WOLFSBURG 2

Das Glockenspiel besteht aus 24 Bronzeglocken, die ein Gesamtgewicht von 3 Tonnen auf die Waage bringen. In der Bürgerhalle zeigt der Fußboden den Stadtplan Wolfsburgs von 1958. Auch der Sitzungssaal ist sehenswert. Zwischen dem Alten Rathaus und dem Kunstmuseum entstand von 1991 bis 1994 als Erweiterungsbau das Neue Rathaus nach Plänen von Prof. Schweger. Der fünfgeschossige Stahlbetonskelettbau ist durch eine Brücke mit dem Alten Rathaus verbunden, die im Volksmund „Beamtenlaufbahn” genannt wird. Aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken ist das Theater, dessen Bau lange umstritten war und mehrmals stillgelegt wurde. Im Herbst 1973 konnte das von Hans Scharoun entworfene Theater eröffnet werden und präsentiert heute Opern- und Ballettaufführungen ebenso wie Musicals, Variete, Rockshows und klassische Schauspiele. Im Stadt-Zentrum genießt man nicht nur die kulturelle Vielfalt Wolfsburgs, sondern kann in vielfältigen Geschäften – vom Kaufhaus bis zum Künstleratelier, von der Boutique bis zum Feinkostladen – ausgewählte Produkte erstehen. Ein besonderer Anziehungspunkt für einen Einkaufsbummel ist die City- Galerie auf der Ostseite der Porschestraße. Auf 20000 Quadratmetern verteilen sich hier 100 Geschäfte auf drei Ebenen. Neben dem großen Angebot besticht das größte Einkaufszentrum der Region durch sein gepflegtes Ambiente, das durch viel Glas, Pflanzen und ideal in die Architektur integrierte Brunnen- und Sitzlandschaften geprägt wird. Cafes, Snackbars und Restaurants sorgen für das leibliche Wohl. Seit November 2005 ist die Wolfsburger Innenstadt um eine weitere Attraktion reicher. Direkt neben dem ICE-Bahnhof befindet sich das phaeno, das bereits durch seine futuristische Architektur, entworfen von der Pritzker-Preis-Trägerin Zaha Hadid, auffällt. Die Experimentierlandschaft der Naturwissenschaft lädt dazu ein, Naturphänomene spielerisch zu entdecken. An über 250 interaktiven Experimentierstationen aus acht Themenbereichen sowie in drei Besucherlaboren kann man sich selbst als Wissenschaftler betätigen. Unter anderem kann man hier den mit über 5 Metern größten Feuertornado der Welt erleben und die Entstehung eines Geysirs beobachten. Beim Crash-Test mit dem eigenen Körper wird der Aufprall auf die gepolsterte Matte an der Wand gemessen.

Burg Neuhaus

Burg Neuhaus

An der Station „Jeder ist Du und Ich” verschmelzen die Gesichter von zwei Menschen, die sich an einem halbtransparenten Spiegel gegenüber stehen, zu einem Gesicht. Der „Mind Ball” bewegt sich allein durch Gehirnströme und soll ins gegnerische Torfeld gelangen – wer entspannt ist, gewinnt! Im Ideenforum finden Vorträge und Wechselausstellungen statt und im Wissenschaftstheater erlebt man Phänomene aus Naturwissenschaft und Technik bei spektakulären Science-Shows, Experimentalvorträgen und Inszenierungen spielerisch. Für das leibliche Wohl sorgen das anspruchsvolle „ Restaurant da Vinci”, das preisgünstige SB-Restaurant „Cafeteria Italiana” und die „Coffee bar”. Der Veranstaltungsbereich „Sirius banquet” kann für Veranstaltungen gemietet werden. Im phaeno-Shop findet man kleine Souvenirs und anspruchsvolle Sammlerobjekte, aber auch (populär)wissenschaftliche Bücher, Experimentiersets und Science-Spiele. Vom phaeno ist es nun nicht mehr weit in die AUTOSTADT, die seit Juni 2000 nicht nur erwartungsvolle VW-Kunden zur Abholung ihres Neuwagens, sondern auch zahllose Besucher anzieht. Der automobile Themenpark ist über die spektakuläre Stadtbrücke direkt vom ICE-Bahnhof zu erreichen. Im Nordosten Wolfsburgs stellt das 25 ha große Areal einen eigenen Stadtteil mit Pavillons und Großbauten, Wasserläufen, Seen und Lagunen sowie weitläufigen, reizvoll bepflanzten Grünflächen dar. Das KonzernForum bildet den Eingang zur Autostadt. Von der Piazza, die Orientierungs- und Informationsmöglichkeiten bietet, erreicht man die KonzernWelt mit Inszenierungen für die ganze Familie, den Shop Metropol im Erdgeschoss sowie die Attraktionen, Installationen und Kinos im ersten und zweiten Stock. Das ZeitHaus dokumentiert die Geschichte des Automobils von den Anfängen bis in die Gegenwart. Automobillegenden werden hier in ihrem historischen Kontext mit Musik, Mode, Werbung und Design präsentiert. Die MarkenPavillons zeigen die Marken des Volkswagen-Konzerns (Audi, Bentley, Lamborghini, Seat, Skoda, Volkswagen und Volkswagen Nutzfahrzeuge), deren unterschiedliche Werte und Philosophien sich in der Architektur und der Inszenierung der Ausstellungsräume widerspiegeln. In den beiden gläsernen AutoTürmen warten die Neuwagen auf ihre stolzen Besitzer, die sie im KundenCenter in Empfang nehmen können. Die AUTOSTADT lädt auch zum Mitmachen unter fachkundiger Anleitung von Instruktoren ein. Auf dem Gelände Parcours müssen elf Hindernisse wie Wassergraben und Wippen bewältigt werden. Beim SicherheitsTraining lernt man, kritische Situationen zu meistern. Das SparTraining will zu ressourcenschonendem Fahren anregen. Bei allen Fahrattraktionen werden Testautos zur Verfügung gestellt. Ein besonderes Erlebnis ist die Maritime Pano- ramaTour mit dem restaurierten Oldtimer „MS Osterbek”, der auch gechartert werden kann. Auf dem Mittellandkanal gleitet man vorbei an den Produktionshallen des Volkswagen-Werkes bis nach Fallersleben. Nach so vielen neuen Eindrücken kann man den Tag in einem der zahlreichen Restaurants der AUTOSTADT ausklingen lassen.

SCHAUEN

Ein „Muss” für Autofans ist neben der AUTOSTADT ein Besuch im «Auto Museum Volkswagen, das auf 5000 m2 Legenden der Automobilgeschichte wie den Urkäfer, den VW-Bulli und den Golf GTI zeigt. Nach den Sternen greifen kann man im Planetarium am Klieversberg. Im einzigen Großplanetarium Niedersachsens wird mit modernster Technik der Anblick des Sternenhimmels mit Sonne, Mond und Planeten naturgetreu dargestellt. Erholung und Freizeitspaß bietet der Allerpark, dessen Mittelpunkt der Allersee mit vielen Wassersportmöglichkeiten bildet. Zu den weiteren Attraktionen dort zählen der Wakepark mit einer Wasserskianlage und das BadeLand, Norddeutschlands größtes Spaß- und Freizeitbad. Im Stadtteil Fallersleben kann man die Erlebnisbrauerei im «Alten Brauhaus besichtigen. Das Schloss Fallersleben beherbergt das Floffmann-von- Fallersleben-Museum zur Geschichte deutscher Demokratie und Dichtung im 19. Jh. In der Burg Neuhaus zeigt das Städtische Museum eine Dokumentation zur Geschichte der Burg und des Amtes Neuhaus. Die ehemalige Wasserburg aus dem 14. Jh. ist von einem malerischen Park umgeben.

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WOLFSBURG

GESCHICHTE

Neben Salzgitter-Lebenstedt und Eisenhüttenstadt ist Wolfsburg die einzige deutsche Stadt, die im 20. Jh. planmäßig gegründet und angelegt wurde. Der Ursprung der Stadt liegt in der Idee eines „Volkswagens”, der Vorstellung eines zuverlässigen und für jedermann erschwinglichen Autos. Nach seiner Machtergreifung übernahm nahm Adolf Hitler diese Idee und nutzte sie zu Propagandazwecken. Am 26.5.1938 legte Hitler den Grundstein für das Volkswagen-Werk, das jedoch bis 1945 ausschließlich Militärfahrzeuge produzierte. Um den Mitarbeitern des Werkes, die aus ganz Deutschland zusammengeholt werden mussten, eine neue Heimat zu geben, wurde gleichzeitig der Bau einer vorbildlichen Arbeiterstadt in Auftrag gegeben, die die nationalsozialistischen Ideale widerspiegeln sollte. Die offizielle Gründung der „Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben”, so der vorläufige Name, erfolgte am 1.7.1938. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lenkte die britische Militärregierung die Geschicke der Stadt und setzte eine Stadtverordnetenversammlung ein. Diese beschloss in ihrer Sitzung am 22.6.1945, die Stadt nach ihrem Weserrenaissanceschloss aus dem 16. Jh. „Wolfsburg” zu nennen. Durch die erfolgreiche Entwicklung des Volkswagen-Werks vervierfachte sich die Einwohnerzahl in den Jahren 1948 bis 1963 von 22000 auf über 85000. Im Zuge einer Gebietsreform 1972 kamen durch Eingemeindungen weitere 40000 Einwohner hinzu. Heute präsentiert sich Wolfsburg als junge, moderne Stadt mit ca. 123 000 Einwohnern und bietet seinen Besuchern viele Attraktionen. Seit Juni 2000 besitzt Wolfsburg mit der AUTOSTADT einen spektakulären automobilen Themenpark, der nicht nur VW-Kunden begeistert. Das VW-Werk ist heute das größte Automobilwerk der Welt unter einem Dach. Durch Städtefreundschaften und Partnerschaften ist Wolfsburg mit Luton (Großbritannien), Marignane (Frankreich), Pesaro-Urbino (Italien), Bielsko Biala (Polen), Togliatti (Russland) sowie Halberstadt verbunden.

Schloss Wolfsburg

Schloss Wolfsburg

SEHENSWÜRDIGKEITEN UND ATTRAKTIONEN

Ein guter Ausgangspunkt für Entdeckungstouren durch Wolfsburg ist der Namensgeber der Stadt, das Schloss Wolfsburg. Zu Beginn des 14. Jh. wurde das Schloss vom mächtigen Adelsgeschlecht derer von Bartensieben gegründet und in der zweiten Hälfte des 16. Jh. zu einem repräsentativen Weserrenaissance-Schloss ausgebaut. Zwischen 1719 und 1742 wurden der Barockgarten, die Stall- und Remisengebäude sowie zahlreiche Häuser der Gutssiedlung neu geschaffen. Als die männliche Linie derer von Bartensieben Mitte des 18. Jh. ausstarb, ging das Schloss im Zuge der Erbfolge an die Grafen von der Schulenburg über, denen es bis 1942 gehörte. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb die Stadt das Schloss vom Land Niedersachsen und nutzt die Anlage für Empfänge und Kulturveranstaltungen. Als Repräsentationsräume dienen der Gartensaal, die Gerichtslaube, das Kaminzimmer und der Jagdsaal.

Als kultureller Mittelpunkt der Stadt beherbergt das Schloss Wolfsburg seit 1974 die Städtische Galerie mit Kunstwerken des 20. Jh. Der Kunstverein ergänzt dieses Angebot durch ständig wechselnde Ausstellungen. Das Stadtmuseum in den Schlossremisen dokumentiert die Schloss- und Hei-matgeschichte und veranstaltet ebenfalls regelmäßig Sonderausstellungen. Im Schloss befindet sich außerdem eine Werkstatt für Druckgrafik, die Gastkünstlern aus dem In- und Ausland die Möglichkeit bietet, druckgrafische Experimente durchzuführen und währenddessen im Schloss zu wohnen. Im Sommer findet alljährlich die Internationale Sommerbühne im Schlosshof mit Konzerten, Variete, Kindertheater etc. statt. Auch der Antoniensaal verleiht regelmäßig Konzerten einen stimmungsvollen Rahmen. Doch das kulturelle Leben spielt sich nicht nur im Schloss, sondern auch in der Innenstadt ab. Das 1994 eröffnete Kunstmuseum ist ein lebendiges Zentrum für moderne und zeitgenössische Kunst. In die Muse-umsarbeit werden Aspekte der Stadt Wolfsburg und ihres Weltkonzerns – Urbanität, Internationalität, Qualität und Modernität – integriert. Das Gebäude wurde vom Architekten Peter Schweger als offene, transparente Stadtloggia mit Glasdach entworfen. Die Ausstellungen werden bereichert durch interessente Events, Vorträge, Führungen und ein museumspädagogisches Programm. Das Alvar-Aalto-Kulturhaus entstand ab 1958 nach den Plänen des gleichnamigen finnischen Architekten und wurde 1962 eröffnet. Die Fassade wird dominiert von drei Natursteinarten (weißer Carraramarmor, grauer griechischer Marmor und schwarzer schwedischer Marmor), die bei günstiger Beleuchtung metallisch schim- mern. Der Architekt entwarf nicht nur das Haus, sondern auch Elemente der Inneneinrichtung wie Lampen, Türgriffe, Einbauschränke etc. Auch Aaltos Vorliebe für Oberlicht in verschiedenen Varianten sowie für das Spiel mit den Naturmaterialien Marmor, Keramik, Ziegel und Holz wird beim Gang durch das Gebäude deutlich. Neben einem Restaurant und kleinen Geschäften ist im Kulturhaus die Stadtbücherei untergebracht. Die Bibliothek erinnert mit ihrer Gliederung an eine Barockbibliothek. Beim Hinaufsteigen der Treppen in die obere Etage fallen die breite Fensterfront und der Innenhof mit Sitzgelegenheiten auf. Gegenüber befinden sich die fünf Hörsäle. Eine Besonderheit ist die Feuerstelle im Gruppenraum, einem geschlossenen Raum mit Schiebedach. Direkt nebenan steht das Alte Rathaus, das vom Wolfsburger Architekten Titus Taeschner entworfen und 1958 eingeweiht wurde. Auf der bronzenen Rathaustür mit dem Wolf als Türgriff ist eine Kurzchronik der Stadt zu lesen.

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WILHELMSHAVEN 2

Man verlässt das Hafengebiet durch die Virchowstraße. Bald öffnet sich rechts, gegenüber dem Einkaufszentrum NordseePassage, in dem auch die Tou-rist-Information untergebracht ist, der Kirch- platz mit der Christus-und Garnisonkirche. Die Garnisonkirche erhielt nach der Zerstörung der benachbarten Christuskirche zusätzlich deren Namen und dient seither beiden evangelischen Gemeinden als Gotteshaus. Im Innenraum sind neben dem bekannten Altarbild „Durch das Kreuz zum Licht” viele maritime Gedenktafeln, Wappen und Flaggen aus der Kaiserzeit sowie das Grab eines unbekannten Seemannes zu sehen. Die farbenprächtigen Kirchenfenster von I. 0. Lim lassen das Innere des Gotteshauses bei Tageslicht besonders erstrahlen und erzählen die Geschichte Jesu. An den Kirchplatz schließen sich der Friedrich-Wilhelm-Platz und der gleichnamige Park an. Hier würdigt das Kaiser-Wilhelm-Denkmal den Namensgeber der Jadestadt. Das heutige Standbild ist ein Nachguss der Original-Statue von 1896, die nach dem Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurde. Am Rande des gegenüberliegenden Adalbert-Platzes erinnert das Adalbert- Denkmal an Prinz Adalbert. Die vom Berliner Bildhauer Karl Schüler geschaffene Steinskulptur wurde durch Spenden von Marineoffizieren finanziert und erinnert an den ersten Admiral der preußischen Marine und Initiator der Gründung Wilhelmshavens. Durch die Marktstraße ist es von den beiden Plätzen nun nicht mehr weit zum Marinearsenal an der Gö- kerstraße mit dem bereits beschriebenen Historischen Werfttor und dem Wasserturm. Der Rundgang führt jedoch weiter durch dieVirchowstraße. Das Robert- Koch-Haus (Hs. Nr. 17) beherbergte einst das Gesundheitsamt und wurde nach dem Begründer der Bakteriologie benannt. Im Vordergiebel des im Stil der Neo-Renaissan- ce errichteten Gebäudes erklingt stündlich zwischen 8 und 18 Uhr ein Glockenspiel mit unterschiedlichen Melodien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das neoklassizistische Gebäude der ehemaligen Marine- Intendantur zum Stadttheater (Hs. Nr. 44) umgebaut. Im Zuge der umfangreichen Renovierungsarbeiten wurde der geräumige Innenhof überdacht und zu einem Theater-raum umgestaltet. Am 19.10.1952 fand die feierliche Eröffnung des Stadttheaters statt. Gegenüber befindet sich die älteste kulturelle Institution der Stadt: Die Kunsthalle präsentiert seit über 90 Jahren vielfältige Ausstellungen und legt ihren Schwerpunkt heute auf Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst. Am Ende der Virchowstraße erreicht man den Kurpark, die älteste Parkanlage der Stadt mit altem Baumbestand, vielen Ruhebänken und einem großen Teich mit Fontäne. In der FHochsaison finden in der Konzertmuschel jeden Sonntag Kurkonzerte statt. Durch den Ausgang an der Bismarck-/Mozartstraße verlässt man den idyllischen Park und erreicht durch die Mühlenstraße und den Mühlenweg die Kopper- hörner Mühle, die 1547 erbaut, 1922 von der Stadt Wilhelmshaven erworben und in den 1980er-Jahren renoviert wurde. Das Museum mit der funktionsfähigen Mahltechnik und historischen Müllereimaschinen zeigt, wie einst Korn zu Mehl verarbeitet wurde. Durch den Mühlenweg geht man zum Berliner Platz und kann von dort durch die Edo-Wiemken-Straße einen Abstecher zur Siebethsburg unternehmen.

Christus- und Garnisonkirche

Christus- und Garnisonkirche

Die um 1383 errichtete Anlage ist die älteste Burg Wilhelmshavens und war 50 Jahre lang ein Zentrum der Macht. Fleute vermitteln nur noch der ca. 5 m hohe Burghügel mit seinen doppelten Wällen und Gräben sowie das Gelände der früheren Vorburg einen Eindruck von den Ausmaßen derTrutzburg.

Zurück am Berliner Platz, folgt man kurz der Grenzstraße, um dann durch die Paul- Flug-Straße rechts zum Rathausplatz zu gehen. Das aus Bockhorner Klinkerstein erbaute Rathaus wurde 1929 feierlich eingeweiht. Der mächtige Turm in der Mitte des Gebäudes wird heute als Wasserreservoir für die Stadt genutzt und kann auch bestiegen werden. Aus 49 m Flöhe genießt man eine herrliche Aussicht über Wilhelmshaven, den Jadebusen und den Nationalpark Wattenmeer. Im weiteren Verlauf der Grenzstraße passiert man die Stadthalle und gelangt schließlich zur Marktstraße. Der Fußgängerzone folgt man nach links zum Börsenplatz, um den sich liebevoll restaurierte Fläuser aus der Kaiserzeit, aber auch zahlreiche Cafes, Bars und Restaurants gruppieren. Nach dem gemütlichen Bummel durch die Fußgängerzone kann man durch die Virchowstraße wieder zum Großen Flafen zurückkehren.

SCHAUEN

Eine Idylle mitten in Wilhelmshaven ist der kleine Sielort Rüstersiel mit seinem malerischen Hafen und dem modernen Schöpfwerk Maadesiel, das Schiffen den Zugang zum Meer eröffnet und das Hinterland entwässert. Bei Fedderwarden liegt die mittelalterliche Burg Kniphausen, die heute Wohnungen, Ateliers und ein Restaurant beherbergt. Fröhlich gefeiert wird am Wochenende an der Jade (Ende Juni/Anfang Juli), dem Stadt- und Hafenfest mit Musik, historischem Markt im „Hexendorf”, Schiffsbesichtigungen und Feuerwerk. Mit dem Katamaran „CAT No. 1″ erreicht man in ca. 100 Minuten, mit dem Seebäderschiff MS Helgoland in 180 Minuten die Hochseeinsel Helgoland. Weitere Ausflugsziele sind das alte Nordseebad Dangast, Hooksiel mit seinem historischen Ortsbild, Horumersiel-Schillig mit einem herrlichen Sandstrand und das anerkannte Nordseeheilbad Carolinensiel-Harlesiel mit modernen Kureinrichtungen.

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WILHELMSHAVEN

GESCHICHTE

Wilhelmshaven ist keine natürlich gewachsene Stadt, sondern wurde in der Kaiserzeit als Marinehafen am Reißbrett geplant. Aufgrund der günstigen Strömungsverhältnisse und der sturmgeschützten Lage am Jadebusen wählte Prinz Adalbert die Stelle, an der sich heute Wilhelmshaven befindet, für den Flottenstützpunkt der preußischen Marine. Mit dem Jadevertrag vom 20.7.1853 erwarb Preußen über 300 Hektar Jadeland von Oldenburg und musste neben dem hohen Kaufpreis in den Jahren nach der Gründung hohe Investitionen in die Stadtentwicklung tätigen.

Mit Tausenden Arbeitern bewegte der Ingenieur und Baurat Heinrich Wilhelm Goe- ker 1857 ca. 1,5 Mio. m3 Erde, um die weite Sumpflandschaft an der Jade trockenzulegen. Auf diesem Gebiet entstanden in nur 12 Jahren Hafen und Stadt. Durch den Ausbau der neuen kaiserlichen Marine und der deutschen Hochseeflotte erlebte Wilhelmshaven einen wahren Wirtschaftsboom, der jedoch durch den Ersten Weltkrieg und die im Versailler Frie-densvertrag festgelegte Abrüstung endete. Erst die Wiederaufrüstung durch die Nationalsozialisten brachte Beschäftigung, die Hafen- und Werftanlagen sowie die Stadt wurden ausgebaut und vergrößert. Die strategisch wichtige Lage Wilhelmshavens führte dazu, dass die Stadt im Zweiten Weltkrieg angegriffen und schwer zerstört wurde. Der lange Wiederaufbau folgte, langsam siedelten sich neue Unternehmen an und der Tourismus wurde zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein. Bis heute ist Wilhelmshaven ein traditioneller Marinestützpunkt, das richtungweisende Vorhaben für die Zukunft der gesamten Region aber ist der geplante einzige deutsche Tiefwasserhafen, der JadeWeserPort.

Hafen Wilhelmhavens bei Nacht

Hafen Wilhelmhavens bei Nacht

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Große Hafen ist das Herz von Wilhelmshaven und somit auch ein angemessener Ausgangspunkt für den Stadtrundgang. Die beste Aussicht über den Hafen und den Jadebusen genießt man vom Wahrzeichen der Stadt: Die Kaiser-Wilhelm-Brücke verbindet das Stadtgebiet mit dem Südstrand. Die Eisenkonstruktion wurde 1907 vollendet und war damals Europas größte Drehbrücke. Wenn Schiffe mit hohem Masten in den Hafen einlaufen, dreht sich die Brücke auseinander und ermöglicht so auch großen Schiffen die Durchfahrt. Mit seiner leuchtenden rot-orangen Lackierung zieht das Feuerschiff Weser alle Blicke auf sich, das jedoch längst nicht mehr seiner ursprünglichen Aufgabe dient. Heute kann man hier maritime und regionale Spezialitäten genießen und sogar in einer Koje übernachten. In unmittelbarer Nachbarschaft kann man sich auf dem ehemaligen Seetonnenleger Kapitän Meyer auf der Brücke das Ja-Wort geben. Neben dem Großen Hafen lohnen auch die anderen Hafenbereiche einen Besuch. Der Banter See diente einst als Liegeplatz für U-Boote und lockt heute unabhängig von den Gezeiten mit seinem Sandstrand „Klein-Wangerooge” zahlreiche Bade- und Wassersportfans an. Die Banter Ruine wurde künstlich geschaffen und 1889 vom Wilhelmshavener Verschönerungsverein auf einer alten Kirch- wurt erbaut. Die hier entdeckten, reich verzierten Steinsärge aus dem 12. Jh. sind heute im Küstenmuseum Wilhelmshaven zu sehen.

Hinter dem Banter See erstreckt sich zwischen Werft-, Weser-, Marktstraße und Banter Weg die Banter Werftarbeitersiedlung, die 1873 bis 1878 für die Arbeiter der Kaiserlichen Werft im Stadtteil Beifort entstand und bis heute fast vollständig als sehenswertes historisches Baudenkmal erhalten ist. Das Kulturzentrum Pumpwerk am Banter Deich ist ein attraktiver Veranstaltungsort für Kabarett Live-Konzerte und Parties. Der Name erinnert an die frühere Nutzung des Gebäudes. Zum Kulturzentrum gehört auch ein Restaurant mit Biergarten. In östlicher Richtung schließen sich an den Großen Hafen der Ausrüstungs- und der Arsenalhafen an. Im Marinestützpunkt liegen auf einer Pierlänge von über vier Kilometern Fregatten und Versorger der Deutschen Marine. Außerdem ist eine Tauchergruppe in Wilhelmshaven stationiert. In der Hochsaison kann man jeden Mittwochnachmittag bei einem Tag der offenen Tür einige Schiffe besichtigen. Den Eingang zum Marinearsenal findet man an der Gökerstraße: Durch das Historische Werfttor betrat man einst die Kaiserliche Werft. Der bis heute erhaltene Backsteinbau wurde Ende des 19. Jh. im für diese Zeit typischen Neo-Renaissance-Stil errichtet. Neben dem Werfttor wurde 1870 vom Architekten Heinrich Wilhelm Goeker der Wasserturm erbaut, der jedoch bei einem Bombenangriff 1941 zerstört wurde. Heute widmet sich der „Verein Bürger für Wilhelmshaven” der Erhaltung des Turms. Rund um den Gro- ßen Hafen verläuft die Maritime Meile mit verschiedenen Museen und Erlebniswelten. Das Piratenamüseum lädt zu einer phantasievollen Reise zur Schatzinsel und in die Welt der Piraterie ein. Außerdem kann man sich hier sein eigenes Boot bauen! Das Küstenmuseum Wilhelmshaven zeigt die verschiedenen Facetten der Küstenregion von der Entstehung dieses besonderen Naturraums über seinen Schutz durch Deiche und Siele bis zu den Lebensverhältnissen der frühen Küstenbewohner. Ein interaktives Forschungslabor erklärt die Analyse von Bodenfunden. Ein weiterer Ausstellungsbereich dokumentiert die Geschichte der Stadt Wilhelmshaven und blickt in die Zukunft mit dem Bau des JadeWeserPorts. Außerdem sind das 14 m lange Skelett und die plastinierten Organe eines 1994 an der Küste gestrandeten Pottwals zu sehen. In unmittelbarer Nähe kann man in Deutschlands einziger Unterwasserstation OCEANIS auf Tauchstation gehen – aufgrund modernster 4D-Technik wird das virtuelle Leben „100 Meter unter Null” zum unvergesslichen Erlebnis. Am Südstrand, der mit seinen bunten Strandkörben und der Strandpromenade für Urlaubsstimmung sorgt, liegt Das Wattenmeerhaus, Niedersachsens einziges Nationalparkzentrum. Multimedia-Ausstellungselemente zeigen eindrucksvoll die Entstehung des Wattenmeeres unter den extremen Einflüssen von Ebbe und Flut, Hitze und Kälte, Salz- und Süßwasser und die Überlebensstrategien der dort lebenden Tiere und Pflanzen. In direkter Nachbarschaft dokumentiert das Deutsche Marinemuseum unter dem Motto „Menschen, Zeiten, Schiffe” die fast 160-jährige Geschichte deutscher Marinen. Neben der interessanten Dauerausstellung lassen Deutschlands größtes Museumsschiff, der 2003 außer Dienst gestellte Lenkwaffenzerstörer Mölders, das U-Boot U 10 und das Minenjagdboot Weilheim den harten Alltag an Bord hautnah erleben. Direkt am Helgolandkai, während der Saison Ausgangsort für Hafenrundfahrten und Fahrten zur Insel Helgoland, zeigt das Aquarium Wilhelmshaven über 250 Tierarten in Großaquarien und Spezialbecken. Neben der Tierwelt des Wattenmeeres und der Nordsee tummeln sich hier tropische Haie und Fische aus der Antarktis. Außerdem wird viel Wissenswertes über die Biologie derTiere und ihrer Le- bensräume vermittelt. Nach dem Besuch dieser vielfältigen Museen kann man sich nun den historischen Bauwerken Wilhelmshavens widmen.

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WILDESHAUSEN

GESCHICHTE

Prähistorische Gräberfelder und Großsteingräber belegen, dass die Wildeshauser Gegend bereits ab ca. 2500 v. Chr. besiedelt war. Vor 800 n. Chr. entstand eine Siedlung auf beiden Seiten der Huntefurt. Die erste urkundliche Erwähnung von „Wigaldinghus” erfolgte in der „Translatio Alexander”, die die Überführung der Reliquien des Heiligen Alexander von Rom nach Wildeshausen im Jahre 851 dokumentiert. 1270 erhielt Wildeshausen von Bischof Hildebold von Bremen die Stadtrechte und erlebte durch die Lage an der „Vlamsche Strat”, einem wichtigen Handelsweg von Holland nach Skandinavien, und am Übergang über die Hunte ein rapides Wachstum. Immer wieder hatte der Marktort jedoch auch unter Kriegsfolgen, Bränden und Epidemien zu leiden. 1700 kam das Amt Wildeshausen an das hannoversche Weifenhaus, bevor es 1803 an Oldenburg überging und schließlich von 1810 bis 1813 unter französischer Administration stand. 1898 erhielt Wildeshausen Anschluss an die Bahnlinie Delmenhorst – Vechta, der Bahnhof und die Bahnhofstraße wurden gebaut. Unter den Nationalsozialisten wurde 1938 in der Reichspogromnacht die Synagoge zer-stört. 1945 fügten Bombenangriffe der Stadt schlimme Schäden zu. 1960 wurde Wildeshausen Bundeswehr-Garnison. Seit 1977 ist Wildeshausen staatlich anerkannter Luftkurort. 1998 wurde der Kreissitz des Landkreises Oldenburg nach Wildeshausen verlegt, was dem Handel, dem Gewerbe und der Bevölkerungsentwicklung weitere positive Impulse verlieh. Heute hat das Mittelzentrum ca. 19000 Einwohner.

Katholische Kirche St. Peter in Wildeshausen

Katholische Kirche St. Peter in Wildeshausen

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Ausgangspunkt des Rundgangs ist der Marktplatz. Die Pumpe von 1747 mit zwei Wasserbehältern aus Granitstein wurde im Mittelalter von den Marktbeziehern und durchfahrenden Händlern sowie den Bürgern der Stadt als Viehtränke und zur Wasserversorgung genutzt. In der Nähe der Pumpe erinnert ein größerer Pflasterstein an die Hinrichtung des Bürgermeisters Jakob Lickenberg im Jahr 1529. Alle männlichen Wildeshauser Bürger über 18 Jahren wurden damals für vogelfrei erklärt, die Stadtmauer wurde abgerissen und Wildeshausen musste die Stadtrechte aufgelben. Das Rathaus wurde im 14. Jh. als zweistöckige Halle mit einer Grundfläche von 20 x 12 m errichtet und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach um- und ausgebaut. Besonders sehenswert ist der hochgotische Stufengiebel aus roten Backsteinen mit eingearbeiteten Fensternischen. Im Zuge einer grundlegenden Restaurierung 1979 wurde der obere Rathaussaal mit einer Heizung versehen und somit ganzjährig für Sitzungen, Ausstellungen, Vorträge, Konzerte und Empfänge nutzbar gemacht. Einen interessanten Kontrast zum alten Rathaus bildet das 1990 erbaute, moderne Stadthaus. An der Stirnseite des neuen Verwaltungsgebäudes erzählt ein Glockenspiel mit Figurenumlauf aus der Geschichte der Stadt und dem Leben der Bürger in der Vergangenheit. Neben dem Erzbischof Hildeboldus, der Wildeshausen 1270 die Stadtrechte verlieh, erscheinen ein Offizier, ein Trommler, ein Wachsoldat der Gilde, ein Schäfer, eine Gerberin, ein Sämann und ein Kaufmann sowie am Abend ein Nachtwächter. Nun überquert man die Westerstraße und geht in Richtung Kirchstraße. Das Zentrum dieses ältesten Bereichs der Stadt ist die Alexanderkirche, die in spätromanischer und frühgotischer Zeit (ca. 1200-1270) entstand. Im Jahr 851 überführte Graf Waltbert, ein Enkel des berühmten Herzogs Widukind, die Reliquien des Eieiligen Alexander von Rom in die Alexanderkirche. Wildeshausen wurde Wallfahrtsort und entwickelte sich zu einem bedeutenden Marktort. Fleute ist die Alexanderkirche die einzige erhaltene Basilika im Oldenburger Land. Das Triumphkreuz in der Mitte des Gotteshauses stammt aus dem 14. Jh. Das große Jugendstil-Fenster dominiert den Chor. Außerdem verdienen die Reste des alten Levitengestühls sowie das Sakramentshäuschen und der Reliquienschrein Beachtung. In den Jahren 2000 bis 2004 erfolgte eine grundlegende Renovierung in zwei Phasen, bei der auch die einmaligen Jugendstilmalereien vom Anfang des 20. Jh. freigelegt wurden. Zu den Glanzstücken der Ausstattung gehört auch die 1970 eingebaute Orgel. Die hervorragende Akustik macht die anspruchsvollen Konzerte in der Alexanderkirche weit über die regionalen Grenzen be- kannt. Das auch als Remter bezeichnete Kapitelhaus ist über 1000 Jahre alt und wurde für die in klosterähnlicher Gemeinschaft lebenden Stiftsherren erbaut. Ein besonders loh- nenswertes Motiv für Maler und Fotografen ist der Südgiebel mit dem Kantorsbogen und dem Brunnen. Geht man um die Alexanderkirche herum, passiert man entlang der „Herrlichkeit” die Polizei und erreicht dann das Alte Amtshaus, das 1730 als Sitz des Amtsmannes für das ehemalige Amt Wildeshausen erbaut wurde. Heute wird das Fachwerkgebäude von einem Gastrono- miebetrieb genutzt. Direkt vor der Hunte gelangt man zum Stadtwall. Die mittelalterliche, gut erhaltene Verteidigungsanlage ist heute ein beliebtes Ziel für Spaziergänger. Der Wall verläuft auf ca. 1400 m Länge westlich um die historische Altstadt bis zur Kaiserstraße. In westlicher Richtung wird der Stadtwall von der Bahnhofstraße durchbrochen, die zum Druckereimuseum führt. Bis 1987 wurde hier die „Wildeshauser Zeitung” hergestellt. Heute zeigen die interessanten Exponate wie die Hand- und die Maschinensetzerei, verschiedene Druckmaschinen sowie die Hand-Buchbinderei die einstigen Produktionsabläufe und dokumentieren die Entwicklung der Buchdruckerkunst der letzten 125 Jahre bis zur Einführung des Fotosatzes. Folgt man nun dem weiteren Verlauf des Stadtwalls, erblickt man an dessen Ende an der Kaiserstraße linker Hand die St.-Peter-Kirche, die den katholischen Bürgern seit 1824 als Gotteshaus dient. 1997/98 erfolgte eine komplette Renovierung. Gegenüber der Kirche erhebt sich der Burgberg. Ein Ehrenmal erinnert an die Toten der beiden Weltkriege. Hier befand sich einst die im 12. Jh. errichtete Grafenburg, von der jedoch seit 1789 keine Reste mehr erhalten sind. Unterhalb des Burgbergs erstreckt sich die Burgwiese mit einem Kinderspielplatz, einem Kneippbecken, einem Karpfenteich, der Brunnenterrasse und dem Musikpavillon. Im Sommerhalbjahr finden hier an jedem Sonntagvormittag Konzerte statt. Nachdem man die Burgwiese im vorderen Bereich durchquert hat, erreicht man über die weiße „Melkerbrücke” den Stadtteil Zwischenbrücken, der sich seine eigenständige Tradition erhalten konnte. Nun hält man sich links entlang der Hunte und kehrt zur Hauptstraße zurück. Die Evronbrücke, auf der man die Hunte überquert, ist nach der französischen Partnerstadt von Wildeshausen benannt. Bevor man durch die Huntestraße zum Ausgangspunkt des Rundgangs zurückkehrt, lohnt sich noch ein Besuch des Dampfkornbranntweinbrennereimuseums. Von 1857 bis 1972 wurde hier Korn gebrannt. Die Anlagen aus dem 19. Jh. wie Dampfmaschine und Rohbrenner sind vollständig erhalten und dokumentieren anschaulich die Produktionsabläufe.

SCHAUEN

Der Naturpark Wildeshauser Geest mit seinen reizvollen Flusstälern, Seen, Wäldern, Mooren, Sanddünen und Heidegebieten lädt zu herrlichen Wanderungen, Rad- und Kanutouren ein. Hier liegen auch sehenswerte prähistorische Stätten wie die Großen Steine von Kleinenkneten oder das Pestruper Gräberfeld. Das Künstlerdorf Dötlingen bezaubert durch seinen schmucken Fachwerk-Ortskern und seine malerische Hanglage an der Hunte. Ganz in der Nähe bietet der «Wild- und Freizeitpark Ostrittrum mit Märchenwald, Heimatmuseum, großzügigen, artgerechten Tiergehegen und Kinderspielplätzen Erlebnisse für Groß und Klein. Mit einem schönen Sandstrand und weitläufigen Spiel- und Liegewiesen ist das Erholungsgebiet Hartensbergsee am Ortsrand von Goldenstedt ein lohnenswertes Ziel für Badegäste. Alljährlich findet das traditionsreiche Gildefest der Schützengilde mit Paraden, Umzügen und Feuerwerk statt.

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WESTERSTEDE 2

Im Jahre 1813 wurde in diesem Haus eine Schnapsbrennerei gegründet, die kontinuierlich wuchs und wo man bis zum Ersten Weltkrieg noch selbst brannte. Die Kupferkessel wurden für die Waffenproduktion abgegeben. Nach dem Krieg wurde weiter produziert, aber nicht mehr selbst gebrannt.

Eine Ecke des Rhododendronparks

Eine Ecke des Rhododendronparks

Später wurde dem Betrieb eine Weinhandlung hinzugefügt. Seit 1994 wird dieses völlig restaurierte Gebäude als Hotel und Restaurant genutzt. Der große Westersteder Brand im Jahre 1815, bei dem bekanntlich alle auf dem jetzigen Marktplatz stehenden Häuser den Flammen zum Opfer fielen, ging von dieser Brennerei aus. Im Rahmen der Altstadtsanierung entstand 1984 der Brunnen auf dem Alten Markt, der inmitten des sternförmig gepflasterten Platzes steht. Gestaltet wurde er von der Künstlerin Alice Peters, einer Westerste- derin, die in Bremen tätig ist. Er zeigt herabfallendes Wasser in Form von Geysiren und soll die damit sich immer wieder erneuernde Natur darstellen. Man verlässt den Alten Markt durch die Bahnhofstraße und erreicht den 1906 errichteten Bahnhof. Als im Jahr 1869 die Bahnlinie von Oldenburg nach Leer gebaut wurde, legte man die Trasse so, dass sie nicht durch Westerstede führte, wohl aber durch Ocholt. Von dort wurde später eine Schmalspurbahn nach Westerstede gebaut, um eine Schienenanbindung zu schaffen. Der Bahnhof für diese Sekundärbahn stand dort, wo sich jetzt das Hotel zur Linde befindet. Im Jahre 1906 wurde die Schmalspurbahn von der Großherzoglich Oldenburgischen Eisenbahn aufgekauft, auf Normalspur umgebaut und ein neuer Bahnhof – eben dieser Bahnhof – errichtet. Das Gebäude besticht durch die schöne Architektur mitTürmchen, gestaltet vom Architekten Klingenberg. Über dem Eingangsportal, ein reich verziertes Sandsteingebilde, sieht man das Großherzoglich-Olden- burgische Wappen. Im Jahre 1985 wurde der Bahnhof von einem Investor gekauft, saniert und zur Nutzung dem sog. Bahnhofsverein übertragen. Jetzt befinden sich darin eine Gaststätte und ein Naturkostladen, und im Güterschuppen finden abwechselnd Ausstellungen, Galerien, Feste und andere kulturelle Veranstaltungen statt. Von der Straße Am Bahnhof biegt man an der Kreuzung nach rechts in die Wilhelm-Geiler-Straße ab. Linker Hand erblickt man das Haus Averdam, das vor 1840 als eingeschossiges klassizistisches Gebäude errichtet wurde. Später erfolgten eine Aufstockung und der Anbau eines Stalles mit Kutscherwohnung. Von 1850 bis 1892 diente das Haus als Arztpraxis mit Wohnung des Dr. Bernhard Averdam mit parkähnlich gestaltetem Garten und Pavillon. 1987 fand eine Grundsanierung zur Nutzung als Bürogebäude statt. Markant ist die Portalkrönung mit einem vergoldeten Löwen über der originalen Haustür. Ein Stück weiter erreicht man das Hotel zur Linde. Dieses Hotel hat seinen Namen von der außergewöhnlich großen Linde im Garten des Hauses, unter der sich ein herrlicher Biergarten befindet. Früher hieß das Hotel „Hotel zum Bahnhof”, weil sich in diesem Gebäude von 1876 bis 1904 der Bahnhof für die Schmalspurbahn von Ocholt nach Westerstede befand. Es gibt einen schönen Spruch, der sich auf den geschichtlichen Vorgang, dass Westerstede im Jahr 1871 keine Bahnstation wurde, bezieht: „Als die Westersteder grollten, weil nicht Bahn sie haben sollten, bauten sie in frechem Sinn eine Bahn nach Ocholt hin, eine Sekundäre”. Der Bahnhof dieser Sekundärbahn war vor dem Haus, und an diese Zeit erinnert noch die Glocke, die vorne am Hotel angebracht ist. Von der Wilhelm-Geiler-Straße zweigt scharf links die Straße An der Krömerei ab, die zunächst zum Philippsbrunnen führt. Der Name ist zurückzuführen auf einen Mann, der seine Jugend in Westerstede in der Zeit des großen Brandes (1815) und danach verbrachte. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung ging er 1843 nach England, wo er zu großen Ehren kam: Er gründete in Manchester ein Handelsunternehmen und war von 1883 bis 1887 sogar Bürgermeister der Stadt. Er blieb Westerstede aber zeitlebens verbunden und spendete im Andenken an den großen Brand zwei Karrenspritzen und eine Pumpe zur Brandbekämpfung. Der nach ihm benannte Brunnen ist ein Nachbau, der 1991 eingeweiht wurde. Die Krömerei ist das älteste Gebäude des Ammerlandes und wurde im Jahr 1619 als niederdeutsches Hallenhaus von Johann Kramer erbaut. 1653 wurde es von Friedrich Krömer bewohnt. Daher leitet sich der Name „Krömerei” ab. Bis 1964 war es bewohnt; heute wird es touristisch von einem Hotelbetrieb für rustikale Feierlichkeiten genutzt. Nebenan steht der sog. Spieker (Speicher). Dieses Gebäude wurde um 1750 errichtet, befand sich aber ursprünglich an einem anderen Standort in Westerstede. Von der Krömerei folgt man nun nicht der Fußgängerzone, sondern biegt zunächst links in die Grüne Straße und dann rechts in die Gartenstraße ein. Linker Hand erreicht man das Ehemalige Gefängnis (Amtsschließerei). Die Amtsschließerei wurde 1831 mit zwei Zellen und einer Dienstwohnung gebaut. Der Name Amtsschließerei begründet sich damit, dass früher die Gerichtsbarkeit bei den Ämtern lag. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. reichten die zwei Zellen nicht mehr aus, und die Einsitzzeiten wurden von 7 auf 30 Tage erhöht, so dass angebaut werden musste – auf 6 Zellen. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Jugendkreativwerkstatt mit Malerei, Töpferei und Bastelwerkstätten. Außerdem unterhalten hier junge Leute ein Cafe. Nach Überquerung der Poststraße gelangt man zur Thalen- weide. Die Thalenweide war früher eine Viehweide mit den landwirtschaftlichen Gebäuden der Familie Thalen. 1913 erwarb die Gemeinde Westerstede dieses Areal. Hier sollte u. a. das Rathaus gebaut werden, aber es kam anders (siehe oben). Heute ist die Thalenweide der kleine „Stadtpark”, in dem u. a. eine 350 Jahre alte Eiche steht. Weiterhin hat die Westersteder Künstlerin Alice Peters hier ein Ehrenmahl für die Gefallenen der beiden Weltkriege gestaltet. Im Jahr 1933 wurde für die Wasserversorgung der Wasserturm auf der Thalenweide erbaut. Dieser ging 1967 außer Betrieb, nachdem der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband die Wasserversorgung übernommen hatte. Der Wasserturm wurde an einen Investor für eine symbolische Mark verkauft, und er baute den Turm zu einem achtgeschossigen Wohnturm mit Cafe um, der herrliche Ausblicke über die Ammerländer Landschaft bietet. Von hier geht es durch die Lange Straße zurück zum Marktplatz.

SCHAUEN

Alle vier Jahre verwandelt die größte Rhododendronschau Europas, die RHODO, die Innenstadt in ein ßlütenmeer mit zahlreichen Rhododendronsorten und Azaleen. Im Mai/Juni sollte man unbedingt den 70 ha großen Rhododendron-Waldpark besuchen, der mehrere hundert Sorten in einmaliger Farbenpracht zeigt. Auf dem Alten Markt finden alle zwei Jahre Freilichtspiele statt, bei denen plattdeutsche heimatgeschichtliche Aufführungen, aber auch Klassiker und Kinderstücke präsentiert werden. Im „Natur- und Erlebnisraum Südliches Westerstede” trifft man zu Fuß oder per Fahrrad auf zahlreiche Zeitzeugen der Geschichte, z. ß. auf dem Rad- und Wanderweg „Ritterweg” und auf dem Naturpadd Fikensol- terfeld, der durch typisch ammerländische Landschaften führt. Einen gemütlichen Ausflug kann man mit der Historischen Museumseisenbahn Ammerland-Saterland unternehmen. Draisinenfahrten von Westerstede nach Ocholt führen durch die herrliche Parklandschaft und machen viel Spaß (Fahrraddraisinen).

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WESTERSTEDE

GESCHICHTE

Bereits in der mittleren Steinzeit war das Westersteder Gebiet besiedelt, wie Funde von Faustkeilen, Steinbeilen und Schabern belegen. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1123 beim Bau der St.-Petri- Kirche. Im 15. und 16. Jh. wurden Westerstede und die umliegenden Dörfer häufig von den Ostfriesen und den Münsteranern angegriffen. Ab 1526 setzte sich im Ammerland die Reformation durch, 1579 predigte der erste evangelische Pastor in Westerstede. Durch die kluge Politik und großzügige Schenkungen des Landesherrn Graf Anton Günther (1603-1667) blieb Westerstede weitgehend von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verschont. 1666/67 brach eine Pestepidemie über den Ort herein. 1785 verlieh Herzog Peter Friedrich Ludwig Westerstede das Marktrecht. Von 1811 bis 1813 wurde das Herzogtum Oldenburg und damit auch Westerstede von Napoleon regiert. Die Besatzung durch die Franzosen und danach durch die Kosaken brachte Westerstede große Armut. Einen weiteren Rückschlag stellte der verheerende Brand vom 15.4.1815 dar, dem jedoch ein schneller Wiederaufbau mit dem Marktplatz im Mittelpunkt folgte. 1858 wurde Westerstede Amtssitz des Amtes Westerstede-Apen. 1876 wurde der Ort mit der Eröffnung der Schmalspurbahn nach Ocholt an das Eisenbahnnetz angeschlossen, 1906 wurde der Bahnhof erbaut. Unter dem aufkommenden Nationalsozialismus hatte Westerstede durch die zunehmende Gleichschaltung im politischen Leben und die Verfolgung jüdischer Bürger zu leiden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, den Westerstede ohne größere Schäden überstand, erreichten zahlreiche Flüchtlinge und Heimatvertriebene den Ort und für die rapide wachsende Bevölkerung wurden vor allem Wohnungen und Schulen gebaut. Am 28.5.1977 erhielt Westerstede die Stadtrechte und ist mit über 21 000 Einwohnern heute ein modernes Mittelzentrum zwischen Oldenburg und Leer und Kreisstadt des Landkreises Ammerland.

St. Petri Kirche - das älteste Bauwerk sowie Wahrzeichen der Stadt Westerstede

St. Petri Kirche – das älteste Bauwerk sowie Wahrzeichen der Stadt Westerstede

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Rundgang beginnt auf dem Alten Markt mitten in der Stadt. Der Marktplatz als Mittelpunkt der Stadt entstand erst nach dem großen Brand im Jahr 1815. Über 50 Gebäude fielen den Flammen zum Opfer. Der damalige Amtmann von Negelein war ein weitsichtiger Mann und verhinderte unter dem Protest der betroffenen Einwohner, dass die Häuser wieder an der ursprünglichen Stelle errichtet wurden. Hier sollte ein Platz entstehen, auf dem bereits im Jahr 1818 der erste Frühjahrsmarkt stattfand. Lange war der Platz Verkehrsknotenpunkt, denn die ehemalige B 75 führte hier direkt durch den Ort. Ende der 1970er-Jahre wurde im Rahmen der Stadtsanierung eine Fußgängerzone geplant. Der Verkehr sollte außen um Westerstede herum geleitet werden, um die Einwohner und auch die historische Bausubstanz zu schonen. Ab 1982 wurde dann in mehreren Bauabschnitten die Fußgängerzone realisiert. Hier in der „guten Stube”, die im Jahr 2006 als „Blühendste Einkaufsmeile” eine besondere Auszeichnung erhielt (Entente Florale), kann man ausgezeichnet bummeln. Über dem Marktplatz erhebt sich die St.-Petri-Kirche mit ihrem 48 m hohen Westturm. Das Gründungsjahr der größten Kirche des Ammerlandes wird mit 1123 während der Amtszeit von Bischof Adalbero von Bremen genannt. Das Baumaterial besteht im unteren Teil aus Granitquadern und Klosterformatsteinen, weiter oben aus Backsteinen. Der wuchtige Turm mit seinen vier kleinen Nebentürmchen ist lediglich ein Wehrturm, an dem außen die kleinen Uhrenglocken hängen; die Läuteglocken hängen im neben der Kirche – etwas schief stehenden – Glockenturm. Lohnenswert ist auch eine Besichtigung des Innenraumes. Das Rathaus steht ebenfalls am Marktplatz. Es wurde 1927 gebaut. Ursprünglich war vorgesehen, das Rathaus auf der Thalenweide (siehe dort) zu errichten, aber diese Pläne hatten sich zerschlagen. Das Gebäude des Hotel Busch stellt sich genauso dar, wie es nach dem Brand im Jahr 1815 errichtet wurde und steht daher unter Denkmalschutz. Zu den beiden Eingängen, einer zum Marktplatz, einer zur Langen Straße, gibt es eine kleine Anekdote: Als der Herzog Peter Friedrich Ludwig Westerstede einen Besuch abstattete, fuhr er durch die Peterstraße über den Alten Markt in die Lange Straße. Der damalige Hotelbesitzer Busch wollte den Herzog sehen und stellte sich in seine Tür am Marktplatz, um ihn von weitem zu begrüßen. Um ihn dann noch einmal zu sehen, lief er durch sein Hotel zum anderen Eingang und konnte ihm noch einmal zuwinken. Der Herzog meinte darauf: „Die Gebrüder Busch sehen sich aber unwahrscheinlich ähnlich!” Gegenüber der St.-Petri-Kirche erblickt man das Hotel Altes Stadthaus.

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VERDEN (ALLER)

GESCHICHTE

Der Stadtname Verden enthält das alte Wort „Furt” und weist auf den Flussübergang hin, der bereits seit urgeschichtlichen Zeiten von Händlern genutzt wurde. 782 hielt Frankenkönig Karl ein Strafgericht, das „Verdener Blutgericht”, über die Sachsen ab. Um 800 wurde das Bistum Verden ge-gründet. Unabhängig vom „Süderstadt” genannten Bischofssitz entwickelte sich die Kaufmannssiedlung „Norderstadt” rund um das heutige Rathaus zu einer selbständigen Stadt mit eigenen Stadtrechten. Die separate Entwicklung zeigte sich auch im Bau der Stadtmauern um die Norderstadt (1210) und die Süderstadt (1371). Die erste urkundliche Erwähnung als „Stadt Verden” erfolgte 1192 in einem Kaiserprivileg. 1406 wurde Verden Freie Reichsstadt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg fiel das Bistum Verden durch den Westfälischen Frieden von 1648 an die schwedische Krone und wurde Garnisonsstadt (bis 1994). Erst 1667 wurden die beiden Stadtteile Norder- und Süderstadt vereinigt. Ab 1719 gehörte Verden zum Kurfürstentum Hannover. 1847 erfolgte der Bau des Bahnhofs. 1866 kam Verden zu Preußen.

Seit den 1930er-Jahren wird Verden als „Reiterstadt” bezeichnet. 1930 fand zum ersten Mal ein großes Reit- und Fahrturnier statt, drei Jahre später wurde die Galopprennbahn eingeweiht, auf der heute bedeutende Turniere stattfinden. 1947 wurde die Hannoversche Reit- und Fahrschule gegründet, ein Jahr später fand die erste Elite-Auktion Hannoverscher Warmblutpferde statt. An der Weltausstellung EXPO 2000 war Verden als „Zentrum der Tierzucht” sowie mit einem Projekt im Holzheizwerk beteiligt. Heute leben in der „Reiterstadt” ca. 28000 Menschen.

Verden an der Aller

Verden an der Aller

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Rundgang beginnt im Herzen der Reiterstadt am Rathaus, in dem auch die Tourist-Information untergebracht ist. Das Gebäude mit seiner Barockfassade wurde in den Jahren von 1729 bis 1733 errichtet. Im Zuge eines Umbaus 1903/05 erhielt das Rathaus seinen charakteristischen Turm im Stil des Historismus. Trotz seines krassen stilistischen Kontrastes zum Barockgiebel und einem geplanten Abriss in den 1970er-Jahren ist das Rathaus heute ohne den Turm nicht mehr vorstellbar. Neben dem Rathaus erhebt sich die St. Johanniskirche, die zu den ältesten Backsteinkirchen Norddeutschlands zählt.

Die einschiffige romanische Kirche wurde im 12. Jh. errichtet und in gotischer Zeit zu einer dreischiffigen Hallenkirche umgestaltet. Besondere Beachtung im Inneren verdient das Stuckrelief des „Jüngsten Gerichts”. Die mittelalterlichen Wand- und Deckenmalereien, u. a. auch das Decken-gemälde im Chorraum, wurden teilweise erst bei der letzten Renovierung freigelegt.

Durch die Große Straße, eine einladende Fußgängerzone, und die Untere Straße gelangt man zum Domherrenhaus – Historisches Museum. In einem frühbarocken Adelssitz von 1708 dokumentiert das Regionalmuseum auf rund 900 m2 Ausstellungsfläche die Historie des Verdener Raums von der Vor- und Frühgeschichte bis in das 20. Jh. sowie die Stadt- und ßistumsgeschichte. Von überregionaler Bedeutung sind die „Lehringer Funde”, die in der spannenden Inszenierung einer steinzeitlichen Elefantenjagd präsentiert werden.

Komplett eingerichtete Werkstätten geben einen Einblick in die Arbeitsweisen traditioneller Handwerke und in vollständig möblierten Zimmern erlebt man die Wohn- und Alltagskultur des 18. und 19. Jh. Auch ein Zinnfigurenkabinett ist zu sehen. Museumspädagogische Angebote und Sonderausstellungen ergänzen das Programm des Museums. Im historischen Ambiente des Beckmann-Zimmers sind standesamtliche Trauungen möglich. Zum Verweilen lädt der barocke Innenhof des Domherrenhauses ein.

Folgt man der Unteren Straße ein Stück weiter, erreicht man das Wahrzeichen der Stadt, den Dom. In ihrer heutigen Form wurde die dreischiffige gotische Hallenkirche 1490 fertig gestellt. DerTurm und der Kreuzgang entstanden bereits um 1180. Der Hallenumgangschor gilt als der älteste auf deutschem Boden und diente als Vorbild für andere Sakralbauten. Sehenswert sind außerdem die Grabdenkmäler, der Levitenstuhl und der Taufstein. Nachdem ein Sturm 1737 den Helm des Turms abgerissen hatte, erhielt der Dom sein charakteristisches Zeltdach.

Auf dem Domfriedhof wird seit 1821 ein ganz besonderer Brauch gepflegt. Damals vermachte der Bürger Franz Goldmann der Stadt eine Stiftung – unter einer Bedingung: Jedes Jahr am 10. Mai wird das Grab von einer Braut mit Blumen geschmückt, die am 11. Mai, dem Todestag des Franz Goldmann, heiraten wird. Im Schatten des mächtigen Domes steht die St. Andreaskirche, die im romanischen Stil Mitte des 12. Jh. erbaut wurde. Das einschiffige Gotteshaus birgt u. a. die Messinggrabplatte des Verdener Bischofs Yso, die mit ihrer sehr feinen Ziselierung als einzigartig gilt. Nun folgt man der Grünen Straße und dann der Oberen Straße bis zur Einmündung der Ostertorstraße, in die man rechts einbiegt.

„Auf 500 Hufeisen” gelangt man so zum Holzmarkt. Die Flaniermeile wurde ganz im Zeichen des Pferdes gestaltet. 500 Messinghufeisen wurden in den vier Pferdegangarten Schritt, Trab, Galopp und Renngalopp in die Gehwegplatten eingelassen. Jedes Hufeisen trägt den Namen eines Spenders, u. a. auch die Namen von prominenten Pferdesportlern wie Isabell Werth, Alwin Scho- ckemöhle, Hans-Günter Winkler und Rainer Klimke. Fahrradständer mit Pferdemotiven und 34 Pferdesilhouetten aus Edelstahl auf zwei 3 Meter hohen Granitsäulen runden die Eindrücke ab. Als weitere Gestaltungselemente lockern verschiedene Labyrinthe, Gezeitenbrunnen und Wasserspiele die Fußgängerzone auf. Am Holzmarkt sollte man das Deutsche Pferdemuseum besuchen. Seine Ursprünge gehen zurück in die Zeit um 1930, als der Verdener Heimatbund mit dem Aufbau einer pferdekundlichen Sammlung begann. 1965 etablierte sich mit der Verselbstständigung der Name „Deutsches Pferdemuseum”. Die Sammlungen wurden um die umfangreiche hippologische Bibliothek mit heute über 16000 Bänden erweitert und waren bis 1999 in einem Fachwerkhaus in der Verdener Altstadt untergebracht. Seit dem Jahr 2000 befindet sich das Museum stilecht in den Pferdeställen und Mannschaftsräumen der ehemaligen Kavalleriekaserne. Wahrzeichen des Museums ist das lebensgroße Denkmal des Trakehner Zuchthengstes Tempelhüter. Der Rundgang durch das Museum führt den Besucher durch die Geschichte zwischen Mensch und Pferd, die beim katzengroßen Urpferdchen vor 50 Mio. Jahren begann. Neben historischem Spielzeug sind Prunkgeschirre, Reit- und Fahrausrüstungen und Sättel zu sehen. Modelle, kleine Zinnfigurendioramen, Grafiken, Gemälde und illustrierte Bücher, Bronzeplastiken und Porzellanfiguren zeigen die verschiedenen historischen Verwendungen und Funktionen von Pferden. Eine Vitrine erinnert mit seinem Reitfrack, Ehrenpreisen und alten Versandhauskatalogen an Josef Neckermann. Über das reine Betrachten und Lesen hinaus wird der Besucher auch zum Mitmachen und Ausprobieren angeregt. Mittels eines Modells mit Spiegeloptik kann man seine Umgebung praktisch mit Pferdeaugen betrachten oder auf einem mechanischen Reitgerät in Verbindung mit einer Videoinstallation über die Verdener Rennbahn reiten. Speziell für Kinder ausgearbeitete Fragebogen helfen kleinen Besuchern bei der Erkundung des Museums. Nach diesen interessanten Eindrücken kehrt man auf bekanntem Weg durch die Ostertorstraße zurück zum Ausgangspunkt des Rundgangs am Rathaus.

SCHAUEN

Der Verdener Veranstaltungskalender enthält einige Highlights: Die Lä- tare-Spende am Montag nach dem Kirchensonntag Lätare soll ein Ver-mächtnis Störtebekers sein, der vor seiner Hinrichtung Brot und Heringe an die Bevölkerung verteilen ließ. Die Domweih mit großem Festumzug ist einer der ältesten Märkte in Norddeutschland. Die Verdener Dünen im Stadtwald entstanden nach der letzten Eiszeit und stehen seit 1930 unter Naturschutz. Der Rundweg im Sachsenhain wird gesäumt von 4500 Granitsteinen, die an die 4500 während des „Verdener Blutgerichts” hingerichteten Sachsen erinnern sollen. Am Sachsenhain pflegt die Storchenstation kranke und verletzte Störche. Das Allertal wird von einem gut ausgebauten Radwegenetz erschlossen. Die Touren lassen sich verbinden mit einer Fahrt mit der Museumseisenbahn Verden – Stemmen oder der historischen Allerfähre Otersen – Westen. Die Flotte Weser ermöglicht attraktive Schiffsausflüge. Das Spaßbad „Verweil” lockt mit Riesenrutsche, Planschbecken und Saunalandschaft.

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UELZEN 2

Herkunft, Alter und einstige Verwendung des Kunstwerkes konnten nicht eindeutig geklärt werden, doch vermutlich handelt es sich um ein ehemaliges Reliquiar. Im innenraum der Kirche sind noch viele weitere sakrale Kunstschätze zu bewundern. Man geht nun zurück zur Veerßer Straße und folgt dieser nach rechts. Auf der rechten Seite erblickt man das Gildehaus. Das gotische Backsteinhaus mit seiner gegliederten Fassade wurde in der ersten Hälfte des 15. Jh. erbaut. Über den weitläufigen Herzogenplatz, auf dem einst ein Wirtschaftshof des Landesherrn lag, gelangt man zum 1997 eingeweihten Neuen Rathaus, in dem auch die Stadt- und Touristinformation untergebracht ist. Der Rundgang führt weiter durch die Mühlenstraße. Die Schaumannsche Villa wurde 1927 für die Mutter der Schriftstellerin und Bildhauerin Ruth Schaumann errichtet. Der auffallende Backsteinbau wurde in den Verlauf der östlichen Stadtmauer integriert. Über das Mühlenwehr erreicht man den Ratsteich, der zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges als Teil der Befestigungsanlagen aufgestaut wurde. Auf dem Weg zur Gertrudenkapelle passiert man zwei Denkmäler zur Erinnerung an den Aufstand vom 17.6.1953 und an die deutsche Wiedervereinigung 1990. Die Gertrudenkapelle wurde am Anfang des 16. Jh. errichtet und diente sowohl als Gotteshaus als auch als Herberge für Reisende, die die Stadt erreichten, als die Tore bereits geschlossen waren. Am Hammersteinplatz erinnert das 2001 hierher versetzte Hammerstein-Denkmal an Christian Freiherr von Hammerstein, der 1850 den Landwirtschaftlichen Provinzialverein ins Leben rief. Von der Flutmuldenbrücke am Ratsteich genießt man einen schönen Blick in die Parkanlagen der Ilmenau-Aue, einem beliebten Erholungsgebiet. Der Rundgang führt nun wieder zurück in Richtung Innenstadt. Rechter Hand erblickt man das kleine alte Torwärterhaus, bevor man hinter einem stattlichen, um 1827 errichteten Fachwerkhaus die Gudesstraße erreicht. Durch die Schmiedestraße, in der sich Fachwerkhäuser aus der Zeit nach 1826 mit einigen schönen Portalen aneinanderreihen, gelangt man zum Schnellenmarkt. Auf dem einzigen Platz der Altstadt fanden bis in das 20. Jh. hinein Töpfermärkte statt. Ein kleiner Abstecher lohnt sich nach links in die Doktorenstraße zu einem zwar nicht mehr gut erhaltenen, aber geschichtsträchtigen Fachwerkhaus, von dem der Stadtbrand 1826 ausging. Der damalige Bewohner wurde damals zu Unrecht der Brandstiftung bezichtigt. An der Ostseite des Schnellenmarktes steht ein zweistöckiges Fachwerkhaus, das in der zweiten Hälfte des 18. Jh. als Teil eines Adelshofes innerhalb der Stadtbefestigung erbaut wurde. Der Rundgang führt weiter durch eine sog.Twiete, eine schmale, namenlose Brandgasse. An ihrer Richtung Innenstadt gelegenen Seite verbirgt sich hinter der jüngeren Fassade ein dreigliedriges Gebäude, das älteste Fachwerkhaus der Stadt. An der ehemaligen Stirnseite des 1594 errichteten Gebäudes ist noch ein mit Schnitzereien verzierter Eckständer aus der Bauzeit zu erkennen. Der Brunnen im Hof des Hauses stammt aus dem späten Mittelalter und wurde bei Ausgrabungen der Stadtarchäologie freigelegt und wiederhergestellt. Den westlichen Abschluss des Hofes bildet ein Neubau, der den Dimensionen der mittelal- terlichen Bebauung angepasst wurde. Der Uelzener Hof, ein stattlicher Fachwerkbau, wurde 1647 im Auftrag eines Stadtarztes erbaut. Gegenüber steht die Heiligen-Geist-Kapelle. Der 1321 erstmals erwähnte gotische Bau war einst Teil eines Hospitals mit Pilgerherberge. Der Chor wurde im Jahr 1470 angebaut. Im Inneren sollte man sich die farbenprächtigen Glasfenster ansehen, die um 1420 für die gotische St.-Viti-Kapelle geschaffen und im 19. Jh. hier eingesetzt wurden. Folgt man nun der Lüneburger Straße nach links, sollte man an der Einmündung der Hospitalstraße auf ein etwas unscheinbares, kleines Fachwerkhaus achten, das 1596 erbaut wurde und damit eines der ältesten Bürgerhäuser der Stadt ist. Es überstand die Stadtbrände unbeschadet. Auf der linken Seite befindet sich das rekonstruierte Hotel „Stadt Hamburg”, das ursprünglich aus dem Jahr 1826 stammt und vom hannoverschen Baumeister Georg Laves entworfen wurde. Hier pflegte der König von Hannover auf dem Weg zur Hofjagd in der nahe gelegenen Göhrde einst eine Rast einzulegen. Man setzt den Rundgang nun fort durch die gegenüberliegende Hannemannsche Twiete und quert dabei den Hof einer ehemaligen Brauerei. An der Achterstraße hält man sich links und kehrt durch die Bahnhofstraße zurück zum Hundertwasser-Bahnhof.

Hundertwasser Bahnhof, Uelzen

Hundertwasser Bahnhof, Uelzen

SCHAUEN

Der Weinmarkt findet alljährlich nach Pfingsten statt und wird traditionell von der Deutschen Weinkönigin eröffnet. Am westlichen Uelzener Stadtrand liegt der Stadtwald mit gut ausgebauten Rad- und Wanderwegen und einem reizvollen Wildgatter. Das im 18. Jh. als Herrenhaus erbaute Schloss Holdenstedt beherbergt heute das Heimatmuseum Uelzen und ist Austragungsort der alljährlichen „Holdenstedter Schlosswochen”, einem Klassikfestival im August/September. Äußerst sehenswert ist auch die Klosterkirche Oldenstadt, ßadespaß bietet der 9 ha große Oldenstädter See mit Grillhütte, Spielplatz und historischem Rauchhaus, das für Feste gemietet werden kann. Nördlich von Uelzen liegt der Kurort Bad Bevensen, der neben der Jod-Sole-Therme und einem malerischen Kurpark mit Sonnenuhrgarten auch einen schmucken Ortskern besitzt. Rund um Uelzen kann man die herrliche Landschaft der Lüneburger Heide erkunden. Zu den schönsten Gebieten zählt die Ellerndorfer Wacholderheide mit einem außergewöhnlich großen Wacholderbestand. Typische historische Bauernhöfe dieser Region zeigt das Landwirtschaftsmuseum Lüneburger Heide in Hösseringen, schöne Mühlen das Handwerksmuseum Suhlendorf.

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UELZEN

GESCHICHTE

Als Keimzelle der Stadt Uelzen kann ein um 973/74 im heutigen Oldenstadt gegründetes Kanonissenstift angesehen werden. Erstmals urkundlich erwähnt wurde „Ulishusun” im Jahr 1006. Kurz vor 1266 löste sich die Bürgerschaft aus dem Dienstverhältnis zum Bischof und gründete westlich des Klosters eine neue Siedlung (Uelzen), während der Klosterort als „tor olden stat” (Oldenstadt) bestehen blieb. 1270 erhielt Uelzen das Stadtrecht. Infolge des Lüneburger Erbfolgekrieges befestigte sich die Stadt mit Wall, Graben und Stadtmauer. 1347 wurde Uelzen erstmals als Mitglied der Hanse genannt. In den folgenden Jahrhunderten hatte Uelzen nicht nur unter den Folgen mehrerer Kriege (Hildesheimer Stiftsfehde 1519, Dreißigjähriger Krieg 1635, Siebenjähriger Krieg 1757) zu leiden, sondern wurde auch mehrfach von Pest- und Ruhrepidemien heimgesucht. 1527 wurde die Reformation durchgeführt. In den Jahren 1639 bis 1643 wurde die Stadt zum Schutz vor weiteren feindlichen Angriffen zu einer Festung mit Bastionen und Schanzen ausgebaut, doch bereits 1646 erlitt Uelzen durch einen Stadtbrand einen schweren Rückschlag und wurde zum unbedeuten-den Landstädtchen. 1788 schleifte man die Festungen und schüttete die Stadtgräben zu. Von 1810 bis 1813 kam Uelzen zum Königreich Westfalen. 1847 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1884 wurde Uelzen Kreisstadt des aus den Ämtern Oldenstadt und Medingen gebildeten Kreises, während Oldenstadt Amtssitz des preußischen Landrates wurde. Im Zweiten Weltkrieg fügten Bombenangriffe der Stadt schwere Zerstörungen zu, der Wiederaufbau erfolgte ab 1947 unter Beibehaltung des alten Stadtgrundrisses. Heute hat die Kreisstadt ca. 38000 Einwohner.

Fachwerkhäuser in Uelzen

Fachwerkhäuser in Uelzen

RUNDGANG DURCH DEN HISTORISCHEN STADTKERN

Der Rundgang beginnt am Hundertwasser-Bahnhof, der für viele Uelzener und Besucher zu den schönsten Bahnhöfen der Welt gehört und am 25./ 26.11.2000 offiziell eröffnet wurde. Friedensreich Hundertwasser erlebte dieses Ereignis leider nicht mehr mit, er war am 19.2.2000 verstorben. Der Künstler fügte in das 1887 errichtete Bahnhofsgebäude für seine Architektur typische Elemente wie goldene Kugeln, farbige Säulen und die Glaskuppel auf dem Dach ein und lockerte es durch Emporen, Lichthöfe und Pflanzen sowie durch uneben verlegte Pflastersteine, fließende, unregelmäßige Formen und farbenprächtige Mosaike auf. Mit der Fotovoltaikanlage auf dem Bahnhofsdach und den Bahnsteigdächern sowie der Dachbegrünung eines War-tehäuschens verbindet die Anlage künstlerische Kreativität mit ökologischen Ansprüchen. Der Umwelt- und Kulturbahnhof beherbergt neben dem Reisezentrum der Deutschen Bahn verschiedene Läden und ein Restaurant. Man verlässt das markante Gebäude über den Frie- densreich-Hundertwasser-Platz und geht am ehemaligen Bahnpostamt, heute Veranstaltungsort für wechselnde Kunstausstellungen, entlang, bis eine rote Stele sowie rote Platten im Pflaster den Weg in die Stadt weisen. Auf der Kulturmeile der Bahnhofstraße passiert man nun Skulpturen verschiedener Künstler. Rechter Hand erblickt man das Kaiserliche Postamt von 1896, in dessen Giebel der preußische Adler als Mosaik dargestellt ist. Das moderne Post- und Telekomgebäude nebenan bildet einen interessanten Gegensatz dazu. Man überquert die Ringstraße, die dem Verlauf des historischen Stadt- grabens folgt. Links vor dem 1852 errichteten Fachwerkbau, in dem einst die erste Uelzener Bürgerschule untergebracht war, erstreckt sich ein freier Platz, der Uelzener Stadtgarten. Bald erreicht man die Fußgängerzone. An der Fassade der Sparkassen-Geschäftsstelle ist das „Historische Siegel der Stadt Uelzen” zu sehen, eine Kupferarbeit von KlasTilly aus dem Jahr 1979. Ein Stück weiter in Richtung Marktplatz fällt das 1647 errichtete Tuchmacherhaus vor allem durch seinen weinroten Anstrich, aber auch durch seinen reich verzierten Giebel und die regionaltypischen Utluchten auf. Daneben verdient die prächtige Fachwerkfassade der Ratsweinhandlung Beachtung. Das „ Nige Hus” wurde um 1500 im Auftrag des Rats der Stadt als Ratskeller und Tanzhaus erbaut, der im Keller Bier und Wein lagerte. Das Erdgeschoss und der Staffelgiebel an der Rückseite wurden beim Stadtbrand 1646 verschont. Die reich geschmückte Renaissancefassade und das Obergeschoss wurden im Zuge des Wiederaufbaus bereits ein Jahr später errichtet. Man sollte unbedingt auch die Balkeninschriften mit tiefsinnigen Sprüchen lesen, beispielsweise „Die Trunkenbolden werden das Reich Gottes nicht ererben.” Durch den Arkadengang des Alten Rathauses gelangt man zur zentralen Kreuzung der Stadt, an der drei große Marktstraßen Zusammentreffen. In der nach links abzweigenden Lüneburger Straße sollte man einen Blick auf eine gut erhaltene Fachwerkzeile werfen, die in der Zeit des Wiederaufbaus nach 1646 entstand. Das Alte Rathaus, an dessen Eingangsfront man nun entlanggeht, ist ein im Kern gotischer Backsteinbau, der 1789/90 in spätbarocken Formen umgestaltet wurde. Über dem klassizistischen Portal sind vergoldete Lettern angebracht, die an die Verleihung der Stadtrechte 1270 erinnern. An der Rathaus-Südseite ehrt ein 1970 von Georg Münchbach geschaffenes Bronzerelief den Komponisten Friedrich Kuhlau, der 1786 in Uelzen geboren wurde und 1832 als „dänischer Hofkompositeur” verstarb. Bevor man zum Uhlenköperdenkmal weitergeht, sollte man unbedingt einen Blick auf die Dachtraufe des Hohen Chores der St.-Marien-Kirche werfen. Der einzigartige Fries aus glasierten Terrakottafiguren stellt eine Marienkrönung zwischen Heiligenfigu- ren und Engeln dar. Das Uhlenköperdenkmal bezieht sich auf die Geschichte des „Uhlenköpers”, der die Eulen im Sack kaufte. Die Bronzeskulptur wurde im Jahr 1967 vom Möllner Bildhauer Karlheiz Goedtke geschaffen. Es soll Glück bringen, das blanke Geldstück zu berühren! Der Rundgang führt nun weiter über den Kirchplatz, den Schauplatz des traditionellen Uelzener Weinmarkts. Man passiert die Herzog-Ernst-Eiche, die 1897 zum Gedenken an Ernst den Bekenner gepflanzt wurde. Der in Uelzen geborene Herzog führte im Fürstentum Lüneburg die Reformation ein. Die Propstei wurde im 15. Jh. mit einem Backsteingiebel versehen, dessen glasierte Backsteine in der Sonne leuchten. Linker Hand erblickt man Reste der einst über 1,3 km langen Stadtmauer. Gegenüber der Propstei erhebt sich die St.-Marien-Kirche mit der 1350 gestifteten Ellerndorfkapelle. Das imposante Gotteshaus entstand in drei Bauabschnitten zwischen dem 13. und 14. Jh. Die Weihe und die Erhebung zur Pfarrkirche erfolgten bereits 1292. Im Eingangsbereich unter dem 82 m hohen Kirchturm ist in einer Wandnische das Wahrzeichen der Stadt zu sehen, das „Goldene Schiff”.

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