BAD GANDERSHEIM 2

Im Steinweg, der in westlicher Richtung vom Marktplatz wegführt, steht das Frauenhaus „Zum Heiligen Geist” (Hs. Nr. 19). Es wurde 1238 als „Hospital zum Heiligen Geist” in der Nähe eines päpstlich bestätigten „Wunderbrunnens” erbaut und diente im Mittelalter als Beginenhaus. Unter der Stiftsäbtissin Elisabeth Ernestine Antonie von Sachsen-Meiningen wurde das Gebäude 1763 erneuert und bis 1975 von 12 Frauen bewohnt. Weiter geradeaus kommt man zur St. Georgskirche. Die älteste (und im Mittelalter einzige) Pfarrkiche der Stadt weist im Turm romanische Bauteile aus dem 12. Jh. auf, das Kirchenschiff ist gotisch.

Nach der Verlegung der Gande im 16. Jh. wurde der Fachwerkchor verkürzt. Der Innenraum ist mit bäuerlicher Malerei von 1676 ausgestaltet. Die Figur des St. Georg über der Eingangstür war früher an einem der Stadttore angebracht. Vom Steinweg bzw. der St.-Georg-Straße zweigt nach rechts die Clusgasse ab, die man jedoch bald durch die kleine Straße „An der Wiek” verlässt. Der Jüdische Friedhof diente von 1777 bis 1921 als Begräbnisstätte der jüdischen Gemeinde Gandersheim. Aufgrund der geringen Anzahl an Gemeindemitgliedern war die Synagoge seit dem 18. Jh. in verschiedenen Privathäusern untergebracht. Um 1900 schlossen sich die jüdischen Familien aus Gandersheim der Gemeinde Seesen an. Nun geht man durch die Clusgasse und den Steinweg ein Stück zurück und biegt rechts in den Wächterstieg ein. Der einzige noch erhaltene Wehrgang der Stadt entspricht dem Verlauf der Stadtbefestigung im Westen. Der Rundgang wird nun durch die Alte Gasse in Richtung Marktplatz fortgesetzt, folgt dann der Moritzstraße nach rechts und schließlich der Straße Barfüßerkloster nach links. An das 1501 gegründete Franziskanerkloster erinnert heute nur noch der Straßenname. Im Barfüßerkloster fand 1532 das Scheinbegräbnis der Eva von Trott statt; die Geliebte des braunschweigischen Herzogs Heinrichs des Jüngeren wurde auf der Stauffenburg versteckt. Schräg gegenüber dem ® Barfüßerkloster steht die Wilhelmsburg, die 1495 unter Herzog Wilhelm dem Jüngeren von Braunschweig als Witwensitz der braunschweigischen Herzoginnen errichtet wurde. Ab 1570 gehörte es zum von Herzog Julius gegründeten „Paedagogicum illustre”. Diese höhere Schule wurde 1574 nach Helmstedt verlegt und später in eine Universität umgewandelt. 1756 bis 1841 war hier das städtische Brauhaus untergebracht.

Markplatz, Bad Gandersheim

Markplatz, Bad Gandersheim

Nach einem Brand 1785 erfolgte der Wiederaufbau. Heute haben in der Wilhelmsburg Teile der Stadtverwaltung ihren Sitz. Die parallel zum Barfüßer-kloster verlaufende Straße „An der Stadtmauer” weist schon durch ihren Namen auf Reste der alten Stadtmauer hin.

Besonders im südlichen Bereich sind Teile der spätmittelalterlichen Befestigungsanlage mit Stadtmauer, Graben, Wall, vier Stadttoren und vielen Mauertürmen erhalten. Die Straße „An der Stadtmauer” folgt dem Verlauf des Stadtgrabens. Stadteinwärts sind Reste der Mauer, stadtauswärts Geländeerhebungen des früheren Stadtwalls zu erkennen. Um zur Stiftskirche zurückzukehren, geht man die Straße „An der Stadtmauer” bis zur Kreuzung zurück und folgt dann der Moritzstraße nach rechts zum Marktplatz.

SCHAUEN

Die Gandersheimer Domfestspiele gehören mit ihrem vielseitigen Repertoire aus Schauspiel, Musical, Kindertheater und Studiostücken zu den traditionsreichsten und beliebtesten Freilichtspielen Deutschlands. Etwas außerhalb des Stadtzentrums liegen die Klosterkirche Clus, heute ein landwirtschaftlicher Betrieb auf dem Gelände des ehemaligen Benediktinerklosters, und das Kloster Brunshausen. Die Geburtsstätte der Stadt Bad Gandersheim dient heute als Kulturzentrum für Konzerte, Lesungen und Ausstellungen. Im nahe gelegenen Harz mit seinem höchsten Berg, dem sagenumwobenen, 1142 m hohen Brocken, laden die alte Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld mit dem Oberharzer Bergwerksmuseum und den zugänglichen Schachtanlagen, der beschauliche Kurort Braunlage sowie Herzberg mit dem größten Fachwerkschloss Niedersachsens zu Besichtigungen ein.

Touristinformation Bad Gandersheim, Stiftsfreiheit 12,37581 Bad Gandersheim, Tel: 05382/73-320, Fax: 05382/73-5320, E-Mail: touristinformation @bad-gandersheim.de, Internet: www.bad-gandersheim.de

SCHLEMMEN UND SCHLAFEN

Kurpark-Hotel Bartels Im Kurviertel gelegenes Haus mit angenehmer Atmosphäre und modern und gemütlich eingerichteten Zimmern sowie Sauna, Solarium und Fitnessraum. Das reichhaltige Frühstücksbüfett lässt keine Wünsche offen. Dr.-Heinrich-Jasper-Straße 2,37581 Bad Gandersheim, Tel: 05382/75-0, Fax: 05382/75-147

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Klosterhof Cafe Umgeben von historischen Mauern, Kunst und Natur kann man sich hier in stilvollen Räumen und im malerischen, schattigen Garten verwöhnen lassen. Brunshausen 6, 37581 Bad Gandersheim, Tel: 05382/3144

Köhler’s Landgasthaus Im Ortsteil Altgandersheim gelegener Familienbetrieb mit vielseitigen, gemütlichen Räumlichkeiten und individuell eingerichteten Gästezimmern. Das Restaurant bietet eine vielfältige Küche. Rük 18, 37581 Bad Gandersheim, Tel: 05382/5212, Fax: 05382/5259

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