerkerviertel, zur St. Petri-Kirche. Als Nachfolgerbau einer mittelalterlichen Kirche wurde das Gotteshaus nach Plänen des Baurates C. W. Hase aus Hannover errichtet und 1880 geweiht. Die dreischiffige Basilika aus unverputztem Rotsandstein beeindruckt auch durch ihre Innenausstattung, u. a. die Kanzel im neoromanischen Stil, die Wandmalerei auf der Rückwand über der Apsis mit der Darstellung Christi auf dem Regenbogen sowie ein um 1880 historisch in romanischerWeise gestaltetes Kruzifix. Lediglich das Altarbild „Die Anbetung der Heiligen Drei Könige” stammt noch aus dem Mittelalter, vermutlich nach 1475. Das Pendant, das Auferstehungsbild, entstand um 1880. Zurück an der Bäckerstraße, folgt man dieser weiter nach rechts, bis sie auf die Rathausstraße trifft. Von dieser zweigt nach rechts die schmale Säuerlingsgasse ab, die zu einem weiteren Brunnen Bad Pyrmonts führt, der Bergsäuerlingsquelle. Dr. Seip entdeckte die Quelle 1717. Über dem Sammelbehälter wurde 1950 ein Gebäude aus Natursteinen und einem Schieferdach errichtet. Eine Leitung führt das Heilwasser zu den Bad Pyr- monter Heilquellen, wo das Wasser abgefüllt und vertrieben wird. Durch die Bismarckstraße und die Lägerstraße gelangt man zur Stadtkirche, welche seit 1949 auch Christuskirche genannt wird. Das evangelische Gotteshaus entstand in den Jahren 1872-1877 nach den Plänen des Waldecker Architekten August Orth im neugotischen Stil. Größere Renovierungsarbeiten erfolgten in den Jahren 1953, 1980 und 1990. Besondere Beachtung verdienen im Inneren der Wandpfeilerkirche die hölzerne Kanzel sowie die Emporenbrüstung. Der Altar wurde vom hannoverschen Bildhauer Siegfried Zimmermann in Bronze gegossen. Weitere Akzente im Altarraum setzen die vom Kunstmaler Karl Hellwig aus Stefansbeke bei Hagen gestalteten Buntfenster. Im Durchgang zum Kirchenschiff steht die Plastik des betenden Engels, geschaffen vom Pyr- monter Bildhauer Friedrich Drake. Von der Terrasse vor der Stadtkirche bietet sich eine herrliche Aussicht auf das Stadtzentrum mit der Kirch- straße und dem Brunnenplatz. Von der Stadtkirche folgt man nun der Seipstraße. Rechter Hand lädt der idyllische Friedrichsparkzu einer Verschnaufpause ein. Die Torfschicht, die das Gelände einst bedeckte, wurde für Moorbäder abgetragen. Inmitten des Parks entspringt die 1907 entdeckte Friedrichsquelle unter einem Sandsteinpavillon. Der eisenhaltige Säuerling ist kostenlos erhältlich und versorgtauch die Wassertretanlage. Sowohl der Park als auch die Quelle wurden nach dem letzten regierenden Fürsten Friedrich von Waldeck und Pyrmont (1865-1946) benannt. Gegen-über des Friedrichsparks in der Seipstraße sprudelt ein weiterer Bad Pyrmonter Brun- nen, die Helenenquelle. Biegt man hinter ihr links ab in die Bombergallee und gleich wieder links in die Brunnenstraße, kann man dort weitere sehenswerte Logierhäuser des 18. und 19. Jh. bewundern. Im klassizistischen Goethe-Haus (Hs. Nr. 6) wohnte der berühmte Dichter im Jahre 1801 mit seinem Sohn August und seinem Schreiber Geist. Im gleichen Jahr hielt sich auch der Erbprinz Karl Friedrich von Weimar in dem Haus auf. Vom Goethe-Haus ist es nicht mehr weit zum Brunnenplatz.

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